153050

Lose pro Seite


Lot 6900, Auction  127, Rainer, Arnulf, Vermächtnis über meinen Nachlass

Rainer, Arnulf
Vermächtnis über meinen Nachlass
Los 6900

Nachverkaufspreis
400€ (US$ 460)

Details

Los merken

Vermächtnis über meinen Nachlass
4 montierte Fotografien von Arnulf Rainer, 29 Bl. Orig.-Broschur. 1972.
25 x 25 cm.
Auflage 100 num. Ex.

Arnulf Rainer wie man ihn kennt: Verzerrte fotografische Selbstportraits, dazu der originale Text des im Juni 1972 beim Gericht in Wien hinterlegten Testaments von Arnulf Rainer, erschienen im Wolfgang Hake Verlag, Köln 1972. Hier ohne die Farbradierung und mit vom Vorbesitzer teils komplettiertem und genutztem Formularteil. Rainers Sammler, hier "Vermächtnisnehmer", konnten sich mit den Formularen aus diesem Letzten-Willen-Buch beim Künstler melden und sich dadurch Anteile an seinem künftigen Nachlass sichern.
Eine andere, kaum bekannte Seite Arnulf Rainers offenbart die folgende, bedeutende und in dieser Qualität und Fülle einmalige Sammlung seiner frühen Zeichnungen.

Lot 6905, Auction  127, Rainer, Arnulf, Ohne Titel

Rainer, Arnulf
Ohne Titel
Los 6905

Nachverkaufspreis
9.000€ (US$ 10,345)

Details

Los merken

Ohne Titel
Bleistift auf bräunlichem Bütten. Ende 1940er Jahre.
34,6 x 21,5 cm.
Verso oben mit Bleistift von Ernst Fuchs bestätigt "A. Rainer, Besitz E. Fuchs" sowie mit dem Nachlaßstempel von Ernst Fuchs.

Sinnlich, üppig und verführerisch ruht die kurvige Frau fast unbekleidet auf dem orientalisch wirkenden, ornamentierten Schemel, dessen gedrechselte Beine sich nach unten prekär verjüngen. Zwei bilden eine Art Schlinge mit Haken, ein anderes endet spitz wie eine Nadel. Zugleich weiche und kräftige, dunkel schattierte Konturen umreißen den weiblichen Körper, das Gesicht ist puppenhaft vereinfacht. Auf dem stummelhaft endenden Arm balanciert eine Tanne. Die Zeichnung, ein Bild märchenhaften Genusses, verweist zugleich auf den existenziellen Zustand menschlichen In-die-Welt-Geworfenseins: "(...) auch in diesem Motiv, das das Begehren erfüllt, schimmert die Absurdität durch. Es ist kein Tagbild, sondern ein Wunschtraum, eine voyeuristische Verlockung, ein künstlerisches Begehren, das Prekäres vermittelt, weil es die Illusion verfolgt, das Objekt seiner Lust selbst herzustellen." (Thomas D. Trummer, in: Ernst Fuchs und Arnulf Rainer. "Mein Atelier ist verwaist". Gerettete Werke aus der Haasgasse 10, Wien 2025, S. 18). Die Zeichnung gehörte zu den fünf Blättern, mit denen 1969 die Texte von Arnulf Rainer und Ernst Fuchs in dem Katalog der damals noch jungen Galerie Ariadne in Wien zu den frühen Zeichnungen Rainers illustriert wurden (vgl. Losnrn. 6908, 6911, 6924).


Ausstellung: Arnulf Rainer, TRRR. Zeichnungen 1947-51, Ausst.-Kat. Galerie Ariadne, Wien 1969, mit Abb. (o.S.)
Ernst Fuchs und Arnulf Rainer. "Mein Atelier ist verwaist". Gerettete Werke aus der Haasgasse 10, Ernst Fuchs Museum, Wien 2025, Kat.-Nr. 27, Abb. S. 19

Lot 6906, Auction  127, Rainer, Arnulf, Camus, Die Pest (Entwurf für einen Buchumschlag)

Rainer, Arnulf
Camus, Die Pest (Entwurf für einen Buchumschlag)
Los 6906

Nachverkaufspreis
5.000€ (US$ 5,747)

Details

Los merken

"Camus, Die Pest" (Entwurf für einen Buchumschlag)
Bleistift auf Velin. Ende 1940er Jahre.
22,6 x 34 cm.
Mittig oben und unten mit Bleistift betitelt, verso oben mittig mit Bleistift signiert "Arnulf Rainer" sowie seitlich links mit Bleistift von Ernst Fuchs bestätigt "Arnulf Rainer im Besitz Ernst Fuchs" sowie unten links mit dem Nachlaßstempel von Ernst Fuchs.

Viren oder Moleküle, Narben, Elementarteilchen oder gar kosmische Erscheinungen geistern über die Flächen des Umschlagentwurfes zu "Die Pest". Jede der verschieden großen, in tiefdunklen Kurven schattierten Kreisformen trägt einen hellen Nukleus in ihrem Zentrum, der unruhig zu vibrieren scheint. Die Vehemenz und aggressive Kraft von Rainers Kreisbewegungen, in denen der Bleistift die hellen Punkte umfährt, hinterlässt reliefhafte Vertiefungen und Wellen im Papier. Erst kurz zuvor, 1947, war Camus' berühmter Roman "Die Pest" auf Französisch und bereits ein Jahr später in deutscher Übersetzung erschienen. Die Motive Tod, Trauma und Gewalt, ebenso wie die Erfahrung einer existenziellen Verunsicherung, teilte Rainer mit dem Autor.

Ausstellung: Ernst Fuchs und Arnulf Rainer. "Mein Atelier ist verwaist". Gerettete Werke aus der Haasgasse 10, Ernst Fuchs Museum, Wien 2025, Kat.-Nr. 39, Abb. S. 29

Lot 6907, Auction  127, Rainer, Arnulf, Der Schriftsteller

Rainer, Arnulf
Der Schriftsteller
Los 6907

Nachverkaufspreis
7.000€ (US$ 8,046)

Details

Los merken

Der Schriftsteller
Bleistift bzw. Zimmermannsbleistift, teils gewischt, auf bräunlichem Velin. Ende 1940er Jahre.
37,1 x 23,5-24,4 cm.
Verso Bleistiftannotationen (Fragmente, schwer lesbar), Lineatur und Aquarellierung sowie mit dem Nachlaßstempel von Ernst Fuchs.


Dr. Rieux, die Hauptfigur in Camus' Roman "Die Pest", zeigt hier mit seinem schmalen Kopf, dem nach hinten frisierten Haar und der Zigarette im rechten Mundwinkel eine deutliche Ähnlichkeit mit Camus selber. Sein Brustbild schwebt, wie auch die beiden Tische rechts und links im Hintergrund, schwerelos im Raum. Die tiefschwarzen, mächtigen Bleistiftlinien hingegen erscheinen "wie ein persöniches Symptom aus Angst vor der Seinsvergessenheit. Trotz der deutlichen Identifikation mit Camus, trotz der Darstellung des eigenen Ich als ein Anderer, wird dieses Blatt auch als Künstlerbild ausgewiesen." (Thomas D. Trummer, in: Ernst Fuchs und Arnulf Rainer. "Mein Atelier ist verwaist". Gerettete Werke aus der Haasgasse 10, Wien 2025, S. 30).

Ausstellung: Ernst Fuchs und Arnulf Rainer. "Mein Atelier ist verwaist". Gerettete Werke aus der Haasgasse 10, Ernst Fuchs Museum, Wien 2025, Kat.-Nr. 40, Abb. S. 31

Lot 6911, Auction  127, Rainer, Arnulf, Liegender Akt (Maria Lassnig?)

Rainer, Arnulf
Liegender Akt (Maria Lassnig?)
Los 6911

Nachverkaufspreis
7.000€ (US$ 8,046)

Details

Los merken

Liegender Akt (Maria Lassnig?)
Bleistift, teils gewischt, auf bräunlichem Bütten. Ende 1940er Jahre.
28 x 30,6 cm.
Verso oben rechts mit Bleistift von Ernst Fuchs bestätigt "Rainer Besitz E. Fuchs" sowie mit dem Nachlaßstempel von Ernst Fuchs.

Dicke Ruhekissen umgeben als amorphe, haarige Formen die Liegende. Oben lauert eines von Rainers Knäueln struppiger Dunkelheit, korrespondierend mit der Schwärze der Hand und dem wirren Haarschopf. Der weibliche Körper führt bei maximaler Verkürzung in die Raumtiefe und blockiert sie zugleich mit den hoch abgewinkelten Beinen, während im selben Moment die Räumlichkeit nach vorne zu kippen scheint. Bei der Dargestellten handelt es sich möglicherweise um Maria Lassnig. Die Zeichnung gehörte zu den fünf Blättern, mit denen 1969 die Texte von Arnulf Rainer und Ernst Fuchs in dem Katalog der damals noch jungen Galerie Ariadne in Wien zu den frühen Zeichnungen Rainers illustriert wurden (vgl. Losnrn. 6905, 6908, 6924).

Ausstellung: Arnulf Rainer, TRRR. Zeichnungen 1947-51, Ausst.-Kat. Galerie Ariadne, Wien 1969, mit Abb. (o.S.)
Ernst Fuchs und Arnulf Rainer. "Mein Atelier ist verwaist". Gerettete Werke aus der Haasgasse 10, Ernst Fuchs Museum, Wien 2025, Kat.-Nr. 05, Abb. S. 12

Lot 6913, Auction  127, Rainer, Arnulf, Laune der Verliebten

Rainer, Arnulf
Laune der Verliebten
Los 6913

Nachverkaufspreis
3.500€ (US$ 4,023)

Details

Los merken

"Laune der Verliebten"
Bleistift, teils gewischt, auf bräunlichem Velin. Ende 1940er Jahre.
44,5 x 28 cm.
Unten rechts mit Bleistift (schwer lesbar) betitelt, verso oben rechts mit dem Nachlaßstempel von Ernst Fuchs.

Eine Spur der Verwüstung zieht sich durch die Landschaft bis zu dem in einer Pfütze liegenden Mädchen, dessen Körperformen sich aufblähen und verzerren. Spielerisch, mit schlafwandlerischer Sicherheit und kontemplativer Ruhe in der Strichführung kombiniert Arnulf Rainer im Zentrum der Bildfläche kumulierte, kryptische Bildelemente, kleinere organische Strukturen und amöbenhafte Formen, eröffnet Assoziationsmöglichkeiten und verweigert auch mit dem Titel eine klare Deutbarkeit. In den schwebenden Körperchen deutet sich möglicherweise bereits eine Idee des bald folgenden Infusorengewimmels an (vgl. Lose 6946 f.). "Zwischen 1947 und 1951 entstanden surrealistische Zeichnungen, welche die erste abgeschlossene Werkphase in Rainers Oeuvre bilden. Die Aufhebung kausaler Verknüpfungen und der Griff nach verblüffenden und schockierenden Sprachbildern charakterisieren seine frühen surrealistischen Arbeiten." (Christa Armann, Arnulf Rainer - Das Frühwerk, Wien 2010, S. 8). Die Fettspur im Unterrand zeugt vom wilden Künstlerleben im Fuchs'schen Atelier: "Der Speck ist aufgegessen. Das Atelier verwüstet. An einem Nagel neben der Tür hängt eine geselchte Schwarte, Spuren des säuberlich abgesägten Speckes haften als weißer Pilz stufenförmig daran. Arnulf Rainer und Maria Lassnig sind wieder ausgezogen, nach Paris gefahren," (Ernst Fuchs, Erinnerungen, zit. nach: Ernst Fuchs und Arnulf Rainer. "Mein Atelier ist verwaist". Gerettete Werke aus der Haasgasse 10, Ausst.-Kat. Wien 2025, S. 40).

Ausstellung: Ernst Fuchs und Arnulf Rainer. "Mein Atelier ist verwaist". Gerettete Werke aus der Haasgasse 10, Ernst Fuchs Museum, Wien 2025, Kat.-Nr. 7 (ohne Abb.)

Lot 6914, Auction  127, Rainer, Arnulf, Frau mit leichtem Sommerkleid, auf Polsterstuhl ruhend

Rainer, Arnulf
Frau mit leichtem Sommerkleid, auf Polsterstuhl ruhend
Los 6914

Nachverkaufspreis
3.000€ (US$ 3,448)

Details

Los merken

Frau mit leichtem Sommerkleid, auf Polsterstuhl ruhend
Bleistift auf rauem, bräunlichem Velin. Ende 1940er Jahre.
24,8 x 38,6 cm.
Verso oben rechts mit Bleistift von Ernst Fuchs bestätigt "A. Rainer, Besitz E. Fuchs" sowie mit dem Nachlaßstempel von Ernst Fuchs.

Eigentümlich verschoben zeichnet Rainer die Proportionen und bringt seine ganz eigene Imagination der Figur aufs Papier: Wie hingegossen ruht der schmale, überlängte Frauenkörper auf den Polstern, die Hände und Füße scheinen fast kindlich verkleinert an den extrem sich verjüngenden Armen und Beinen. Das Kleid wirkt weniger gemustert als vielmehr belebt von Mikrostrukturen, von denen zwei weitere auf dem Oberarm der Frau sitzen. "Die Naturform ist nicht viel mehr als ein Zitat, ein Vorwand, um sich 'von dieser Art Welt' abzuheben, um ihre Schnoddrigkeit gründlich zu blamieren." (Otto Breicha, in: Arnulf Rainer, TRRR. Zeichnungen 1947-51, Ausst.-Kat. Galerie Ariadne, Wien 1969, o.S.).

Ausstellung: Ernst Fuchs und Arnulf Rainer. "Mein Atelier ist verwaist". Gerettete Werke aus der Haasgasse 10, Ernst Fuchs Museum, Wien 2025, Kat.-Nr. 58 (ohne Abb.)

Lot 6918, Auction  127, Rainer, Arnulf, Stehender männlicher Akt - Studie

Rainer, Arnulf
Stehender männlicher Akt - Studie
Los 6918

Nachverkaufspreis
2.000€ (US$ 2,299)

Details

Los merken

Stehender männlicher Akt - Studie
Bleistift auf dünnem bräunlichen Velin. Ende 1940er Jahre.
36,8 x 21,5 cm.
Verso oben rechts mit dem Nachlaßstempel von Ernst Fuchs.

Provokant setzt Rainer das exponierte Geschlecht des stehenden Mannes ohne Kopf, Hände und Füße exakt ins Bildzentrum. Er umfährt den schlanken Körper mit zahlreichen dunkel nebeneinanderliegenden, sich überkreuzenden und mit vehementem Schwung sich bündelnden Linien verschiedener Stärke, so dass eine stachelige, unbestimmte Konturierung entsteht. Unter weitgehendem Verzicht auf Schattierungen verflacht Rainer seinen Bildgegenstand, zwingt ihn in eine ungewisse Zweidimensionalität und verspannt die nackte menschliche Existenz vertikal im leeren Raum.

Ausstellung: Ernst Fuchs und Arnulf Rainer. "Mein Atelier ist verwaist". Gerettete Werke aus der Haasgasse 10, Ernst Fuchs Museum, Wien 2025, Kat.-Nr. 64 (ohne Abb.)

Lot 6919, Auction  127, Rainer, Arnulf, Frohe Weihnachten (Maria Lassnig?)

Rainer, Arnulf
Frohe Weihnachten (Maria Lassnig?)
Los 6919

Nachverkaufspreis
4.000€ (US$ 4,598)

Details

Los merken

"Frohe Weihnachten" (Maria Lassnig?)
Bleistift auf Velin. Ende 1940er Jahre.
52,8 x 36,5 cm.
Verso unten rechts mit Bleistift betitelt sowie mit dem Nachlaßstempel von Ernst Fuchs.

Traumartiges Sujet, der Realität entrückt: Kegelförmig und armlos der Korpus, durchscheinend und mit verschobenen Proportionen. Darauf sitzt der weinende Frauenkopf fast mittig in dem zentralperspektivisch konstruierten Interieur, eng wie eine Gefängniszelle. Die Strenge dieser Kammer kontrastiert mit den flirrenden, vibrierenden, vielfach nebeneinanderliegenden und einander überkreuzenden Lineaturen der Konturen, die in ihrer Bewegtheit noch auf der Suche nach einer endgültigen Form zu sein scheinen. Der Titel wirkt wie eine Ergänzung oder Erweiterung des Motivs: „Meist sind es Assoziationen, die ihm bei der Arbeit einfallen, oft wechselt er sie im Nachhinein, für den Betrachter sind sie wichtig, da sie ihn auf die Spur bringen, ihn aktivieren und sensibilisieren für das Dargestellte.“ (Christa Armann, Arnulf Rainer - Das Frühwerk, Wien 2010, S. 16). Bei der Dargestellten handelt es sich möglicherweise um Maria Lassnig.


Ausstellung: Ernst Fuchs und Arnulf Rainer. "Mein Atelier ist verwaist". Gerettete Werke aus der Haasgasse 10, Ernst Fuchs Museum, Wien 2025, Kat.-Nr. 20, Abb. S. 15

Lot 6923, Auction  127, Rainer, Arnulf, Surrealistische weibliche Halbfigur vor minimalistischer Landschaft

Rainer, Arnulf
Surrealistische weibliche Halbfigur vor minimalistischer Landschaft
Los 6923

Nachverkaufspreis
3.500€ (US$ 4,023)

Details

Los merken

Surrealistische weibliche Halbfigur vor minimalistischer Landschaft
Bleistift, partiell leicht gewischt, auf bräunlichem Velin. Ende 1940er Jahre.
62,8 x 40 cm.
Verso mit dem Nachlaßstempel von Ernst Fuchs.

Wie in Trance richtet die Frau ihren starren Blick ins Leere. Aus der kugelförmigen Basis wächst ihr armloser Torso empor, der ausgeprägte, detailliert ausgearbeitete Kopf trägt die Züge Maria Lassnigs, die damals zusammen mit Rainer im Atelier von Ernst Fuchs lebte. Hinter der Figur erscheinen am Himmel und in der weiten Ebene verschlüsselte, reduzierte Wesenheiten oder Formen. Es entsteht die Impression einer öden, ortlosen Welt, deren Räumlichkeit lediglich angedeutet ist. Schatten fehlen vollständig, ein omnipräsentes Licht erfüllt die Szenerie, in der die Wesen schwerelos zu schweben scheinen, wie an einem außerirdischen Traumort. Verso Fragment einer weiteren Komposition, wohl Akt.

Ausstellung: Ernst Fuchs und Arnulf Rainer. "Mein Atelier ist verwaist". Gerettete Werke aus der Haasgasse 10, Ernst Fuchs Museum, Wien 2025, Kat.-Nr. 44 (ohne Abb.)

Lot 6925, Auction  127, Rainer, Arnulf, Dekadentes Zuckerbuberl

Rainer, Arnulf
Dekadentes Zuckerbuberl
Los 6925

Nachverkaufspreis
3.000€ (US$ 3,448)

Details

Los merken

"Dekadentes Zuckerbuberl"
Bleistift, collagiert und stellenweise leicht gewischt, auf bräunlichem Velin. Ende 1940er Jahre.
43 x 31,2 cm.
Unten rechts mit Bleistift betitelt, verso oben rechts mit Bleistift von Ernst Fuchs bestätigt "A. Rainer / Besitz / E. Fuchs" sowie mit dem Nachlaßstempel von Ernst Fuchs.

Das Zuckerbuberl wirkt wie ein Gegenbild zu Rainer, der sich schon früh als enfant terrible der österreichischen Kunstszene profilierte. Dicht und vielfach einander verstärkend liegen die Konturlinien neben- und übereinander, werden immer weiter überarbeitet und verwandeln sich schließlich in tiefe, speckig glänzende Schwärze. Das stilisierte Brustbild mit den übergroßen Augen in der für Rainers frühe figurative Darstellungen charakteristischen dreieckigen Gesichtsform erscheint nicht als die individuelle Darstellung einer Physiognomie, sondern als ein exemplarisches Menschengesicht oder inneres Bild mit pointiertem Titel.


Ausstellung: Ernst Fuchs und Arnulf Rainer. "Mein Atelier ist verwaist". Gerettete Werke aus der Haasgasse 10, Ernst Fuchs Museum, Wien 2025, Kat.-Nr. 48, Abb. S. 37

Lot 6927, Auction  127, Rainer, Arnulf, Damenbildnis, Brustbild mit Halskette und Kreuz

Rainer, Arnulf
Damenbildnis, Brustbild mit Halskette und Kreuz
Los 6927

Nachverkaufspreis
4.000€ (US$ 4,598)

Details

Los merken

Damenbildnis, Brustbild mit Halskette und Kreuz
Bleistift, teils gewischt, auf Velin. Ende 1940er Jahre.
13,8-16,6 x 11,5-12,5 cm.
Verso oben rechts mit Bleistift von Ernst Fuchs bestätigt "Arnulf Rainer / im Besitz Ernst / Fuchs" sowie mit dem Nachlaßstempel von Ernst Fuchs.

Expressive, dicht komponierte Auseinandersetzung mit der mimischen Erscheinung. Vermutlich inspirierte Rainer seine Gefährtin Maria Lassnig zu dem Damenbildnis mit intensiver Ausstrahlung und rätselhafter Symbolik. Die stilisierten Gesichtszüge der leicht nach links gewandten Frau modelliert Rainer mit dichten Schraffuren und Wischungen plastisch durch, um das helle Antlitz herum ballen sich Dunkelheiten. Aus deren kurvendem, kreisend sich verdichtendem Liniengewirr blitzen symbolhafte Kürzel und wolkige ornamentale Formen hervor, die ein breites Feld für Deutung und Assoziationen öffnen.

Ausstellung: Ernst Fuchs und Arnulf Rainer. "Mein Atelier ist verwaist". Gerettete Werke aus der Haasgasse 10, Ernst Fuchs Museum, Wien 2025, Kat.-Nr. 51, Abb. S. 17

Lot 6930, Auction  127, Rainer, Arnulf, Dorfansicht, Straßenflucht

Rainer, Arnulf
Dorfansicht, Straßenflucht
Los 6930

Nachverkaufspreis
2.000€ (US$ 2,299)

Details

Los merken

Dorfansicht, Straßenflucht
Bleistift, partiell leicht gewischt, auf dünnem bräunlichen Velin. Ende 1940er Jahre.
21,3 x 28 cm.
Verso oben rechts mit dem Nachlaßstempel von Ernst Fuchs.

Ausgestorben steht das Dorf, die Häuser intakt, aber unzugänglich, die Bäume amputiert und vollständig ihrer Kronen beraubt. Erratisch verteilt liegen Brocken am Straßenrand, wohl Steine wie kleine Findlinge von abgerundeter, fast elliptischer Form. Das Alltägliche erscheint verändert, in seiner Präsenz verschoben und relativiert. Auch in dieser kleinen, frühen Zeichnung Arnulf Rainers steckt "der Ursatz seines Lebens: dem Vorgefundenen nicht gehorchen." (Christian Rainer, Er hatte seine eigene Temperatur, in: Die Zeit. Nr. 01/2026, zeit.de, Zugriff 23.12.2025).

Ausstellung: Ernst Fuchs und Arnulf Rainer. "Mein Atelier ist verwaist". Gerettete Werke aus der Haasgasse 10, Ernst Fuchs Museum, Wien 2025, Kat.-Nr. 33 (ohne Abb.)

Lot 6934, Auction  127, Rainer, Arnulf, Der Versuch, zu fliegen/flüchten - Schwebender über Kirchturm

Rainer, Arnulf
Der Versuch, zu fliegen/flüchten - Schwebender über Kirchturm
Los 6934

Nachverkaufspreis
4.000€ (US$ 4,598)

Details

Los merken

Der Versuch, zu fliegen/flüchten - Schwebender über Kirchturm
Bleistift auf bräunlichem Velin. Ende 1940er Jahre.
30,5 x 22,5 cm.
Verso oben rechts mit Bleistift von Ernst Fuchs bestätigt "A. Rainer, Besitz E. Fuchs" sowie mit dem Nachlaßstempel von Ernst Fuchs.

Die Kette ist gesprengt, ein Rest hängt noch am befreiten Fuß, während der andere Fuß abwehrend dem Betrachter engegengestreckt ist. Die an einem Schirm in den Himmel emporschwebende Figur erscheint in ihrer verzerrten Körperlichkeit kaum unterscheidbar von den charakteristischen, kompakt-massigen Wolken, die sie umgeben. In krasser perspektivischer Verkürzung und kräftigen Konturen, jeweils mit daranhängenden Schattenlinien, entwickelt Rainer die surreale Szenerie. Der Prozess des Zeichnens dient dem Künstler als Mittel und Weg des Bewusstwerdens, es mischen sich Sinnliches und Unbewusstes in diener halluzinativen Vision. Im Jahr 1948 fand Rainer in Bretons Zweitem Surrealistischen Manifest von 1930 seine eigenen Absichten und Nöte bestätigt in der Aussage, dass der Surrealismus "nichts so sehr anstrebe, als vom Intellektuellen und Moralischen her eine Krise des Bewusstseins allgemeinster Art hervorzurufen" (vgl. Wielend Schmied, Hundertwasser und Rainer, in: Arnulf Rainer. Retrospektive 1950-1977, Ausst.-Kat. Kestner-Gesellschaft, Hannover 1977, S. 39).

Ausstellung: Ernst Fuchs und Arnulf Rainer. "Mein Atelier ist verwaist". Gerettete Werke aus der Haasgasse 10, Ernst Fuchs Museum, Wien 2025, Kat.-Nr. 54, Abb. S. 34

Rainer, Arnulf
Fröhliche Kindheit (Mädchen mit Leiterwagen)
Los 6935

Nachverkaufspreis
3.500€ (US$ 4,023)

Details

Los merken

"Fröhliche Kindheit" (Mädchen mit Leiterwagen)
Bleistift auf dünnem bräunlichen Japan. Ende 1940er Jahre.
32,8 x 21 cm.
Unten rechts mit Bleistift betitelt, verso oben rechts mit Bleistift von Ernst Fuchs bestätigt "A. Rainer / Besitz / E. Fuchs" sowie mit dem Nachlaßstempel von Ernst Fuchs.

Eine rätselhafte Mädchenfigur: Perspektivische und anatomische Verzerrungen lösen ebenso wie das Motiv und der Titel Irritation und Verwunderung aus, zugleich bezaubert die fragile Anmut der Gestalt. Experimentierend führt Rainer den Bleistift in suchenden Linien über das Papier und erfasst den Mädchenkörper sensibel, auf eine existenziell berührende Weise. Er lässt transparente Pfützenformen, die leere Flasche und einen verlorenen Ball neben den Füßen und dem schwingenden Rock des Mädchens schweben, während kompakte Flugkörperchen wie Schmetterlinge vor ihrem Gesicht im leeren Raum flattern. Verso gestrichene Fragmente weiterer Bleistiftzeichnungen Rainers.

Ausstellung: Ernst Fuchs und Arnulf Rainer. "Mein Atelier ist verwaist". Gerettete Werke aus der Haasgasse 10, Ernst Fuchs Museum, Wien 2025, Kat.-Nr. 10 (ohne Abb.)

Lot 6937, Auction  127, Rainer, Arnulf, Dorfansicht mit Eisenbahn

Rainer, Arnulf
Dorfansicht mit Eisenbahn
Los 6937

Nachverkaufspreis
2.500€ (US$ 2,874)

Details

Los merken

Dorfansicht mit Eisenbahn
Bleistift auf dünnem bräunlichen Velin. Ende 1940er Jahre.
22 x 31,7 cm.
Unten rechts mit Bleistift (schwer lesbar, gestrichen) betitelt, verso oben rechts mit dem Nachlaßstempel von Ernst Fuchs.

Die Reise ist hier zu Ende. Der Lokführer sitzt auf der Wiese, eine Weiterfahrt ist unmöglich, denn die Schienen enden, ein Prellbock und zudem noch ein Bretterzaun blockieren den Weg der spielzeughaft wirkenden kleinen Eisenbahn. Vielfach umfährt Rainer die Konturen, verdichtet sie zu einem tiefen Schwarz und erhöht damit die Kontrastwirkung. Charakteristische Strichbündel, Zonen wirrer Verknotungen und Verdickungen formen sich zu kaum deutbaren Gegenständen und durchbrechen mit ihrer impulsiven Vehemenz und Undurchschaubarkeit die nur auf den ersten Blick naiv-kindliche Erscheinung der Zeichnung.

Ausstellung: Ernst Fuchs und Arnulf Rainer. "Mein Atelier ist verwaist". Gerettete Werke aus der Haasgasse 10, Ernst Fuchs Museum, Wien 2025, Kat.-Nr. 10 (ohne Abb.)

Lot 6938, Auction  127, Rainer, Arnulf, Zirkus

Rainer, Arnulf
Zirkus
Los 6938

Nachverkaufspreis
2.500€ (US$ 2,874)

Details

Los merken

Zirkus
Bleistift, partiell leicht gewischt, auf dünnem bräunlichen Velin, auf blauen Karton montiert. Ende 1940er Jahre.
17 x 25 cm.
Verso auf dem Karton mit dem Nachlaßstempel von Ernst Fuchs.

Zu einem dichten Zirkuskonglomerat zusammengeschoben sind Zelte, Wohnwagen, ein Karussell und einige menschliche Gestalten. Mit ihren mumienhaft abgekapselten, runden Körperkonturen korrespondieren diese Figuren mit den ganz ähnlich geformten, am Himmel flottierenden Wolkengebilden. Mehrfach neben- und übereinanderliegende Linien des dicken Bleistifts konturieren die Bildgegenstände, verweigern dabei aber jede Dreidimensionalität. So bleiben die Gegenstände leere Hüllen, irreal und zeichenhaft. Das Gestaltungsprinzip der Zentralisation, angeregt von den Automatismen der surrealistischen Zeichnung und in den frühen 1950er Jahren in Rainers Schaffen zu beobachten, findet hier gewissermaßen ein frühes, gegenständliches Äquivalent.

Ausstellung: Ernst Fuchs und Arnulf Rainer. "Mein Atelier ist verwaist". Gerettete Werke aus der Haasgasse 10, Ernst Fuchs Museum, Wien 2025, Kat.-Nr. 32 (ohne Abb.)

Lot 6940, Auction  127, Rainer, Arnulf, Vom Winde verweht - Mädchen horizontal sich an Baum klammernd

Rainer, Arnulf
Vom Winde verweht - Mädchen horizontal sich an Baum klammernd
Los 6940

Nachverkaufspreis
3.500€ (US$ 4,023)

Details

Los merken

Vom Winde verweht - Mädchen horizontal sich an Baum klammernd
Bleistift und Farbstift in Blau auf dünnem bräunlichen Velin. Ende 1940er Jahre.
Ca. 35,5 x 22-25 cm.
Verso unten rechts mit Bleistift von Ernst Fuchs bestätigt "A. Rainer, Besitz / E. Fuchs" sowie mit dem Nachlaßstempel von Ernst Fuchs.

Ein Flugobjekt durchquert den Himmel, ellipsoid und doch unbestimmt in den Konturen, von tiefer Dunkelheit wie alle Bildgegenstände. Da wehen zwei Figuren an den kümmerlichen Stachelbäumen, merkwürdigerweise in entgegengesetzten Richtungen, und eine Amphore sendet Lavabrocken oder Ähnliches in die Luft. Die rätselhaft-phantastische Komposition Rainers lässt mit ihrem breiten Assoziationsfeld und den über die Komposition verteilten symbolischen Bildelementen eine endgültige Deutung offen. Die Geschichte der Zeichnung, ihr Überdauern zwischen Zeichentisch, Atelierboden, Papierkorb und Schublade, ist in den Flecken und Knickfalten, der fehlenden Ecke und den Knitterspuren sichtbar und fühlbar. Darin spiegelt sich zudem das immerwährende Ungenügen Rainers, seine verzweifelte Unzufriedenheit mit seinen bildnerischen Schöpfungen, denn da er die Übermalung noch nicht für sich entdeckt hatte, blieb ihm im Fall der Gruppe surrealistischer Zeichnungen nur das Entsorgen als Methode der Auslöschung. Verso eine Bleistiftstudie des Künstlers, "Sitzende Frau".

Ausstellung: Ernst Fuchs und Arnulf Rainer. "Mein Atelier ist verwaist". Gerettete Werke aus der Haasgasse 10, Ernst Fuchs Museum, Wien 2025, Kat.-Nr. 47, Abb. S. 25

Rainer, Arnulf
Landschaft mit Schornsteinen / Wolken über Anhöhe
Los 6941

Nachverkaufspreis
2.500€ (US$ 2,874)

Details

Los merken

Landschaft mit Schornsteinen / Wolken über Anhöhe
2 Zeichnungen, recto/verso. Bleistift auf bräunlichem Velin. Ende 1940er Jahre.
31,9 x 45,4 cm.
Verso oben rechts mit dem Nachlaßstempel von Ernst Fuchs.

Zwei Kompositionen, Landschaften mit verzerrten Bäumen und bedrohlich dichten, kompakten Wolkenbrocken über der zu Hügeln aufgewölbten Erde. Die menschenleeren Szenerien spiegeln eher innere als äußere Welten, sind von durchscheinender Helle und fast ohne substantielle Bildtiefe. "Ideengeschichtlich sind die Arbeiten vom Existenzialismus geprägt, der Stimmung der Nachkriegszeit im Westen, die in Österreich über Kafka, Trakl und Kubin, nur beiläufig aber über Sartre, rezipiert wurde. Ästhetisch kommen diese unglaublich starken Bilder von jener Verbindung surrealistischer und fantastischer Ansätze, die sich in breiten Teilen der österreichischen Kunst der 'Stunde null' wiederfindet. (…) Ein erstes Paradox dieses frühen, post-surrealistischen Werks von Arnulf Rainer (und Maria Lassnig) besteht darin, dass es, von heute aus betrachtet, fast nur museumsreife Arbeiten aufweist. Rainers Teil dieses parallelen Schaffens, das er ab 1972 in der Gemeinschaftsproduktion mit Dieter Roth wiederholte, wurde erst spät ausgestellt, da der Künstler die meisten Arbeiten verbrannt, zerrissen und in den Papierkorb gesteckt hatte. Zum Glück lebte er bei seinem Wien-Aufenthalt ab 1948/49 in Untermiete bei Ernst Fuchs, der sie aus dem Papierkorb holte und sammelte." (Robert Fleck, Arnulf Rainer und seine Dynamik 1945 bis 1960, in: Maria Lassnig - Arnulf Rainer. Das Frühwerk, Ausst.-Kat. Lentos Kunstmuseum, Linz 2019, S. 70).

Ausstellung: Ernst Fuchs und Arnulf Rainer. "Mein Atelier ist verwaist". Gerettete Werke aus der Haasgasse 10, Ernst Fuchs Museum, Wien 2025, Kat.-Nr. 46 (ohne Abb.)

Lot 6942, Auction  127, Rainer, Arnulf, Liegender Halbakt, Tisch, Industrielandschaft (Hommage an Mantegna?)

Rainer, Arnulf
Liegender Halbakt, Tisch, Industrielandschaft (Hommage an Mantegna?)
Los 6942

Nachverkaufspreis
4.000€ (US$ 4,598)

Details

Los merken

Liegender Halbakt, Tisch, Industrielandschaft (Hommage an Mantegna?)
Bleistift auf bräunlichem Velin. Ende 1940er Jahre.
34,3 x 24,4 cm.
Verso oben rechts mit Bleistift von Ernst Fuchs bestätigt "A. Rainer, Besitz / Ernst Fuchs".

Rabiat legt Rainer den Akt auf eine blanke Tischplatte inmitten der gespenstisch kargen Industrielandschaft, dazu rätselhaftes Beiwerk wie Schrank, Blatt und eine Art Szepter. Die außergewöhnliche perspektivische Verkürzung des liegenden Aktes erinnert an Andrea del Castagnos Trinitätsfresko bzw. Mantegnas Beweinung Christi, auch wenn der Blick bei Rainer auf den Kopf statt auf die Füße gerichtet ist und er die Proportionen irritierend verzerrt. In speckig glänzender Schwärze liegen die dicken, vehement geführten Bleistiftkonturen auf dem Papier und hinterlassen auf der Rückseite Druckspuren. „Obsessiv und nahezu autistisch zeichnend - das Fett des Bleistifts bestimmt die Papierarbeiten des Frühwerks -, fand er gleichwohl Anschluss an den kleinen Kreis von Literaten und bildenden Künstlern, die ebenso tastend nach der neuen Kunst für eine neue Zeit suchten.“ (Robert Fleck, in: Maria Lassnig - Arnulf Rainer. Das Frühwerk, Ausst.-Kat. Lentos Kunstmuseum, Linz 2019, S. 69).

Ausstellung: Ernst Fuchs und Arnulf Rainer. "Mein Atelier ist verwaist". Gerettete Werke aus der Haasgasse 10, Ernst Fuchs Museum, Wien 2025, Kat.-Nr. 36, Abb. S. 27

Lot 6944, Auction  127, Rainer, Arnulf, Gefällte Bäume

Rainer, Arnulf
Gefällte Bäume
Los 6944

Nachverkaufspreis
2.000€ (US$ 2,299)

Details

Los merken

Gefällte Bäume
Bleistift, partiell leicht gewischt, auf dünnem bräunlichen Velin. Ende 1940er Jahre.
25,7 x 23,5 cm.
Verso oben rechts mit dem Nachlaßstempel von Ernst Fuchs.

Ein verlassenes Trümmerfeld. Die Spuren menschlichen Wirkens zeigen sich in diesem Bild der Verwüstung, nicht jedoch menschliche Präsenz. Mit beinahe grober Gewalt, jede Linie noch mehrfach verstärkend und verdichtend, bringt Rainer die kantigen, tiefdunklen Konturen aufs Papier, verzichtet dabei aber völlig auf Binnenstrukturen und abstrahiert die Gegenstände. Große, grobe, leere Formen füllen das Bild wie Bauklötze, die hingeworfenen Spielzeuge eines Riesenkindes.


Ausstellung: Ernst Fuchs und Arnulf Rainer. "Mein Atelier ist verwaist". Gerettete Werke aus der Haasgasse 10, Ernst Fuchs Museum, Wien 2025, Kat.-Nr. 59 (ohne Abb.)

Lot 6945, Auction  127, Rainer, Arnulf, Kahlschlag

Rainer, Arnulf
Kahlschlag
Los 6945

Nachverkaufspreis
2.500€ (US$ 2,874)

Details

Los merken

Kahlschlag
Bleistift auf bräunlichem Velin. Ende 1940er Jahre.
39,5 x 26,5 cm.
Verso oben rechts mit Bleistift von Ernst Fuchs bestätigt "A. Rainer / Besitz E. Fuchs" sowie mit dem Nachlaßstempel von Ernst Fuchs.

Menschenleer ist die Landschaft, nicht sichtbar der Verursacher des Kahlschlags. Massiv und dunkel hängen Wolken, Vögel oder andere Rainer'sche Schwebekörper und Himmelserscheinungen statisch in der Luft, von gleicher Kompaktheit und dichten Materialität wie das Bergmassiv und die toten Bäume. In den Binnenstrukturen finden sich hingegen variierte spielerisch-ornamentale Ausgestaltungen. Zwar verankern kurze Schatten die liegenden Stämme am Untergrund, doch scheint die im Bildzentrum zusammengedrängte Landschaft als Ganzes haltlos in der hellen Bildfläche zu schweben. Darin verteilen sich kleinere organische Strukturen und Wesenheiten, insekten- oder amöbenhafte Formen, und lassen an die bald darauf in Rainers Zeichnungen zu findenden Infusorien denken. Verso eine Landschaftsskizze des Künstlers.

Ausstellung: Ernst Fuchs und Arnulf Rainer. "Mein Atelier ist verwaist". Gerettete Werke aus der Haasgasse 10, Ernst Fuchs Museum, Wien 2025, Kat.-Nr. 13 (ohne Abb.)

[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.

* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.


Galerie Bassenge
Erdener Str. 5A
14193 Berlin

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag, 10–18 Uhr,
Freitag, 10–16 Uhr

Telefon: +49 30 8938029-0
Fax: +49 30 8918025
E-Mail: info (at) bassenge.com

Impressum
Datenschutzerklärung
© 2026 Galerie Gerda Bassenge


Galerie Bassenge
Erdener Str. 5A
14193 Berlin

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag, 10–18 Uhr,
Freitag, 10–16 Uhr

Telefon: +49 30 8938029-0
Fax: +49 30 8918025
E-Mail: info (at) bassenge.com

Impressum
Datenschutzerklärung
© 2026 Galerie Gerda Bassenge