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Birne
Papierchiasmage über Plastikobjekt. 1967.
12,2 x 7,8 cm.
Mit Farbstift in Blau monogrammiert "JK" und datiert.
Jirí Kolár wurde populär durch die Synthese verschiedener Kunstarten wie Poesie, Collagen, Assemblagen und Objekte. Er zerlegte Wörter sowie Bilder, setzte diese wieder neu zusammen und arbeitete mit den unterschiedlichen Materialien, überwiegend mit Bild-Reproduktionen sowie Textkopien. Mit Humor aber auch Ironie und mit versteckter Kritik setzte Kolár sein individuelles Weltbild zusammen. In der vorliegenden Skulptur erschafft er mit Schere und Skalpell, mit Kleber und dem die Farbe ersetzenden bedruckten Papier eine neue Form der Collage - die Chiasmage.
Los 7289Kolár, Jirí
Neujahrsgruß, "P.(our) F.(eliciter)"
Auktion 123
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
425€ (US$ 489)
Neujahrsgruß, "P.(our) F.(eliciter)"
Collagierter Offset auf Karton. 1983.
21,2 x 17,3 cm.
Mittig mit Faserschreiber in Schwarz signiert "J. Kolár", datiert und bezeichnet "P. F.".
Degas' Tänzerinnen (Ausschnitt aus: "Tanzklasse", Musée d'essay, Paris, Inventar-Nr. RF 1976) reißt Kolár zu einer eckig-zerklüfteten Form aus und setzt sie auf einen Druck einer seiner eigenen Chiasmagen, die er trapezförmig zurechtgeschnitten hat, und mit der Ecke des Kanisters lässt er oben die Bildgrenzen sprengen.
Provenienz: Sammlung Konrad Balder Schäuffelen (direkt vom Künstler erhalten)
VW-Käfer
Rollage, Offset auf Karton. 1967.
41 x 41 cm.
Verso mit Kugelschreiber in Blau auf Klebeetikett signiert "J. Kolár", datiert und bezeichnet "38/50".
Den Offsetdruck eines VW-Käfers, 1967 entstanden, nimmt Kolár als Material für seine Rollage. Mithilfe seiner selbst entwickelten Rollagetechnik organisiert er das Bildmotiv anhand von neu aneinandergesetzten Streifen um, so dass eine neue, perspektivisch verschobene Komposition entsteht.
L'Explorateur
Collage auf Karton. 1962.
37,5 x 25 cm.
Unten rechts mit Kugelschreiber in Schwarz monogrammiert "J.K." und datiert.
Kolář spielt mit einer Titelseite von "L'Illustration" aus dem Jahr 1897, die den norwegischen Polarforscher Fridtjof Nansen und seine Frau zeigt. Er extrahiert die Bildnisse aus dem Zentrum der Seite und füllt die Leerstelle mit einem dunklen Raum, in dem zwei riesengroße Hände wiederum das schräggestellte Doppelbildnis festhalten. 1896 war Nansen von seiner Fram-Expedition aus den nordpolaren Eiswüsten zurückgekehrt und wurde in Europa begeistert gefeiert.
Provenienz: Sammlung Konrad Balder Schäuffelen, direkt vom Künstler erhalten
Los 7244Kolár, Jirí
"Milostný dopis židli"("Der rührende Brief an den Stuhl")
Auktion 117
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
625€ (US$ 718)
"Milostný dopis židli"("Der rührende Brief an den Stuhl")
Umschlag mit collagierten, teils farbigen Offsetdrucken, montiert auf Velin, inliegend Collage aus Zeitschriften. 1962.
16,1 x 22,8 cm.
Unten rechts auf dem Umschlag und auf der Collage jeweils mit Kugelschreiber in Schwarz monogrammiert "JK" und datiert, auf dem Untersatzpapier verso betitelt und mit der Nummer "7162".
Mit irritierend-surrealistischem Impetus gestaltet Kolář den collagierten Umschlag: ein überlebensgroßer, stehender, nahezu kopfloser Mann innerhalb einer eleganten Marmorfreitreppe mit winzigem Stuhl auf der rechten und ein Felsbrocken mit zwei Girlanden aus klein gerissenen Papierfragmenten auf der linken Seite. Die inliegende Collage verbindet reizvoll Models aus Modezeitschriften mit Landschaftsansichten. Durch Zerreißen und Zerschneiden dekonstruierte der Künstler ursprüngliche Motive und setzte sie neu zusammen, jedoch aus einem humoristisch-verschmitzten Blickwinkel heraus. Beigegeben: Ein weiterer, signierter Brief des Künstlers mit inliegender Collage und dem Titel "Dopis z pòlu nedostupnosti" (Brief aus dem Teil der Nichtverfügbarkeit), 1959.
Provenienz: Sammlung Konrad Balder Schäuffelen, direkt vom Künstler erhalten
Los 7246Kolár, Jirí
G. Courbet - Femme à sa toilette
Auktion 117
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
625€ (US$ 718)
"G. Courbet - Femme à sa toilette"
Collage auf Karton. 1963.
35,8 x 26,6 cm.
Verso unten rechts mit Feder in Blau monogrammiert "J.K." und datiert.
Jiří Kolář spielt mit den Sehgewohnheiten des Betrachters. Er bedient sich einer Gravure de presse von 1933, die Courbets Gemälde "Femme à sa toilette" in goldgehöhter und grünfarbener Montierung wiedergibt. Anstelle der Reproduktion setzt Kolár ein Foto von luftgetrockneten Salamis, die in großer Menge von der Decke hinabhängen. Spielerisch verschmitzt behandelt der Künstler die Mechanismen der westlichen Kunstgeschichte.
Provenienz: Sammlung Konrad Balder Schäuffelen, direkt vom Künstler erhalten
Goldrausch
4 Porzellanobjekte ("zerbrochener" Teller, Messer, Gabel und Schuh), jeweils farbig gefasst, lose auf Holzplatte mit Farboffset, unter Plexiglashaube. 1986.
39,3 x 39 x 21 cm.
Auf Plakette seitlich an der Plinthe signiert "Jiri Kolar". Auflage 75 num. Ex.
Erschienen in der Edition Rosenthal, "limitierte kunstreihen". Jirí Kolár überschreitet in seiner Kunst die Grenzen der einzelnen Disziplinen. Seine Objekte verbinden Dichtkunst, Plastik, Bildkünste, Graphik und Malerei. Ihn interessiert vor allem die Schnittstelle zwischen Sprache und Bild, er experimentiert mit Schere und Leim, zerschneidet Briefe, Lexika, Telefonbücher, zerstückelt Sätze, Wörter und Buchstaben und baut seine eigene Welt aus Worten und Zeichen, setzt Fragmente neu zusammen und schafft aus der Vernichtung der Ordnung eine neue Botschaft. Für Rosenthal arbeitete Kolár seit 1986.
Los 8419Kolár, Jirí
Ohne Titel (Briefumschlag)
Auktion 113
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
875€ (US$ 1,006)
Ohne Titel (Briefumschlag)
Umschlag mit collagierten Offsetdrucken, montiert auf Velin, inliegend 2 Rollagen, recto/verso auf festem Karton. 1962.
33,5 x 44,8 cm.
Unten rechts auf dem Umschlag mit Kugelschreiber in Schwarz monogrammiert "JK" und datiert, eine der Rollagen ebenfalls unten rechts mit Kugelschreiber monogrammiert "JK" und datiert.
Geometrische Elemente in leuchtenden Farben montiert Kolár auf die drei schwarz-weißen Offsetdrucke. Als Grundmotiv für die Rollagen, die sich beidseitig auf einem Karton befinden, verwendet Kolár einen Druck des Gemäldes "Judith mit dem Haupt des Holofernes" von Lucas Cranach. Den inhaltlichen Zusammenhang zwischen Umschlag und Rollage herzustellen, bleibt Aufgabe des Betrachters.
Provenienz: Sammlung Konrad Balder Schäuffelen (direkt vom Künstler erhalten)
Schriftbild
Chiasmage auf Karton. 1964.
45 x 33 cm.
Unten rechts mit Kugelschreiber in Schwarz monogrammiert "J. K." und datiert, verso signiert "J. Kolár", datiert und bezeichnet "P. 95".
Archaische Schrift eines biblischen Textes, avantgardistisch collagiert: Blöcke von hebräischen Texten stehen horizontal und vertikal ausgerichtet nebeneinander. Dass es sich um viele kleine, zu einer Chiasmage zusammengefügte Textelemente, also kleine Schriftschnipsel handelt, wird erst bei genauerem Hinsehen deutlich, richtet doch Kolár die Schriftzeilen in täuschend exakt ineinanderlaufenden Linien aus. "Die Chiasmage, die wohl interessanteste Entwicklung des Künstlers, basiert auf der konsequenten Zerstörung der Motive und dem systematischen Umorganisieren der Einzelteile. Schriftstücke (...) werden in kleine Stücke gerissen. Sie fügen sich zu neuen komplexen Strukturen zusammen, wobei die ursprüngliche Bedeutung nicht mehr fassbar ist, es entsteht aber eine neue Ordnung." (Jirí Machalický, in: Jirí Kolár, 1914-2002, Collagen, Ausst.-Kat. Ostdeutsche Galerie Regensburg 2014, S. 42).
Provenienz: Sammlung Konrad Balder Schäuffelen (direkt vom Künstler erhalten)
Los 8422Kolár, Jirí
Nu assis dans un fauteuil
Auktion 113
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
2.000€ (US$ 2,299)
Nu assis dans un fauteuil
Rollage, Farboffset auf Karton, auf festen Unterlagekarton montiert. 1967.
27 x 38,8 cm.
Unten rechts mit Kugelschreiber in Schwarz monogrammiert "J.K." und datiert, verso auf dem Unterlagekarton signiert, datiert und bezeichnet "P. 95".
Einen Kunstdruck des Gemäldes "Nu assis dans un fauteuil" von Henri Matisse, 1926 entstanden, nimmt Kolár als Material für seine Rollage. Kolár wandelt seine Collagetechnik der Rollage hier in ein Schachbrettmuster um, indem er die Streifen in regelmäßige Quadrate zerschneidet und daraus das Bildmotiv umorganisiert: nämlich von einem Hoch- in ein Querformat. Dadurch werden die Frauenfigur ebenso wie ihre Umgebung - der Sessel, das Fenster, das Zimmer mit dem roten Teppich - unkenntlich und nur noch mit Hilfe des Kolorits und der vom Künstler verso montierten winzigen Abbildung des Originals dechiffrierbar.
Provenienz: Sammlung Konrad Balder Schäuffelen (direkt vom Künstler erhalten)
Los 8134Kolár, Jirí
Federico da Montefeltro
Auktion 112
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
2.625€ (US$ 3,017)
Federico da Montefeltro
Chiasmage auf festem Karton. 1967.
30 x 21,3 cm.
Unten rechts mit Kugelschreiber in Blau monogrammiert "J. K." und datiert, verso nochmals signiert und später datiert.
"Die Chiasmage, die wohl interessanteste Entwicklung des Künstlers, basiert auf der konsequenten Zerstörung der Motive und dem systematischen Umorganisieren der Einzelteile. Schriftstücke verschiedenster Kulturen und Epochen (...) werden in kleine Stücke gerissen. Sie fügen sich zu neuen komplexen Strukturen zusammen, wobei die ursprüngliche Bedeutung nicht mehr fassbar ist, es entsteht aber eine neue Ordnung." (Jirí Machalický, in: Jirí Kolár, 1914-2002, Collagen, Ausst.-Kat. Ostdeutsche Galerie Regensburg 2014, S. 42). Hier entwickelt Kolár filigran die markante Silhouette Federico da Montefeltros, angelehnt an Piero della Francescas berühmtes Bildnis, aus der Chiasmage.
Provenienz: Sammlung Konrad Balder Schäuffelen (direkt vom Künstler erhalten)
Mannequin
Rollage auf festem Velinkarton. 1964.
32,23 x 23,3 cm.
Verso mit Feder in Blau monogrammiert "J. K." und datiert.
Kolár wandelt seine Collagetechnik der Rollage hier in ein Schachbrettmuster um, indem er die Streifen in regelmäßige Quadrate zerschneidet und daraus das Bildmotiv umorganisiert. So finden die Augen und der rot geschminkte Mund, verschoben und umgedreht, einen irritierenden neuen Platz im Gesicht, Pelzkragen und kostbare Stoffe verwirbeln in heilloser Unordnung.
Provenienz: Sammlung Konrad Balder Schäuffelen (direkt vom Künstler erhalten)
Los 8136Kolár, Jirí
Doppelporträt junges Mädchen und Mann
Auktion 112
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
1.875€ (US$ 2,155)
Doppelporträt junges Mädchen und Mann
2 Muchlagen, auf 1 Karton montiert. 1963/1964.
22,8 x 16,2 cm und 27,8 x 19 cm.
Jeweils unten rechts mit Kugelschreiber bzw. Feder in Blau monogrammiert "J. K." und datiert.
Für die Muchlage (tschechisch muchlat, "zerknüllen") deformiert Kolár die Bildvorlagen, indem er sie heftig zerknüllt und so die Darstellungen verdreht, verschiebt, Linien unterbricht und hier im Doppelporträt die Gesichter ebenso brutal wie humorvoll entstellt. "In den Muchlagen kann man viele Ausdrucksebenen entdecken. Neben einer beinahe groben Vergewaltigung der Formen ist hier eine dichterische Sanftheit und fragile Verträumtheit zu finden. Die nüchterne Form löst sich in fließende oder gebrochene Linien auf, die an das Abbild in einem zerbrochenen Spiegel oder an die Verzerrungen der Proportionen in einer gewölbten Spiegelfläche erinnern." (Jirí Machalický, in: Jirí Kolár, 1914-2002, Collagen, Ausst.-Kat. Ostdeutsche Galerie Regensburg 2014, S. 42).
Provenienz: Sammlung Konrad Balder Schäuffelen (direkt vom Künstler erhalten)
Los 8137Kolár, Jirí
o.T. (Thermometer)
Auktion 112
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
2.500€ (US$ 2,874)
o.T. (Thermometer)
Chiasmage-Relief. Holz, Glas, Papier und Karton. 1963.
45 x 33 cm.
Unten rechts mit Kugelschreiber in Schwarz monogrammiert "JK" und datiert, verso später erneut signiert und datiert "80".
Kolár war sowohl als Dichter als auch als bildender Künstler erfolgreich. Besondere Bekanntheit erlangte er durch seine von ihm entwickelten Collagetechniken, bei denen er zerlegte Wörter und Bilder in immer wieder neuen Kontexten zusammensetzt.
Provenienz: Sammlung Konrad Balder Schäuffelen (direkt vom Künstler erhalten)
Ausstellung: Jiri Kolar. Collage und Objekte. Frühe Werke aus der Sammlung Schäuffelen, Anhaltische Gemäldegalerie Dessau, Dessau 1995 (Kat.-Nr. 37)
Los 8138Kolár, Jirí
Horici Hlava (Der brennende Kopf)
Auktion 112
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
2.250€ (US$ 2,586)
"Horici Hlava" (Der brennende Kopf)
Assemblage, Prollage und Objektcollage mit Papier und Haaren auf Holz. 1975.
40 x 30,2 cm.
Unten rechts mit Filzstift in Schwarz monogrammiert "JK" und datiert, verso signiert, datiert und bezeichnet.
Kolár verwendet für seine Collage bevorzugt Reproduktionen Alter Meister. In diesem Fall hat er eine biblische Szenerie mit einer Reproduktion einer afrikanischen Holzmaske kombiniert. Die Collage setzt er auf eine Chiasmage, bestehend aus in Fetzen zerissenen und wieder zusammengeklebten handgeschriebenen Texten.
Provenienz: Sammlung Konrad Balder Schäuffelen (direkt vom Künstler erhalten)
Ausstellung: Jiri Kolar. Collage und Objekte. Frühe Werke aus der Sammlung Schäuffelen, Anhaltische Gemäldegalerie Dessau, Dessau 1995 (Kat.-Nr. 33)
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
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