Barletta, Gabriel
Sermones fratris Gabrielis Barelete sacre pagine professoris diui Ordinis fratrum Predicatorum
Los 1081
Nachverkaufspreis
600€ (US$ 682)
Barletta, Gabriel. Sermones fratris Gabrielis Barelete sacre pagine professoris divi Ordinis fratrum Predicatorum. 21 (von 23) Bl., CXCIX num. Bl. 22 x 15 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (stark lädiert, lose, berieben, mit Fehlstellen und ohne die Messingschließen). Augsburg und Hagenau, Rynman und Gran, 1510.
VD16 G 8. – Frühe Ausgabe der im 16. Jahrhundert weit verbreiteten Fastenpredigten des berühmten italienischen Geistlichen Gabriele da Barletta (gest. nach 1480). – Die ersten beiden Textblatt ("Registrum Sermonum" und "Animadverte diligens") fehlen. Teils stärker mit Randläsuren, feuchtrandig, mit hs. Notizen im Text. Sehr selten.
Bartholomaeus de Montagnana. Consilia CCCV. In quibus agitur de universis fere aegritudinibus, humano corpori evenientibus. Post haec accedunt tractatus tres de Balneis Patavinis: hoc est, De situ, aspectu, minera, ac viribus eorundem. Una cum antidotario. 8 nn., 369 num. Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke. 29 x 19,5 cm. Pergament d. Z. (stärkere Gebrauchsspuren) mit hs. RTitel. Venedig, Caspar Bindonus, 1564.
Durling 3236. Hirsch-Hübotter IV, 245. – Spätere venetianische Ausgabe des zuerst 1497 ebenfalls in Venedig erschienenen medizinischen Ratgebers des in Padua wirkenden Mediziners Bartholomaeus Montagnana (gest. 1460). "Er war ein scharfsinniger und erfahrener Arzt, was die von ihm veröffentlichte, 305 Nummern umfassende Sammlung von Consilien documentirt" (H.-H.). – Erste Lage gelöst, stellenweise mit kleinen Wurmspuren im weißen Seitenrand. Im unteren Bug sowie am Schluss im oberen Rand mit etwas kräftigerem Braunfleck, vor allem Anfangs auch etwas feuchtrandig, rechte obere Ecke anfangs auch mit Knickspuren. Zweispaltiger Druck.
Beroaldus, Philippus. Varia opuscula. 152 (statt 153; das fehlende Schlussblatt mit dem Kolophon durch Kopie ersetzt). 18,5 x 13,5 cm. Etwas späterer Pergamentband (etwas fleckig und berieben, Deckel schwach geworfen). Basel, Gregor Bartholomäus für Wolfgang Lachner, 1509.
VD 16 B 2134. Panzer VI, 185, 75. – Erste Ausgabe der wohl ersten Schriftensammlung des Philologen und neulateinischen Dichters Philippo Beroald d. Ä. (1453-1505). – Es fehlt das Schlussblatt mit dem Kolophon (durch stark gebräuntes modernes Faksimile ergänzt). Titel mit Randläsuren und alten Annotationen, Blatt Dv mit Tintenwischern, stellenweise mit Feuchtigkeitsrändern und Wurmspuren. Etwas fleckig oder gebräunt, anfangs auch mit schmalem Feuchtigkeitsrand.
Bossi, Egidio
Criminalem materiam sive actionem
Los 1091
Nachverkaufspreis
1.200€ (US$ 1,364)
Einzige im deutschen Sprachraum erschienene Ausgabe des bedeutenden Kompendiums
Bossi, Egidio. Criminalem materiam sive actionem fere omnem exacte continentes: in quibus etiam plurima ad Iuris Publici interpretationem: veluti de Fisco, de Principis autoritate ac postestate [...]. 50 nn. Bl., 651 S., 1 Bl. Mit 2 Holzschnitt-Druckermarken. 33,6 x 21,6 cm. Pergament d. Z. (leicht geworfen, minimal fleckig, etwas beschabt und bestoßen) mit blindgeprägten Filetenbordüren und Eckfleurons, Monogramm "A*B*B" und Jahreszahl "1605" auf dem VDeckel sowie hs. RTitel (ohne die einstigen vier Bindebänder). Basel, Henricpetri, 1578.
VD16 B 6784. Adams B 2537. Jöcher I, 1274. Hieronymus 565. – Eines der bedeutendsten juristischen Kompendien seiner Zeit. Der Band "enthält fast das gesamte Strafrecht und Strafverfahren, einschließlich vieler Fragen im Zusammenhang mit der Auslegung des öffentlichen Rechts, wie beispielsweise solche, die den Fiskus, die Autorität und die Macht des Souveräns betreffen" (Titel und weiter:) "nec non de iure Feudorum, & de vectigalium conductionibus, remissionibusque pensionum, pertinentia, diligentissimè explicantur", also etwa: "Ebenso werden das Lehnsrecht und die Angelegenheiten bezüglich der Verpachtung von Steuern und der Erlassung von Zahlungen sehr ausführlich erläutert."
Der Autor Egidio Bossi (auch latinisiert unter Egidius Bossius; 1488-1546) war einer der wichtigsten italienischen Juristen seiner Zeit. Bei dem vorliegenden Druck aus der vornehmen Offizin des Basler Druckers Sebastian Henricpetri handelt es sich um den ersten und einzigen im deutschen Sprachraum bis 1600. – Gelegentlich etwas angestaubt, Knickspur und Bräunungen im Block, jedoch kaum fleckig, mit vereinzelten Témoins. – Beigebunden: Papa Guido (Guy de la Pape). Decisiones Guidonis Papae IC. clarissimi, et summi olim per Galiam parlamenti Delphinatus, cuius Praesidem egit, singulari iudicio collectae. Ex prototoype Matthaei Antoniani [...]. Cum utilissimis additionibus. 4 Bl., 404 S., 17 Bl. Mit großem Titelholzschnitt von Jobst Amman (monogrammiert im Stock "IA". - Frankfurt am Main, Sigmund Feyerabend, 1591. - VDF16 G 3177. Vgl. Graesse III, 180. "Les décisions de Guy-Pape ont été longtemps d'une grande autorité dans le pays de droit écrit [...]" (Brunet II, 1811). Stellenweise leicht gebräunt. - Vorsatz mit mehreren, teils ausgestrichenen Besitzvermerken, u. a. eines "Johannes Petrus Rheinfeld".
Braun, Georg und Franz Hogenberg
Brema und Civitas Francofordiana ad mo
Los 1093
Nachverkaufspreis
300€ (US$ 341)
Braun, Georg und Franz Hogenberg. "Brema" und "Civitas Francofordiana ad mo". 2 kolorierte Kupferstiche. 33 x 47,5 cm (Plattenrand). 1580.
Dargestellt sind die Städte Frankfurt und Bremen. – Papierbedingt leicht gebräunt, mit Einrissen und Randläsuren. Im kräftigen und schönen Kolorit. Sehr dekorativ.
Sammelband mit 5 Reformationsdrucken und Calvin, Johannes
darunter 2 Schriften von Joannes Calvin.
Los 1098
Nachverkaufspreis
5.000€ (US$ 5,682)
Calvin, J. - Sammelband mit 5 frühen Reformationsdrucken, darunter 2 Schriften von Joannes Calvin. 15,5 x 10 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (stärker lädiert und fleckig, Reste zweier Metallschließen) über Holzdeckel mit hs. Rückenschild. Magdeburg, Wittenberg, Leipzig, verschiedene Verlage, 1547-1549.
Sammelband mit fünf reformatorischen Streitschriften aus den 1540er Jahren, die die maßgeblichen theologischen und kirchenpolitischen Auseinandersetzungen jener unruhigen Zeit behandeln. Besonders bemerkenswert sind zwei äußerst seltene zu Lebzeiten gedruckte Schriften Johannes Calvins (1509-1564).
I. Joannes Calvin. Interim adultero germanum. Cui adiecta est. Vera christianae pacificationis, & ecclesiae reformandae ratio. (Magdeburg, Lotter), 1549. - VD 16, C323. Erichson, Bibl. Calviniana S. 9. Knaake III, 511 und Kuczynski 370. - Erste in Deutschland gedruckte Ausgabe, aus dem Jahr der Erstausgabe (Genf 1549). Wegen dieser Stellungnahme gegen das Augsburger Interim zog sich Calvin die äußerste Gegnerschaft der Lutheraner zu.
II. Joannes Calvin. Acta Synodi Tridentinae. Cum antidoto. 288 S. (Genf, J. Gérard), 1547. - Nicht bei Adams. I. A. 129.791. Schottenloher 43209e. Erichson 7. - Erste, äußerst seltene Ausgabe. "Ueber dem an Heftigkeit zunehmenden Streit (in Genf) war Calvins Blick trotzdem unverwandt auf die schicksalsschweren Ereignisse des Jahres 1547 in Deutschland gerichtet. Wachsam die Gegenbewegung der röm. Kirche verfolgend, versah er die Akten der abgeschlossenen ersten Sessionsperiode des Tridentinums wieder mit einem wirksamen 'Gegengift'" (K. Barth).
III. Flacius Matthias. De vocabulo fidei et aliis quibusdam vocabulis, explicatio vera & utilis, sumta ex fontibus Ebraicis 188 S., 1 Bl. Vitebergae, Creucer, 1549. - VD16 F 1525.
IV. Otho Körber. Assertio sententiae sola fides iustificat. 32 Bl. (Leipzig, Bapst, Valentin d.Ä., 1548). - VD16 K 1882.
V. Bernhard Ziegler. De sacramento altaris seu coena dominica et missa disputatio. 20 Bl. (Leipzig, Bapst, Valentin d.Ä., 1548). - VD16 Z 410.
– Titelblatt mit hs. Exlibris-Vermerk "Ex libris Davidis Helt.". Das erste Titelblatt zweifach gestempelt, mit Rasur (nicht mehr lesbar). Titelblätter oben rechts in Sepia von alter Hand nummeriert; fliegender Vorsatz mit zeitgenössischer Notiz. Im Bug unten mit Feuchtigkeitsrand. Papierbedingt gebräunt. Die ersten Lagen oben rechts mit kleinen Knickeselsohren. Das leere Blatt zwischen Titel I und II mit größerem Ausriss.
Cicero, Marcus Tullius. Opera rhetorica, oratoria & forensia; Orationes diligentius recognitae & aptiore serie repositae; Opera philosophica; Opera epistolica. 4 Teile in 1 Band. Mit 4 Holzschnitt-Druckermarken und vier breiten Holzschnittbordüren auf dem Titel. 2 Titel in Schwarz und Rot. 31 x 21,5 cm. Leder d. Z. (fleckig, etwas sporfleckig, mit Fehlstellen und Rückengelenke mit größeren Einrissen) mit goldgeprägtem RTitel und RVergoldung. Paris, Jean Petit und Josef Bade, 1527.
Adams C 1638 (ohne den Teil "Orationes diligentius recognitae & aptiore serie repositae"). Vgl. STC 109 (spätere Ausgabe). – Seltene erste Ausgabe. Enthält die Teile "Rhetorica, oratoria & forensia", "Orationes diligentius recognitae & aptiore serie repositae", "Philosophica" und "Epistolica". Von uns konnte kein weiteres Exemplar ermittelt werden, in dem alle vier Teile in einem Band gebunden sind. – Vorderes Innengelenk offen, erster Titel hinterlegt und mit kleinen Fehlstellen. Insgesamt papierbedingt etwas gebräunt, leicht fleckig und stellenweise feuchtrandig sowie teils mit hs. Notizen d. Z. am Rand.
Dinus Mugellanus de Rossonibus
Commentaria in regulas iuris pontificii
Los 1105
Nachverkaufspreis
300€ (US$ 341)
Dinus Mugellanus de Rossonibus. Commentaria in regulas iuris pontificii. 16 Bl., 287 S. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel. 16 x 10,5 cm. Flexibles Pergament d. Z. (fleckig, mit kleinen Fehlstellen und knickspurig) mit hs. RTitel. Turin, Haeredes Nicolai Beuilaque, 1580.
Vgl. Adams D, 1223. Baudrier V, 223 (Ausg. 1551) u. VII, 485 (Ausg. 1590). Nicht im STC. – Spätere Ausgabe. Juristisches Werk von dem Rechtsgelehrten Dinus Mugellanus (1253-1298). – Mit Exlibris auf dem Vorsatz. Innengelenke teils leicht geöffnet, etwas feuchtrandig am Fußsteg, vereinzelt knickspurig und mit hs. Notizen im Text.
Eck, Johannes
Der drit Tail christlicher Predigen ann den hohen Festen und hochzeytlichen tagen der hayligen
Los 1109
Nachverkaufspreis
1.400€ (US$ 1,591)
Eck, Johannes. Der drit Tail christlicher Predigen ann den hohen Festen und hochzeytlichen tagen der hayligen durch das gantze Jar nach gebrauch christlicher Kirchen zugutt und nutz den frommen Alten Christen [und:] Der viert tail christlicher Predigen. Teil III-IV (von 4) in 1 Band. 3 nn., 301 Bl.; 7 nn., 158, 1 nn. Bl. Mit 2 breiten Holzschnitt-Bordüren auf den Titeln, zahlreichen Text-Holzschnitten und Holzschnittvignette am Schluss. 2. Titel in Rot und Schwarz. 30 x 20 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder (berieben und bestoßen, mit fehlendem unteren Kapital, oberes mit Wurmgängen, Rücken mit Einrissen und insgesamt mit kleineren Fehlstellen) über Holzdeckel und mit hs. RSchild, mit 1 (von 2) Messingschließen und einem großen, blindgeprägtem "I" auf dem VDeckel. Augsburg, Weissenhorn, 1533-1534.
VD16 E 288. STC 452. Adams E 31. Dodgson II, S. 426, Nr. 12f. (2). Metzler 68 IV. Nicht bei Muther. – Fünfte Augsburger Ausgabe bei Weißenhorn, die erste wurde dort 1531 gedruckt (VD16 E 283). Die erste Ausgabe war 1530 von Peter und Georg Apian in Ingoldstadt gedruckt worden. Das Werk ist ein Teil einer großangelegten, zwischen 1530 und 1539 erschienenen Predigtreihe, durch die Johannes Eck im Kampf gegen den Protestantismus die Verkündigung des Wortes Gottes in der katholischen Kirche stärken wollte. Die zweiteilige "Christenliche außlegung der Euangelienn" hatte den Anfang gemacht und war in Ingolstadt gedruckt worden, der vorliegende Band mit den "Predigen von den siben H. Sacramenten" erschien bei Alexander Weißenhorn, dem "einzigen Drucker in Augsburg, der während der Reformation bei der römischen Kirche blieb", und der von den Aufträgen "seiner beiden Hauptautoren Johann Eck und Johann Cochläus" (Künast 1221) lebte. Der Druck erschien entsprechend "in verlegung D. Johan. Ecken zu Ingelstat", wie das Kolophon vermerkt. Im Sommer 1539 folgte der Drucker selbst "dem Ruf der Universität und Johann Ecks nach Ingolstadt, wo sich die Weißenhorn-Offizin ganz in den Dienst der katholischen Reform und Gegenreformation stellte" (Künast 1221). – Vorsatz mit hs. Notizen und Titel mit unleserlichem Bibliotheksstempel und hs. Besitzvermerk. Etwas braun- und fingerfleckig, etwas feuchtrandig und mit hs. Notizen am Rand.
Eder, Georg
Das guldene Flüß christlicher Gemain und Gesellschafft
Los 1112
Nachverkaufspreis
400€ (US$ 455)
Eder, Georg. Das guldene Flüß christlicher Gemain und Gesellschafft, das ist ain allgemaine richtige Form der ersten, uralten, prophetischen und apostolischen Kirchen gleich als ain kurtze Historia ... 9 Bl., 473 S. Titel in Schwarz und Rot. 21 x 15 cm. Leder des frühen 18. Jahrhunderts (etwas berieben, bestoßen, Kapitale mit Einrissen und Rücken weiß gefärbt) mit vier modernen Bindebändchen. Ingolstadt, David Sartor, 1579.
VD16 E 530. STC 261. Nicht im Adams – Erste Ausgabe. – Vorsatz mit 2-zeiliger hs. Notiz. Innengelenk beim Titel offen. Der Kopfsteg des Titels ist stark beschnitten, ersten fünfzehn Blätter mit einem Feuchtfleg am Fußsteg sowie insgesamt leicht braunfleckig.
Erasmus von Rotterdam, Desiderius
Paraphrasis oder Postilla Teütsch. Zürich, Froschauer, 1552
Los 1114
Nachverkaufspreis
2.500€ (US$ 2,841)
Erasmus von Rotterdam, Desiderius. Paraphrasis oder Postilla Teütsch. Das ist klare Außlegung aller Evanglischen unn Apostolischen Schrifften des Neuwen Testaments. 32 Bl., CCCCCXCIII num. Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel und zahlreichen Text-Holzschnitten. 30,5 x 19,5 cm. Schweinsleder d. Z. (berieben, bestoßen und fleckig) über abgefasste Holzdeckel, fünf Bünden und mit zwei Messingschließen. (Zürich, Froschauer, 1552).
Nicht im Adams nicht im STC. – Wohl einzige deutsche Ausgabe unter diesem Titel. Froschauer druckte zeitgleich eine weitere Ausgabe der "Paraphrasis", diese erschien jedoch unter dem Titel "Paraphrasis oder Erklärung des gantzen neüwen Testaments", in der eine Vorrede von Leo Juds enthalten ist. Erwähnt den Übersetzter auf dem Titel nicht, ebenso fehlt das Erscheinungsjahr. Diese beiden Ausgaben spiegeln die konfessionelle Spaltung wieder; war die vorliegende für den reformierten Leser bestimmt, richtete sich die die Postilla an das katholische Publikum (vgl. Historia integra, 1977, S. 118).
Von uns konnten nur vier weitere Exemplare in europäischen Bibliotheken bestimmt werden: Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek, Bayerische Staatsbibliothek, Österreichische Nationalbibliothek und Zentralbibliothek Zürich. – Sehr selten im Handel. Titel braun- und fingerfleckig, Innensteg am Titel offen. Insgesamt etwas braun- und fingerfleckig, die letzten sechs Blätter mit kleiner Fehlstelle (minimaler Textverlust).
Estienne, Charles und Liébault, Jean
XV Bücher von dem Feldbau
Los 1115
Nachverkaufspreis
1.800€ (US$ 2,045)
Estienne, Charles, und Jean Liébault. XV Bücher von dem Feldbau und recht volkommener Wolbestellung eines bekömmlichen Landsitzes, unnd geschicklich angeordneten Meyerhofs oder Landguts, sampt alllem, was demselben Nutzes und Lufts halben anhängig. 7 Bl., 763 S., 19 Bl. Mit großer, figürlicher Holzschnitt-Titelbordüre und 56 Textholzschnitten von J. Amman, Tob. Stimmer u.a. Titel in Schwarz und Rot. 30 x 19,5 cm. Leder d. Z. (etwas berieben, Rücken mit kleinen Restaurationen an den Gelenken und am oberen Kapital) mit goldgeprägtem RSchild, reicher Rückenvergoldung, goldgeprägten DBordüren und goldgeprägtem Spiegelmonogram "FK". Straßburg, Erben Bernhart Jobin, 1598.
VD16 E 4004. Muller 603, 23. STC 287. Guntz I, 92. Vgl. Ritter 1358. Lindner 11.563.05. Schoene 3688. Thiebaud 368. Hartin 75. Nicht bei Adams. – Sechste und letzte deutsche Ausgabe mit zahlreichen Ergänzungen. Die erste Ausgabe erschien im Jahre 1580 auf Französisch "L' agriculture et maison rustique" von Charles Erstienne (1504-1564). Dessen Schwager Jean Liébault (1535-1596) erweiterte dessen Handbuch zur Haus- und Landwirtschaft auf 15 Bücher und enthält einen ausgiebigen Jagdteil. – Papierbedingt gebräunt, etwas stock- und braunfleckig sonst wohlerhaltenes Exemplar.
Fabri, Johann
Auff die Frag, ob die hailig bilbisch Schrifft
Los 1117
Nachverkaufspreis
300€ (US$ 341)
Fabri, Johann. Auff die Frag, ob die hailig bilbisch Schrifft, könne und mög zu schade des Menschen gebraucht werden. Dieweil dy allain zu gutem trost und hayl des Menschen verlassen. 34 S. Mit großer 19-zeiliger Holzschnitt-Initiale. 18,5 x 14 cm. Modernes Halbpergament mit goldgeprägtem DTitel und goldgeprägtem Brokat-Papier auf den Deckeln. Augsburg, Philipp Ulhart, o. J. (1550).
VD16 F 148. Nicht bei Adams und STC. – Erste Ausgabe. Johann Fabri (1504-1558) war Dominikanermönch, Domprediger in Augsburg und einer der Gegner Martin Luthers und schrieb mehrere polemische Schriften. – Ersten vier Blätter mit hinterlegter Fehlstelle (kein Textverlust) und teilweise leicht braun- und fingerfleckig.
Hieronymus, Sophronius Eusebius
Divi evsebii hieronymi stridonensis epistolæ aliquot lectu dignissimæ, quarum clenchum uersa de monstrabit pagella
Los 1131
Nachverkaufspreis
500€ (US$ 568)
Überaus seltener Druck des 16. Jahrhunderts - weltweit nur zwei Exemplare bekannt
Hieronymus, Sophronius Eusebius. Divi Evsebii Hieronymi Stridonensis epistolæ aliquot lectu dignissimæ, quarum elenchum versa de monstrabit pagella. 28 nn. Bl. (le. w.). Moderner Pappband mit Marmorpapierbezug. (Köln, Heinrich von Neuß), o. J. (um 1507).
VD16 ZV 7934. – Briefe des Heiligen Hieronymus in einem überaus seltenen Kölner Druck der Offizin des Heinrich von Neuß. Das einzige bekannte und in Deutschland nachweisbare Exemplar bewahrt die Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek zu Dresden, weltweit können wir nur ein weiteres Exemplar in der Bibliothek des Groot Seminarie Brugge nachweisen. Ein Digitalisat ist ebenfalls nicht vorhanden. Der Drucker nennt sich am Schluss im Kolophon "Coloniae apud Henricum Nouesiensem" ohne Jahreszahl. Während Brügge auf "1507" datiert, meint VD16 den Druck auf "1520" ansetzen zu müssen, was sehr unwahrscheinlich ist und auch der Typographie der schönen Postinkunabel widerspricht. Heinrich von Neuß ist zwischen 1505 und 1522 aktiv, Benzing (Drucker 221, 11) schreibt: "Heinrich von Neuß, auch Henricus de Nussia, Henricus Novesianus (Novesiensis), eigentlich Heinrich Kohlenberg aus Neuß, [war] wohl Geschäftsnachfolger von Johann Koelhoff d. J., da er dessen Typen, Holzschnitte und Druckerzeichen in Gebrauch hatte. Er druckte Heiligenpassien [sic] in deutscher Sprache, Schriften des Kölner Juden Johann Pfefferkorn u. a. [...]". – Titelblatt A1 und C5-6 mit etwas größeren, sonst nur kleinen Randausrissen (alle ohne Textverlust), nur gering fleckig und kaum gebräunt, immer wieder mit sehr sauberen Marginal- und Interlinearglossen eines zeitgenössischen Studiosus mit Notabene-Händchen, die ihrer wissenschaftlichen Bearbeitung noch harren (teils leicht überschnitten). - Nicht im Worldcat.
Isidor von Sevilla. De summo bono. 93 num., 3 nn. Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel. 13,5 x 9 cm. Moderner Lederband. (Paris), Jean Petit, 1515.
Adams I 199. Vgl. STC 237. – Pariser Taschenausgabe der zuerst um 1470 bei Ulrich Zell in Köln im Druck erschienenen philosophischen Abhandlung Vom höchsten Gut des frühmittelalterlichen Gelehrten und Bischofs Isidor von Sevilla (um 560-636), wohl der dritte Druck bei Jean Petit. Isidor gilt als der letzte Kirchenvater des Westens, mit ihm endet die Epoche der Patristik. – Titel etwas fleckig und mit sauber hinterlegten Randläsuren, der weiße untere Rand fachmännisch breit angestückt. Blatt bv mit Rasurstelle und kleinem Loch im Satzspiegel, eine Lage mit Feuchtigkeitsrand.
Jacobi, Leonhard
Ein Christlicher schöner herrlicher Sendbrieff
Los 1139
Nachverkaufspreis
130€ (US$ 148)
Jacobi, Leonhard. Ein Christlicher schöner herrlicher Sendbrieff von der löblichen Obrigkeit ... in vier heupt artickel verfasset. 28 Bl. 14 x 8,5 cm. Einfache Broschur um 1800 (zahlreiche hs. Notizen auf den Deckeln recto wie verso, datiert 1809, Randläsuren). (Leipzig, Valentin Bapst, 1550).
VD16 J 72. – Erste Ausgabe. Valentin Bapst (gest. 1556) gilt als einer der bedeutendsten Leipziger Buchdrucker Mitte des 16. Jahrhunderts. Neben Schulbüchern verlegte er auch viele Reformationsschriften darunter Martin Luther, Philipp Melanchthon und Christoph Lasius. – Durchgehender kleinerer Wasserfleck im oberen Rand. Gut erhalten. Sehr seltener Druck, in den letzten Jahren nicht im öffentlichen Handel zu finden. In den deutschen und österreichischen Bibliotheken nur 5 Exemplare.
Josephus, Flavius
Historien und Bücher: Von alten jüdischen Geschichten
Los 1140
Nachverkaufspreis
800€ (US$ 909)
Josephus, Flavius. Historien und Bücher: Von alten jüdischen Geschichten, zwentzig, samt einem von seinem Leben. Vom jüdischen Krieg, und der Statt Jerusalem endtlicher Zerstörung. 6 nn., 524 num., 20 nn. Mit figürlicher Holzschnitt-Titelbordüre, großer Druckermarke am Schluss und zahlreichen Text-Holzschnitten. Titel in Rot und Schwarz. 34,5 x 21 cm. Modernes Leder (beschabt). Straßburg, Theodor Rihel, 1578.
VD16 J 984. Vgl. Fürst II, 122. Goedeke II, 319, 5. Graesse III, 482. – Späte Ausgabe der deutschen Übersetzung, die erstmals 1531 in Straßburg erschien. Flavius Josephus, (38-100 n. Chr.), eigentlich Joseph ben Mathitjahu war ein jüdisch-hellenistischer Historiker. Die detaillierten und äußerst lebendig anmutenden Holzschnitte stammen meist von Jost Amman und Tobias Stimmer. – Blatt 72 mit großer Fehlstelle (Textverlust). Stock- und fingerfleckig, mit Randläsuren, mit wenigen hs. Notizen am Rand, teils etwas feuchtrandig und mit Wurmlöchern. Mit teilweise sehr gratigen Holzschnitten. – Beigebunden: (Hegesippus. Fünf Bücher von dem jüdischen Krieg). 5 nn., 107 (von 118) num. Bl. Titel fehlt. Mit mehreren Text-Holzschnitten. (Straßburg, Theodosius Rihel, 1575). - VD16 H 1261. - Es fehlt der Titel und die letzten Blätter.
Luther, Martin. Der dritte Teil der Bücher des Ehrnwirdigen Herrn doctoris Martini Lutheri ... Teil III (von 4). 7 nn. Bl., 276 Bl., 308 num. Bl. (309-318 num. Bl. fehlen, Blatt 193 und 198 fehlen). Mit Holzschnitt-Vignette auf dem Titel. Titel in Rot und Schwarz. 29 x 18 cm. Leder des 17. Jahrhunderts (berieben, bestoßen, mit hinterlegten Fehlstellen und Kapitale teils eingerissen oder mit größeren Fehlstellen) mit hs. RSchild. Wittenberg, Hans Lufft, 1550.
VD16 L 3312. Benzing S. 1, a 3. – Erste Ausgabe des dritten Bandes, der die Psalmenauslegungen enthält. – Die letzten Seiten, Blatt 193 und 198 fehlen. Zahlreiche Blätter verstärkt, mit hinterlegten Fehlstellen, letzen 8 Blätter lose. Braun- und feuchtfleckig und mit hs. Notizen.
Luther, Martin
Der fünffte Teil aller Bücher und Schrifften
Los 1153
Nachverkaufspreis
400€ (US$ 455)
Luther, Martin. Der fünffte Teil aller Bücher und Schrifften...vom XXX jar an, bis auffs XXXIII. Mit Titelholzschnitt und 1 ganzseitigen, dreifachen Porträt-Holzschnitt. 6 Bl., 569 S., 1 Bl. 32 x 20 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder (Bezug etwas fleckig und gebräunt) über Holzdeckel auf 4 Bünden mit 3 figürl. Rollen (Sündenfall, Verkündigung Jakob und Raphael Taufe-Auferstehung, Salvator-David-Paulus-Johannes, 4 Reformatorenköpfe) sowie jeweils 4 Eckbeschlägen auf den Deckeln und 2 Metallschließen. Jena, Erben Christian Rödinger, 1557.
VD16 L 3330. Haebler II, 277. 15. (Rollenstempel: Verkündigung Jakob und Raphael Taufe-Auferstehung). – Erste Ausgabe. – Außenrand zu Anfang mit starkem Wasserrand. Titelblatt im Bug mit Verletzungen - erste Lage mit goßem Ausriss unten am Bug, sonst mäßig wasserrandig und braunfleckig.
Mathesius, Johannes
Postilla. Das ist Außlegung der Sontags und fürnembsten Fest Evangelien uber das gantze jar
Los 1161
Nachverkaufspreis
3.000€ (US$ 3,409)
Mathesius, Johannes. Postilla Das ist, Außlegung der Sontags und fürnembsten Fest Evangelien, uber das gantze jar. Jetzt von newem Corrigiert, unnd gemehrt mit etlichen zugethanen Predigten, unnd notwendigen Concordantzen. 4 Teile in 1 Band. 4 nn., CXLIIII num. Bl.; CCXII num. Bl.; CLXII num. Bl.; CXI num., 1 nn. Bl. Titel in Rot und Schwarz. Mit 3 (2 wiederholten) szenischen Holzschnitt-Bordüren, 3 (wiederholten) Holzschnitt-Druckermarken und 88 Textholzschnitten von Hans Brosamer u. a. 31 x 18,5 cm. Holzdeckelband d. Z. mit blindgeprägtem Schweinslederrücken (etwas fleckig und berieben, leicht wurmstichig, Lederbezug teils gelöst, Ecken teils beschabt) und Bezugspapier aus einer zeitgenössischen Handschrift sowie 2 intakten Messingschließen. Nürnberg, Erben Johann Berg, 1567-1568.
Vgl. VD16 M 1534 und 1535 (ohne Digitalisat bzw. Kollation). – Wohl eine Mischauflage der vierteiligen Evangelien-Postille des "Bergpredigers" von Joachimsthal in Böhmen Johannes Mathesius (1504-1565), ein "Muster protestantischer Kanzelberedsamkeit" (NDB XVI, 369). Mathesius war 1540 für zwei Jahre in Wittenberg, wo er in engem Kontakt mit Luther stand und dessen Tischreden und Predigten dokumentierte. – Titel mit hs. Besitzvermerk ("Benedicti Meisneri 88"), fl. Vorsatz mit mehreren zeitgenössischen Einträgen. Insgesamt etwas angestaubt und fleckig, mehrere Blatt zumeist am Schluss auch mit Feuchtigkeitsrand im oberen Bug, das Papier dort etwas brüchig. Anfangs leicht wurmstichig.
Melanchthon, Philipp. Moralis philosophiae epitome. 8 Bl., 269 S., 1 Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel. 15 x 9,5 cm. Modenes Halbleinen (berieben und bestoßen). Leipzig, Michael Blum, 1539.
VD16 M 3962. – Zweite Ausgabe. Die erste Ausgabe erschien im Jahre 1538 in der Offizin von Müller und Kraft in Straßburg. – Im Block gelöst. Teils mit lockeren oder losen Blättern. Teils braun- und fingerlfeckig sowie mit Feuchträndern und Knickspuren. – Vorgebunden: Derselbe. Commentarius de anima. Blatt 10-247. Es fehlen die ersten 17 Blätter. Wittenberg, Peter Seitz, 1540. - VD16 M 2749
Beigebunden: Simon Brossier. Philosophiae naturalis totius epitome ex universis physicis Aristotelis decerptum. 8 Bl., 186 S., 11 Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel. (Leipzig, Michael Blum), 1539.
Nepos, Cornelius
Aemilii Probi vitae excellentium imperatorum
Los 1169
Nachverkaufspreis
600€ (US$ 682)
(Nepos, Cornelius). Aemilii Probi vitae excellentium imperatorum Tito Pomponio Attico dedicatae. Ti Pomponii Attici vita per Cornelium Nepotem descripta. Plutarchi liber de illustrium mulierum virtutibus eiyusdem Paralelia. 100 Bl. Mit einigen Initialen und Lombarden sowie Kapitalstrichelung in Rot. 18,5 x 13 cm. Späterer marmorierter Halbpergamentband (Vorsätze alt erneuert) mit hs. RTitel. Straßburg, Matthias Schürer, 1506 (d. i. 1511).
VD16 N 518. Panzer VI, 36, 83. Benzing 412. Muller 181, 56. Schweiger II, 295. Ebert I, 5252. – Erster Druck im 16. Jahrhundert, der die Fehler der früheren Inkunabelausgaben korrigiert. Enthält u. a. von Plutarch De virtutibus mulierum und die Parallelia. "Wertvolle Ausgabe, nach der Princeps, aber mit vielen und guten Änderungen des Textes. Enthält alle Lebensbeschreibungen" (Schweiger). Das VD16 und Schweiger (ausführlich) korrigieren das Erscheinungsjahr im Kolophon auf 1511. – Titel gebräunt und im Rand restauriert, gestempelt und mit teils verblasstem hs. Eintrag (u. a. mit Besitzvermerk "J. Burckhardt 1834"). Erste Lage mit kräftigem Braunfleck und ebenfalls stellenweise im Rand ausgebessert. Sonst nur gering fleckig.
Osuna, Francisco de
Tercera parte del libro llamado Abecedario espiritual
Los 1172
Nachverkaufspreis
600€ (US$ 682)
(Osuna, Francisco de). Tercera parte del libro llamado Abecedario espiritual. Agora nuevamente impresso. 4 nn., 216 röm. num. Bl. Titel in Rotdruck. Mit breiter Holzschnitt-Titelbordüre. 19,5 x 14 cm. Geheftet (ohne Einband; mit Rückenstreifen einer mittelalterlichen Pergamenthandschrift). Valladolid, Juan de Villaquiran, 1537.
Palau 206822. – Im spanischen Valladolid gedruckte Quartausgabe des Traktats zum kontemplativen Gebet, das unter dem deutschen Titel Geistliches ABC geläufig ist, verfasst von dem aus Andalusien stammenden Mystiker Francisco de Osuna (um 1492-1541). – Etwas stärker braunfleckig, Titel und Schlussblatt auch etwas fingerfleckig und mit Sepiaeinträgen, am Schluss mit verblasstem Feuchtigkeitsrand. Exemplar ohne Einband.
Pace, Giulio
Theses ex prioribus pandectarum iuris civilis libris
Los 1174
Nachverkaufspreis
180€ (US$ 205)
Pace, Giulio. Theses ex prioribus pandectarum iuris civilis libris. Commentarij utiliter legi possunt. Disputatae ab aliquot Iurisprudentiae studiosis sub auctoris Praesidio. 139 (recte: 439) S. Mit kleiner Holzschnitt-Titelvignette. 11,5 x 7,5 cm. Pergament d. Z. (gering fleckig und berieben, mit hs. RTitel). Speyer, Bernhard Albin, 1598.
VD16 ZV 12132. – Lediglich in der Online-Version des Grundlagenwerks verzeichneter Albin-Druck mit Ausführungen zum Pandektenrecht durch den italienischen Juristen und über viele Jahre maßgeblichen Aristoteles-Herausgeber Giulio Pace (1550-1635). – Etwas gebräunt, Titel mit Eckabschnitt und hs. Tinteneintrag. – Beigebunden: Aulus Gallius. Noctes Atticae lucidiores redditae, tum collatione veterum exemplarium, tum innumeris emendationibus acconiecturis insigniorum aetatis nostra criticorum. 8 Bl., 698 S., 62 Bl. Mit Holzschnitt-Titelvignette. Genf, Johannes Tornesius, 1621. - Schwach gebräunt, sonst wohlerhalten.
Pflacher, Moses
Christliche Predig von dem unkraut des Zwinglischen unnd Caluinischen Irrthumbs
Los 1177
Nachverkaufspreis
200€ (US$ 227)
Pflacher, Moses. Christliche Predig von dem unkraut des Zwinglischen unnd Calvinischen Irrthumbs. 38 Bl. Mit Holzschnittinitialie. 19,5 x 14,5 cm. Flexibles Pergament (fleckig, knickspurig und geworfen sowie ohne die vier Verschlussbändchen). Regensburg, Johann Burger, 1584.
VD16 P 2383. Nicht im Adams und STC. – Erste Ausgabe. – Innengelenk am Titel offen, Titel mit größerem Einriss, insgesamt mit Randläsuren, braun- und fingerfleckig sowie feuchtrandig am Fußsteg.
Piccolomini, Francesco
Universa philosophia de moribus
Los 1179
Nachverkaufspreis
400€ (US$ 455)
Piccolomini, Francesco. Universa philosophia de moribus. Nunc primum in decem gradus redacta, & explicata. 10 Bl., 596 S., 22 Bl. (Index). Mit Holzschnitt-Druckermarke. 32,5 x 21 cm. Pergament des 19. Jahrhunderts (vorderes Gelenk angeplatzt). Venedig, Francesco de' Franceschi, 1583.
Adams P 1124. Nicht bei Graesse und im STC. – Seltene erste Ausgabe. Philosophisches Hauptwerk des aus Siena stammenden Gelehrten Francesco Piccolomini (1523-1607), der Naturphilosophie an der Universität von Padua lehrte und sich hier mit Fragen der Ethik und Politik im Spannungsfeld von kirchlichem Aristotelismus und philosophischem Platonismus auseinandersetzt. Piccolomini war Anhänger des Averroisten Zimara und Gegner der Logik des Zabarella (vgl. Ziegenfuß II, 275). Ein zweiter Druck erschien ebenda 1594. – Schwach gebräunt oder braunfleckig, die letzten Blatt vom Index mit Wursmspuren (minimaler Buchstabenverlust), Titel ebenfalls mit unbedeutenden Wurmspuren, am Schluss auch mit kleinem Feuchtigkeitsrand im unteren Bug. Insgesamt wohlerhalten.
Pighius, Albertus
Hierarchiae ecclesiasticae assertio
Los 1181
Nachverkaufspreis
1.200€ (US$ 1,364)
Im einstigen Kettenband der Franziskaner-Bibliothek zu Bad Tölz
Pighius, Albertus. Hierarchiae ecclesiasticae assertio. 8 nn., 344 num. Bl. Mit großer Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel. 30 x 20 cm. Reich blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (Rücken mit weißem Papier überklebt und mit 2 hs. RSchildern, kleinem Bibliotheksschildchen, etwas beschabt und bestoßen, VDeckel mit abgeriebenem älteren Titelschild) über schweren, abgefasten Holzdeckeln mit 2 intakten punzierten und ziselierten Messingschließen). Köln, Johannes Birckmann, 1558.
VD16 P 2756. ADB XXVI, 125f. Jöcher III, 1563. – Fünfte Kölner Ausgabe der wichtigen "Kirchenhierarchie" des Albert Pigge, latinisiert zu Albertus Pighius, der zwischen 1490 und 1542 nachweisbar ist und als aus Kampen stammender katholischer Theologe u. a. unter dem berühmten Adrian Florisz. an der Universität zu Löwen studiert hatte. Neben seinen theologischen Studien befasste er sich vor allem mit Mathematik und Astronomie: "Papst Paul III. ließ sich von ihm in der Mathematik unterweisen und verlieh ihm als Anerkennung dafür 1535 die Propstei von St. Johann zu Utrecht nebst einer bedeutenden Geldsumme. Dennoch gerieth er, infolge eines langwierigen und kostspieligen Processes mit dem Utrechter Magistrat, wobei es sich um die herrschaftlichen Rechte seiner Propstei handelte, in finanzielle Bedrängniß. Nicht nur als Mathematiker und Astronom, sondern auch als Vertheidiger des katholischen Glaubens und besonders der kirchlichen Hierarchie, hatte er große Verdienste. Seine Hauptarbeit auf diesem Gebiete ist die 'Hierarchie ecclesiasticae assertio', welche zu Köln 1538, 1544, 1558 und 1572 in einem Folioband erschien und vom englischen Theologen John Leland in seiner 'Amphilarchia in Alb. Pighium' widerlegt worden ist."
Pigge selbst hatte sich in seinem Paul III. gewidmeten Werk vehement gegen die Abkehrung Heinrichs VIII. von der katholischen Kirche und dem Papstum gewandt, auch kämpfte er gegen die lutherische Glaubenslehre als einer der frühen Vertreter der sich formierenden Gegenreformation. – Stellenweise papierbedingt etwas gebräunt, Fol. 11-119 etwas braunfleckig, Fol. 57 mit Stempel, die letzten vier Blätter mit Tintenfleck im Rand. – Vorgebunden: Clemens Alexandrinus. Opera, quae quidem extant opera. Gentiano Herveto interprete. 3 nn., 162 num., 6 nn. Bl. Mit 2 Holzschnitt-Druckermarken. Basel, (Isengrin), 1556. - VD16 C 4069. Übersetzung der Werke des östlichen Kirchenvaters Clemens von Alexandria (150-215) durch den französischen Humanisten Gentien Hervet (1490-1884) aus dem Griechischen ins Lateinische. - Titel mit altem hs. Besitzvermerk und Stempel. Titel und das folgende Blatt im unteren Drittel etwas wurmstichig, mit minimalstem Buchstabenverlust. Text anfangs mit einem kleine Wurmloch. Fols. 31 und 12 gestempelt, sowie der obere Schnitt mit Monogramm. - In bemerkenswert festem Einband, gutes Exemplar aus der aufgelassenen Franziskanerbibliothek zu Bad Tölz. Der hs. (durchgestrichene) Vermerk lautet "Monasterij ad S. S. Franciscanos pro Bibl. Tölzius". Der Band gehört also zu den wenigen, die die Zerstörung der Bibliothek im Zuge der Säkularisation 1802 überstanden und im Handel kursierend bewahrt werden konnten.
Der bemerkenswert schöne Einband mit reicher Blindprägung zeigt eine Erlöserrolle mit König David bis zu Christus mit Kreuz. Auf dem Rücken oben sieht man noch einen einst festen Eisenstift, der einst einen Ring aufwies, an dem eine Kette den Band mit dem Lesepult verband, um ihn vor Diebstahl zu sichern und gleichzeitig dem Leser zur Verfügung zu stellen.
Plinius Caecilius Secundus, Gaius
Historaiae mundi libri XXXVII
Los 1182
Nachverkaufspreis
200€ (US$ 227)
Plinius Caecilius Secundus, Gaius. Historiae mundi libri XXXVII. 49 Bl., 409 S., 116 Bl. Mit Holzschnitt-Vignette auf dem Titel. 11,5 x 7,5 cm. Schweinsleder d. Z. (stark lädiert, stark berieben, Rücken fehlt und mit mehreren Wurmgängen) über Holzdeckel mit zwei Messingschließen. Lyon, Jacob Iunta, 1561.
Adams P 1576. – Späterer Nachdruck der zuerst 1510 erschienenen Ausgabe. – Vorderes Innegelenk offen. Titel mit Bibliotheksstempel "Franziskaner Kloster Dettelbach" und hs. Besitzvermerk der Zeit. Vereinzelt leicht braun- und fingerfleckig sowie etwas feuchtfleckig und -randig.
Plinius Secundus, Gaius d. Ä.
Historiae mundi libri triginta septem
Los 1183
Nachverkaufspreis
500€ (US$ 568)
Plinius Secundus, Gaius d. Ä. Historiae mundi libri triginta septem. 14 nn. Bl., 976 Spalten, 82 nn. Bl. Mit 2 wiederholten Holzschnitt-Druckermarken. 33 x 21 cm. Pergament d. Z. (berieben und bestoßen, mit einigen Fehlstellen, unteres Kapital fehlt und Rückengelenk mit Einriss). Lyon, Marcel Bering, 1548.
Adams P 1571. Nicht im VD16 (nicht die Ausgabe aus dem Jahr 1548) und nicht im STC. Vgl. Schweiger 788. Graesse V, 340. – Französischer Druck der klassischen naturwissenschaftlichen Enzyklopädie des Altertums in 37 Büchern, mit den Kommentaren des böhmischen Gelehrten Sigismund Gelenius (1497-1554). Plinius der Ältere (23 - 79 n. Chr.) durchlief eine militärische Beamtenkarriere und war u. a. als Kommandant des Flottenstützpunktes in Misenum und als Prokurator für Vespasian tätig. Er kam beim Ausbruch des Vesuv ums Leben. Von seinen vielen Schriften ist eigentlich nur die vorliegende Naturgeschichte erhalten geblieben. Sein großes Geschichtswerk mit der Darstellung der Geschichte von ca. 47 bis zur Regierungszeit von Vespasian ist verloren; Tacitus hat diese Ausgabe zwar kritisiert, aber auch ausgiebig benutzt. In der vorliegenden Ausgabe, einer Enzyklopädie unterschiedlichster Themen überliefert er uns weite Bereiche des antiken Wissens, oft auch eine Kompilation aus bedeutenden Werken anderer Autoren. Das Werk ist in Sachgebiete unterteilt. Nach einer allgemeine Beschreibung folgen eine Länder- und Völkerkunde, Anthropologie und Physiologie des Menschen, Zoologie, Botanik, Heilmittel aus Pflanzen und Tieren, Mineralogie, Metallurgie. Gerade in den letzten Abschnitten auch mit Hinweisen zu dern Verwendbarkeit in der Malerei und Plastik. Zum Schluss mit Kapiteln über Gold, Silber, Edelsteine und Farben. Auch heute noch eine Fundgrube für alle Sachgebiete. Nach der Überlieferung hat Plinius etwa 2000 Bücher durchgearbeitet und für seine Texte verwendet. – Titel und zweites Blatt kleben aneinander, beide mit stärkeren Wurmfras. Insgesamt braun-, stock- und fingerfleckig.
Quintin, Jean
Haereticorum catalogus, & historia qualem Gratianus post Isidorum digessit in Can
Los 1185
Nachverkaufspreis
500€ (US$ 568)
Hauptwerke zur Definition, wer zu den Häretikern gehört
Quintin, Jean. Haereticorum catalogus, & historia qualem Gratianus post Isidorum digessit in Can. Quidam autem. xxiiij. Quæst. iii. [und:] Quintus Septimus Florens Tertullianus. Tertvlliani liber adversvs haereticos. 2 Werke in 1 Band. 27 S.; 134 S., 1 w. Bl. Mit 2 wdhl. Holzschnitt-Druckermarken. 22,4 x 17,2 cm. Flexibles Pergament d. Z. (etwas wellig und sprenkelfleckig). Paris, Andreas Wechel, 1560 und 1561.
STC 417. Adams Q 74 und T 418. – Die beiden einflussreichen Schriften über Häresie und Häretiker von dem französischen Priester und Johannes-Ordensritter Johannes Quintinus, vulgo Jean Quintin (1500-1561), in dem dieser die bedeutensten Abweichler der orthodoxen Kirchenlehre seit der Antike bis in die Gegenwart bei Namen nennt. Angefangen von dem Magier Simon, über Menadros, die "Cathari, propter mundiciam ita se nominaverunt. Gloriantes enim de suis meritis, negant paenitentibus veniam preccatorum [...]", die "Manichaei, à quodam Persa extiterunt, qui vocatus est Manes [...]" und viele mehr, die mit Beschreibung ihren Irrlehren verzeichnet sind.
Es schließt sich Tertullians Traktat "liber adversus haereticos" an, seine Prozessreden gegen die Häretiker mit dem Urteil, dass Häretiker keinen Anspruch auf die Heilige Schrift hätten, weil sie die Schriften nicht von den Aposteln geerbt hätten. Er argumentierte, dass die wahre Lehre durch die apostolische Nachfolge gesichert sei, die nur in der katholischen Kirche existiere. – Kleine ältere Rasur auf dem ersten Titel, leicht gewellt und knickspurig, letzten Seiten alt angstaubt, insgesamt im Block aber wohlerhalten und frisch, in herrlicher Typographie. Vorsatz mit hs. Eintrag und mit Makulaturstück einer Handschrift des 15. Jahrhunderts.
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