Die Auferstehung Christi. Holzschnitt. 22,7 x 17,9 cm. 1512. B. 47, Mielke (New Hollstein) w.49. Wz. undeutlich.
Ausgezeichneter Druck mit feinem Rändchen um die Einfassungslinie. Das Papier schwach gebräunt, horizontale Mittelfalte verso, diese rechts mit winziger Ausbesserung, die Einfassung punktuell ergänzt, ein geschlossenes Löchlein mit Retuschen unten rechts in den Strahlen der Laterne, unmerkliche Federeinzeichnungen in der Ecke oben links, weitere Gebrauchsspuren, sonst in schöner Erhaltung.
Angolo, Giovanni Battista d'
Das Grabmal eines Bischofs
Los 5004
Nachverkaufspreis
900€ (US$ 1,034)
Das Grabmal eines Bischofs. Radierung. 35,1 x 25 cm. B. XVI, S. 184, 13, Meyers Allgem. Künstler-Lexikon 21.
Battista del Moros druckgraphisches Werk ist stilistisch sehr uneinheitlich und vielfältig, was eine genaue Eingrenzung seines Œuvres wesentlich erschwert. Gleichwohl ergibt sich eine gewisse Chronologie aus der Tatsache, dass die frühen Arbeiten meist in einer schematischen, zuweilen etwas trocken wirkenden Grabsticheltechnik ausgeführt sind, während der Künstler sich im Spätwerk vorwiegend der Radierung zuwandte. Es sind spontan und leicht behandelte Blätter, die einen typisch venezianischen Sinn für atmosphärische Wirkung besitzen. Die Komposition der seltenen Radierung wurde in der Vergangenheit mit Parmigianino in Verbindung gebracht, jedoch gilt diese Annahme keineswegs als gesichert. Die Gestalt des lässig ruhenden Bischofs, der das Gewicht seines Körpers auf dem linken Ellbogen abstützt, ist sehr flüssig und weich behandelt und ähnelt keineswegs einer aus Stein gehauenen Figur, eine Beobachtung, die sich ebenso für die beiden trauernden Cherubine, die ihn flankieren, machen lässt. Ausgezeichneter, toniger Druck mit feinem Rändchen um die Plattenkante. Geringfügige Altersspuren, leicht angestaubt, sonst gutes Exemplar. Aus der Sammlung Franz Jozef von Enzenberg (Lugt 845).
Angolo, Giovanni Battista d'
Weite Landschaft mit der Geschichte von Diana und Acteon
Los 5005
Nachverkaufspreis
2.000€ (US$ 2,299)
zugeschrieben. Weite Landschaft mit der Geschichte von Diana und Aktaion. Radierung. 18,2 x 26,8 cm. Um 1561-1575. Kat. Le Beau Style. Gravures Maniéristes de la Collection Georg Baselitz, hrsg. v. Nathalie Strasser et al., Genf 2002, Nr. 222, 95. Wz. Pilger im Kreis.
Ehemals Angelo Falconetto zugeschrieben. In Rom gibt es eine Radierung mit dem Monogramm Giovanni Battistas, die in ihrer Landschaftsauffassung und dem Duktus unserem Blatt vergleichbar ist, sodass auch unser Blatt Angelo del Moro zugeschrieben wurde (vgl. Dillon 1980, S. 264 XI, 12). Prachtvoller, herrlich markanter Druck mit gleichmäßig feinem Rändchen um die teils gratig zeichnende Plattenkante. Zarte geglättete Mittelfalte, dort oben geschlossener Randeinriss mit dezenter Ausbesserung, unten weiterer geschlossener Randeinriss, unbedeutend fleckig, unten rechts im weißen Rändchen kurze Quetschspur, Spuren einer vertikalen Knickspur nahe des Turms oben links, entlang der äußeren Ränder auf ein Untersatzpapier mit Wasserzeichen "Stadttor" montiert, sonst sehr schön und original erhalten.
Der Geizige in seinem Unglück. Kupferstich. 7,9 x 5,1 cm. B. 38, Pauli 41, Hollstein 41 IV (von V), Röver-Kann (New Hollstein) 42 IV.
Prachtvoller, klarer Druck meist an die Darstellung geschnitten, unten Spuren eines Rändchens. Unbedeutende Altersspuren, umlaufend sehr sorgsam angerändert, vereinzelt sehr versierte und feine Federretuschen in der äußersten Darstellung und unauffällig ausgebesserte Randläsuren, weitere meist punktuelle Ausbesserungen, kleine Montierungsreste in allen vier Ecken, im Gesamteindruck sehr schön. Selten.
Beham, Sebald
Vase mit zwei Genien ud zwei Delfinen
Los 5015
Nachverkaufspreis
350€ (US$ 402)
Vase mit zwei Genien und zwei Delfinen. Kupferstich. 5,1 x 3,2 cm. B. 243, Pauli 252, Hollstein 252, Röver-Kann (New Hollstein) 247.
Ganz ausgezeichneter, klarer Druck mit schmalem Rändchen um die teils distinkt und gratig zeichnende Plattenkante. Kleine Montierungsreste verso, schwach berieben, schwache geglättete Diagonalspur verso sowie kleine Bleistiftannotationen ebenda, sonst vollkommen und sehr schön erhalten. Beigegeben von demselben der Kupferstich "Kapitell und Basis einer Säule, IV" (NH 257, I von II). Aus der Sammlung Katrin und Ulrich Schulz (nicht bei Lugt).
Beham, Sebald
Die Heilige Familie unter dem Zelt
Los 5016
Nachverkaufspreis
900€ (US$ 1,034)
Die Hl. Familie unter dem Zelt. Holzschnitt. 12,6 x 8,5 cm. B. 121, Pauli 890, Hollstein 890, Röver-Kann (New Hollstein) 333.
Ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck mit feinem Rändchen. Vorzüglich erhalten. Aus der Sammlung Ambroise Firmin-Didot (Lugt 119).
Die Kuhtränke. Radierung. 27,8 x 37,4 cm. 1680. B. 1, Dutuit 1, Hollstein 1 III (von V). Wz. Traube.
Die eindrucksvolle, großformatige Radierung aus dem Jahre 1680 gilt als das Hauptblatt des graphischen Schaffens Berchems und gehört dem Spätwerk an. Im Gegensatz zu den Radierungen der Frühzeit, die von einem filigranen, atmosphärischen Radierduktus gekennzeichnet sind, dominieren hier starke Helldunkelkontraste und schwungvolle, kalligraphische Umrisse. Die alltägliche, pastorale Szene erhält eine monumentale Grandeur. Vor den späteren Abzügen mit der Adresse von Leon Schenck. Prachtvoller, gegensatzreicher Druck mit gleichmäßigem Rändchen. Minimale Altersspuren, sonst vorzüglich erhalten.
Berendrecht, Johannes Pietersz.
Bildnis Hendrick Goltzius
Los 5020
Nachverkaufspreis
700€ (US$ 805)
Bildnis des Hendrick Goltzius im Oval, in einer reichen allegorischen Umrahmung. Radierung und Grabstichel nach Jacob Matham. 20,1 x 17,4 cm. "Johannes P. Berendrecht excudit". 1617. Leesberg (New Hollstein, Goltzius) 750a.
Dieses nur in wenigen Exemplaren von Johannes Pietersz. Berendrecht verlegte Bildnis des Hendrick Goltzius steht in engem Zusammenhang mit dem ebenfalls 1617 erschienenen Kupferstichporträt von der Hand Jacob Mathams (B. 22). Dieses, weitaus größer, diente zweifellos als Prototyp, da auf unserem Blatt Goltzius im Gegensinn zu der Urfassung Mathams dargestellt ist. Im Unterschied zu der genannten Version wurde das Bildnis mit einer neuen allegorischen Umrahmung versehen. Beide Blätter entstanden im Todesjahr von Goltzius und hatten zweifellos eine kommemorative Funktion. Ganz ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck mit teils sehr feinem Rändchen um die Einfassungslinie, oben links knapp, links partiell mit der Plattenkante. Winziges Braunfleckchen auf der Schulter von Goltzius, rechts oben kleine Fehlstelle im Rand, verso geglättete Mittelfalte, schwach stockfleckig, sonst sehr gut erhalten. Aus der Sammlungen John Chaloner Smith (Lugt 2295bis), dem bedeutenden Sammler und Verfasser zu Britischen Schabkunst-Portraits, sowie Vicenç Furio (Lugt 6264).
Die zwölf Monate. 12 (von 13) Kupferstiche nach Abraham Bloemaert. Je ca. 12,9 x 16,6 cm. Hollstein 249-261 II. Wz. Sieben Provinzen, Nebenmarke Buchstaben VA.
Die bis auf das Titelblatt komplette Serie in ganz ausgezeichneten, gegensatzreichen Drucken mit zartem Plattenton und Rändchen um die gut sichtbaren Plattenkanten, nur Juli und August knapp innerhalb geschnitten. Minimal angestaubt, lediglich vereinzelte Gebrauchsspuren, Juli mit geschlossenem Löchlein rechts, sonst in vorzüglicher und einheitlicher Erhaltung.
Beweinung. Kupferstich nach Raffael. 33,7 x 24,5 cm. B. XV, S. 126, 60, Massari 225, TIB .060 S1 (von S2).
Vor der Nummer und den Heiligenscheinen. Ganz ausgezeichneter, warmtoniger Druck mit sehr feinem Rändchen um die Einfassungslinie, die Plattenkante unten sowie rechts sichtbar. Minimal angestaubt und leicht altersspurig, in der Signatur wohl kleine Ausbesserung, der Künstlername recto wie auch verso mit zarter Feder ergänzt, schwache geglättete horizontale Mittelfalte, unten rechts winzige Federnummerierung, kleine Montierungsreste verso, sonst sehr schön erhalten. Selten.
nach. Der Genius der Künste. Kupferstich. 22 x 17,3 cm. Wohl unbeschrieben.
Qualitätvolle Arbeit eines anonymen italienischen Kupferstechers des 17. Jahrhunderts nach einer Invention des emilianischen Malers Carlo Bononi. Auf kunstvolle Weise sind die unterschiedlichen Attribute der Künste, Musik und Wissenschaften zu einer visuell wirksamen Komposition miteinander verknüpft. Ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck mit Rand. Minimale Gebrauchsspuren, sonst sehr gut erhalten.
Carracci, Annibale
Der hl. Franziskus, getröstet von einem musizierenden Engel.
Los 5046
Nachverkaufspreis
600€ (US$ 690)
Der hl. Franziskus, getröstet von einem musizierenden Engel. Kupferstich nach Francesco Vanni. 31 x 23,7 cm. 1595. B. 67, Bohlin 204 I (von II), TIB (Commentary) .193 S1 (von S3). Wz. Christusmonogramm IHS.
Vor der Adresse Paluzzis. Ganz ausgezeichneter, harmonischer Druck mit Rändchen um die Einfassungslinie und den Schriftrand unten. Nur leicht angestaubt, unten links schwache Nummerierung, sonst tadellos.
Carracci, Annibale - nach
Christus und die Samariterin
Los 5047
Nachverkaufspreis
500€ (US$ 575)
nach. Christus und die Samariterin. Radierung von Francesco Brizio. 29,2 x 41,2 cm. 1610. B. (Annibale Carracci) 7, B. (Reni) 52, TIB (Annibale Carracci) .031; TIB (Guido Reni, Rejected works) .0039xx; TIB (Francesco Brizio, Commentary) .048 S4. Wz. Pilger im Kreis mit sechszackigem Stern darüber.
Bartsch und Bellori haben den Kupferstich Reni zugeschrieben, welcher ihnen zufolge ein Supraportengemälde seines Meisters Carracci im Palazzo Sampieri in Bologna zum Vorbild nahm. Doch die Zuschreibung an Reni war von jeher umstritten, weisen weder Stil noch Linienführung auf Reni hin. Seit Malvasia ordnen mehrere Autoren den Stich Brizio zu, auch in öffentlichen Sammlungen wird diese Zuschreibung weitgehend übernommen. Ganz ausgezeichneter, toniger Druck mit feinen horizontalen Wischspuren, und mit gleichmäßig schmalem Rand um die scharf zeichnende Plattenkante. Nur geringfügig fleckig, vertikale Mittelfalte, dort oben zarte Knitterspur, nur punktuelle und sehr unauffällig ausgebesserte Stellen sonst in sehr schöner und exzellenter Erhaltung.
Castiglione, Giovanni Benedetto
Bärtiger Mann mit Federhut (Porträt des Gian Lorenzo Bernini?)
Los 5049
Nachverkaufspreis
1.200€ (US$ 1,379)
Bärtiger Mann mit Federhut (Porträt des Gian Lorenzo Bernini?). Radierung. 19,2 x 13,9 cm. B. 31, Bellini 8, TIB (Commentary) .031 S3.
Die Frage nach der Identität des Dargestellten wurde in der Literatur unterschiedlich beantwortet - während Bartsch, Nagler und Le Blanc darin ein Selbstporträt Castigliones sahen, halten Marcenaro und Bellini es für ein Porträt Gian Lorenzo Berninis und datieren es auf das Ende der 1640er Jahre, etwa um die Entstehung der Folge der "Großen Orientalenköpfe". Unverkennbar ist der Einfluss von Rembrandts Selbstbildnissen. Ganz ausgezeichneter, kräftiger und dabei nuancierter Druck mit feinem Rändchen um die Facette. Minimale Gebrauchsspuren, dünn hinterlegt, verso schwach angeschmutzt, im Gesamteindruck sehr schön.
Castiglione, Giovanni Benedetto
Bärtiger Alter mit Kappe, nach vorne gebeugt
Los 5050
Nachverkaufspreis
1.200€ (US$ 1,379)
Bärtiger Alter mit Kappe, nach vorne gebeugt, rechtsgewandt. Radierung. 18,2 x 15 cm. B. 50, Bellini 43, TIB (Commentary) .050 S2.
Ganz ausgezeichneter, fein zeichnender Druck mit schmalem Rändchen um die Plattenkante. Verso vereinzelte Montierungsreste, sonst sehr gutes Exemplar.
Cort, Cornelis
Der Disput der Kirchenväter über das heilige Sakrament
Los 5053
Nachverkaufspreis
900€ (US$ 1,034)
Der Disput der Kirchenväter über das heilige Sakrament. Kupferstich nach Federico Zuccaro. 50 x 31,7 cm. 1575. Hollstein 112, Sellink (New Hollstein) 101 I (von IV). Wz. Kreis (undeutlich).
Die ikonographisch und kompositorisch höchst reichhaltige Darstellung im ersten Druckzustand vor den Änderungen der Adresse. Prachtvoller, die kräftige Formgebung hervorragend zum Ausdruck bringender Druck mit der Einfassungslinie sowie mit dem vollen Schriftrand. Minimale Altersspuren, unten rechts Federnummerierung, mittig zarte vertikale Quetschfältchen vom Druck, sonst vorzüglich erhalten.
Szenen aus dem Leben Johannes des Täufers. 13 (von 14) Kupferstiche nach Andrea del Sarto und Franciabigio. Je ca. 30 x 34 cm. 1617. Le Blanc 8-20, Hollstein 31-43. Wz. u.a. Schild mit F auf Dreiberg und Pilger im Kreis mit sechszackigem Stern.
Die bis auf das Titelblatt vollständige Folge nach den Fresken del Sartos und Franciabigios in Florenz. Ganz ausgezeichnete bis prachtvolle und klare Drucke, auf die Darstellungen geschnitten, mit dem Schriftrand. Geringfügige Fleckchen, geglättete vertikale Mittelfalten, minimale Quetschfältchen, vereinzelte kleine Randausrisse partiell hinterlegt, kleine Montierungs- und Klebereste verso, weitere geringe Gebrauchsspuren, sonst sehr schön.
um 1500. Die Messe des hl. Gregor. Kupferstich. 9,8 x 7,1 cm. Willshire (A descriptive catalogue of early prints in the British Museum. German and Flemish Schools) II.G.93.
Früher Kupferstich in einem ausgezeichneten, tonigen, wohl späteren Abzug mit feinem Rändchen um die Facette. Geringfügig fleckig, links zwei geschlossene Randeinrisse, oben dünne Stellen, verso leichte geglättete Knickspur, Montierungsreste verso, nur minimale Gebrauchsspuren, sonst tadellos. Aus der Sammlung des British Museum, London, mit deren Doublettenstempel und dort wohl mit den Initialen des bedeutenden Leiters Campbell Dodgson (Lugt 305 und 302).
Venus und Adonis. Radierung. 21,7 x 15,4 cm. Vor 1680. Andresen 9 II (von III), TIB (Commentary) .017 S1 (von S3), Calabi 18, Baroni 18 II (von III).
Die vorliegende Radierung mit der Abschiedsszene zwischen Venus und Adonis gehört zu den erzählerisch detailreichsten Blättern Diamantinis. Venus, hier als Hirtin gewandet, warnt den Jüngling vor den Gefahren der Jagd, wie in Ovids Metamorphosen berichtet wird. Die abwehrende Geste seiner rechten Hand verrät, dass er ihre Warnung übergehen wird, ein Eber wird ihn anfallen und töten. Aufgrund der Widmung an Giacomo Califo wurde das Blatt auf vor 1680 datiert. Vor der Veränderung der Nummer; Baroni verzeichnet nur zwei Exemplare dieses Druckzustandes in Bergamo und Wien. Ganz ausgezeichneter Abzug mit Rand um die teils mitdruckende Plattenkante. Geringfügige Altersspuren, sonst sehr schönes Exemplar.
Dürer, Albrecht
Titelblatt mit dem Schmerzensmann
Los 5079
Nachverkaufspreis
4.500€ (US$ 5,172)
Titelblatt mit dem Schmerzensmann. Holzschnitt aus der Großen Holzschnittpassion, wie auch die folgenden drei Losnummern. 35,6 x 22,1 cm. (1511). B. 4, Meder 113, lateinische Textausgabe von 1511. Wz. Dreieck mit sechsteiliger Blume (Meder 127).
Das Titelblatt der Folge. Ganz ausgezeichneter Druck mit schmalem Rand um die Darstellung und den Text. Fleckig und angestaubt, schwach lichtrandig, dünne Papierstellen, diese vereinzelt hinterfasert, rechts unten kleiner geschlossener Riss, entlang des linken Randes verso dünner Papierstreifen, sonst schön.
Bildnis Ulrich Varnbülers. Clairobscur-Holzschnitt von drei Blöcken in Ocker, Braun und Schwarz. 43,3 x 32,8 cm. 1522. B. 155, Meder 256 III b. Wz. Kreis mit Mondsichel.
Ganz ausgezeichneter, kräftiger und durchaus klarer Druck teils mit sehr feinem Rändchen um die Einfassung. Vereinzelt ausgebesserte und geschlossene Randschäden und Randeinrisse, diese teils ergänzt bzw. hinterlegt wie oben rechts, die beiden linken Ecken fachmännisch und teilweise großflächig ergänzt, Ausbesserung unterhalb der Hutkrempe links des Dargestellten, geglättete Mittelfalte, dort verso ebenfalls unmerkliche Ausbesserungen, weitere ausgebesserte Erhaltungsmängel, leichte Altersspuren, im Gesamteindruck gleichwohl gut.
Das Männerbad. Holzschnitt. 39,2 x 28,3 cm. Um 1498. B. 128, Meder 266 d (von f). Wz. Augsburger Kelch (Meder 180).
Vor den Wurmlöchern im Schutzdach. Prachtvoller, überwiegend prägnanter Druck an die Einfassung geschnitten, teils mit den Spuren eines weißen Rändchens. Nur sehr schwach fleckig, jeweils zwei winzige Wurmlöchlein oben links sowie im Haar des Mannes rechts vom Flötenspieler, einzelne kleine Randschäden und Randeinrisschen, diese vereinzelt hinterlegt, vereinzelt winzige Fehlstellen in der Einfassung, oben in der rechten Eckenspitze kleine Ausbesserung, die untere rechte Ecke ergänzt und mit feinen Federretuschen, weitere Alters- und Gebrauchsspuren, sonst sehr schön.
Fagiuoli, Girolamo - zugeschrieben
Apoll und Marsyas
Los 5110
Nachverkaufspreis
3.000€ (US$ 3,448)
zugeschrieben. Apoll und Marsyas. Kupferstich. 39,4 x 26,6 cm. Luisa Mortari: Francesco Salviati, Rom 1992, S. 300, Kat. 26, Suzanne Boorsch: "Salviati and Prints: The Question of Girolamo Fagiuoli", in: Francesco Salviati e la bella maniera, Rom 2001, S. 499ff, A. Alberti: L'Indice di Antonio Lafrery, 2009, 143 II, Rubach 159 III. Wz. Kreis (?).
Hermann Voss schrieb die Invention 1912 Francesco Salviati und den Kupferstich mit zwei weiteren Blättern Girolamo Fagiuoli zu. Dabei bezog er sich auf Vasari, der von der Übergabe einiger Zeichnungen durch Salviati an Fagiuoli berichtet, mit dem Auftrag, diese nachzustechen. Suzanne Boorsch verwarf beide Zuschreibungen und nahm als Autor der Vorlage Perino del Vaga an (Boorsch 2001, S. 512f.; zu den älteren Lehrmeinungen s. Mortari, Salviati, 26 und Rubach 159). Ungeachtet der Frage der Zuschreibung beeindruckt das Blatt durch sein manieristisches Pathos und den bestechenden visuellen Reiz der Komposition. Ganz ausgezeichneter Abzug mit delikatem Plattenton und mit breitem Rand um die deutlich zeichnende Plattenkante. Geglättete Mittelfalte, minimale Altersspuren, sonst tadellos.
Falck, Jeremias
Die heilige Jungfrau mit dem Kind und der hl. Anna
Los 5111
Nachverkaufspreis
500€ (US$ 575)
Die heilige Jungfrau mit dem Kind und der hl. Anna. Kupferstich nach Andrea del Sarto. 40 x 29,2 cm. Hollstein 9, Bock 9 I (von II). Wz. Straßburger Lilienwappen mit Anhänger und Nebenmarke.
Vor aller Schrift, aus der Folge "Variarum imaginum a celeberrimis artificibus pictarum Caelaturae" des Cabinet Reynst. Die Bildfindung wurde ursprünglich Giulio Romano zugesprochen, doch die Inschrift des zweiten Zustandes identifiziert eindeutig Andrea del Sarto als Urheber der Darstellung. Brillanter, präziser Druck mit schmalem Rand. Verso geglättete Mittelfalte, minimalst fingerfleckig, sonst tadellos schön.
Franco, Giovanni Battista
Moses, Wasser aus dem Felsen schlagend
Los 5113
Nachverkaufspreis
500€ (US$ 575)
Moses, Wasser aus dem Felsen schlagend. Radierung und Kupferstich. 37 x 51,2 cm. B. 2. Wz. Stern (vgl. Woodward 149, Rom 1557).
Die figurenreiche Komposition zählt zu den Hauptblättern Francos. Prachtvoller, toniger und harmonischer Druck mit gleichmäßigem Rand. Geringfügige Alters- und Gebrauchsspuren, verso vereinzelte Montierungsreste, sonst sehr schönes Exemplar.
Gheyn II, Jacques de - nach
Eine Frau an der Hand von einem Musiker geführt
Los 5116
Nachverkaufspreis
700€ (US$ 805)
nach. Eine Frau an der Hand von einem Musiker geführt, dieser hält eine Fackel. Kupferstich wohl von Zacharias Dolendo. 24 x 17 cm. (1595/96). Filedt Kok/Leesberg (New Hollstein) 168. Wz. Basler Stab (vgl. Heawood Nr. 1182, Holland ca. 1583).
Blatt 9 der Folge "Les Masquerades". Ganz ausgezeichneter, klarer Frühdruck mit breitem Rand (bis ca. 7,8 cm). Insgesamt leicht angestaubt, kleine horizontale Trockenfältchen, links Spur einer alten Albummontage, winziger geschlossener Randeinriss rechts, Nadellöchlein, unbedeutende Läsuren in den äußersten Rändern, sonst sehr schönes Exemplar.
Paedopaegnion (Die Folge der Kinderspiele). 11 (von 12) Radierungen nach Pieter van Avont. Je ca. 12,6 x 20,7 cm. 1646. Pennington 492-496, 498, 501, 502, 504-506, 516, Turner (New Hollstein) 849 II (von III), 850-859 (ohne 857), je I (von II), 560 II (von V). Wz. Fünfzackige Schellenkappe, Nebenmarke Buchstaben PR.
Die fast komplette Folge vor den Nummern, das Schlussblatt vor der Adresse von de Wit. Ausgezeichnete, teils zart tonige Drucke mit schmalem Rändchen bis breiterem Rand. Etwas angeschmutzt und griffspurig, je geglättete Mittelfalte, Knickspuren, NH 550 mit leichter Bleistiftquadrierung links in der Darstellung, bei NH 853 die Eckenspitzen unten fehlend, die oberen mit Einrisschen, NH 855 mit Stockflecken, NH 859 und 860 mit blassen Wasserflecken in den Ecken, bei ersterem eine Fehlstelle im weißen Rand rechts, Montierungsspuren verso, weitere Gebauchsspuren, sonst in guter Erhaltung. Beigegeben von demselben zwei Blatt aus der verwandten Serie mit Putti und Satyren (NH 934 und 937) sowie die von Pennington als drittes Titelblatt der Serie verzeichnete Radierung mit dem Bildnis Pieter van Avonts (NH 1164). Sämtlich aus der Sammlung George Ambrose Cardew (Lugt 1134) sowie mit zwei weiteren bisher nicht identifizierten Sammlermarken "HB" (Lugt 4333) und "Dr. CB" (Lugt 4217).
Thronende Ecclesia. Eisenradierung. 22,9 x 15,6 cm. B. 45, Hollstein 52, Metzger 31 III (von IV).
Beinahe einhellig ging die bisherige Forschung davon aus, dass es sich aufgrund des präsentierten Kelchs bei der Dargestellten um die hl. Barbara handelt. In einem Hinweis von Marianne Elsen um 1935 wird die Darstellung als "Ecclesia" bezeichnet. Diese Deutung scheint, gerade im Vergleich mit anderen Darstellungen (auch Barbaras), die einleuchtendste zu sein. Die Personifikation der christlichen Kirche wurde bereits frühchristlich als "Ecclesia triumphans" wie eine machtvolle Königin, also weiblich, gekrönt und nimbiert dargestellt, und präsentiert dabei den Kelch mit dem göttlichen Blut (vgl. Metzger S. 351). Ausgezeichneter, toniger Druck mit der Funck-Nummer und mit sehr feinem Rändchen um die Plattenkante. Etwas alters- und gebrauchsspurig, minimal gegilbt, Montierungs- und Klebereste verso, sonst sehr gut. Selten. Aus der Sammlung des großherzoglichen Museums, Schwerin (mit deren Tilgungsstempel, Lugt 2273 und 1079).
Die Reiterschlacht. Eisenradierung nach Domenico Campagnola. 24,3 x 21,8 cm. Hollstein 49 II.
Prachtvoller, toniger und gegensatzreicher Druck mit feinem Rändchen um die Plattenkante. Minimale Altersspuren, sonst vorzüglich erhalten.
Hl. Bartholomäus. Radierung. 21,1 x 10,5 cm. B. 44, Richardson 44.
Aus der Folge "Christus und die Apostel" (B. XVI, 38-49), wie auch die folgende Losnummer. Ausgezeichneter, toniger, wenngleich etwas ungleicher Druck, oben und rechts mit der vollen Darstellung, dabei rechts mit Spuren der Plattenkante, unten und links unter leichtem Darstellungverlust beschnitten. Schwach fleckig, eine kleine Ausbesserung in der Stirn des Heiligen sowie unterhalb der Schwertspitze, weitere geringe Gebrauchsspuren, sonst ein gutes Exemplar.
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