Augsburg/ Frankreich
1870-80. Drei Guckkastenblätter
Los 6379 [*]
Nachverkaufspreis
350€ (US$ 402)
1860-80. Drei Guckkastenblätter: Vue de la Pondichery dans les Indes Orientales; Vue du Pallais du l'Empereur de perse avec la Mosquée, ou Église a Ispahan; Vue d'un Temple Chinois a Nankin.
3 Kupferstiche, alt koloriert. 4to. Dumont, Paris 1780; Habermann, Augsburg, 1750/1780.
Guckkastenblätter des 18. Jahrhunderts eröffneten ihrem Publikum den scheinbar dreidimensionalen Blick in ferne Welten. Durch spezielle Perspektivtechnik für den Guckkasten geschaffen, zeigten sie neben europäischen Städten auch außereuropäische Schauplätze wie hier Pondicherry, Isfahan oder Nanjing. Als Veduten beanspruchten diese Blätter Authentizität, doch verbanden sich in ihnen Reiseberichte, Handelsinteressen und Phantasie. Da das Medium einem breiten Publikum zugänglich war, prägte es das europäische Bild von "Indien", "Persien" oder "China" nachhaltig.
Ausgezeichnete Drucke bis an bzw. auf die Plattenkante geschnitten, teils mit Rand. Angestaubt und fleckig, kleine Risschen und Knickspuren, vereinzelt kleine Ergänzungen im weißen Rand sowie das Kolorit stellenweise berieben, weitere Erhaltungsmängel, sonst noch gut.
Tafelaufsatz
Ein Paar flamboyante Tafelaufsätze
Los 6382
Nachverkaufspreis
1.800€ (US$ 2,069)
Ein Paar flamboyante Tafelaufsätze.
Balustervasen aus Holz, mit silberfarbenem Überzug über rostrotem Grund, darüber Kranz aus kleinen Turboschnecken, blaues Glas, präpariertes Schwert eines Schwertfisches in silberfarbener Fassung. Höhe ca. 100 cm, Breite 15 cm, Tiefe 15 cm.
Silberelefant
Tischzier mit großem Silberelefanten
Los 6385
Nachverkaufspreis
2.000€ (US$ 2,299)
Tischzier mit großem Silberelefanten.
Präsentationsobjekt mit Darstellung eines geschmückten indischen Elefanten mit Tragekorb, montiert auf gestuftem (späteren ?) Podest mit Einfassung. Elefant: Silber (geprüft, ca. 895 g); Podest: Holz, Metall, Kunststoff und Textil. 38 x 30 x 23 cm. Indisch, 19. oder 20. Jh.
Ein Paar Tafelaufsätze.
Zwei farbig gefasste Balustervasen aus Holz in Porphyroptik, darüber Kranz aus kleinen Turboschnecken, rotes Glas, darüber gesägte und geschliffene Ammoniten. Höhe ca. 61,5 cm, Breite ca. 20 cm, Tiefe ca. 16,5 cm.
Hauptstock, A.
Arrangement mit chinesischem Schirm, Lampion, Elfenbeinskulptur
Los 6388
Nachverkaufspreis
1.000€ (US$ 1,149)
Arrangement mit chinesischem Schirm, Lampion, Opiumpfeife, Vase, Elfenbeinskulptur und weiteren Elfenbein-Drechselarbeiten.
Bleistift und Aquarell, weiß gehöht, auf Velin. 21,4 x 24,2 cm. Verso alt bez. "Ausstellung chinesischer Gegenstände in Berlin /Zeichner Hauptstock", sowie auf dem beiliegenden alten Untersatzkarton in Feder bez. "A. Hauptstock in Berlin / Ausstellung chinesischer Gegenstände in Berlin. Reiche Gruppe chinesischer Elfenbeinschnitzereien und anderer Kunstprodukte. Aquarell, Qu.fol. Aus J. G. Lumnitzers Nachlass in Brünn".
Das Aquarell zeigt eine kunstvoll arrangierte Gruppe chinesischer Gegenstände aus dem Nachlass des Sammlers Johann Georg Lumnitzer aus Brünn (1783 Spišská Nová Ves/Zipser-Neudorf, Slowakei - 1864 Brünn). Wahrscheinlich gibt das Werk die Aufstellung der Objekte in einer Ausstellung mit ostasiatischen Gegenständen wieder, die in Berlin ab den 1860er Jahren vermehrt stattfanden. Denkbar wäre eine Schau im neu gegründeten Kunstgewerbemuseum oder in einer der temporären Kunst- und Industrieausstellungen.
Suite des Vases.
Radiertes Titelblatt, 2 Bl. Dedikation, radiertes Widmungsblatt an Guillaume-Leon du Tillot, 30 Radierungen nach Entwürfen von Ennemond-Alexandre Petitot. Je ca. 22,8 x 16,7 cm. 1764. Le Blanc I, 145-179; Berliner Ornamentstichkatalog 1081; Kat. Regency to Empire. French Printmaking 1715-1814, Baltimore-Minneapolis 1985, Nr. 58, S. 182-184; William Cole, "The States of Petitot and Bossi's Suite des Vases", in: Print Quarterly, Bd. X, Nr. 2, Juni 1993, S. 156-160, I (von III).
Der Maler, Stuckateur und Kupferstecher Benigno Bossi wurde nach Lehrjahren in Nürnberg und Dresden 1760 von Herzog Ferdinand von Bourbon nach Parma berufen und dort 1766 zum Akademie-Professor ernannt. Die vorliegende Folge, die von einer schier ungezügelten, eigenwilligen Phantastik und einer fast arcimboldesken Formenvielfalt geprägt ist, entstand nach Vorlagen des Architekten und Schülers Soufflots, Ennemond Alexandre Petitot (1727 Lyon - 1801 Parma), der seit 1753 in Diensten des Herzogs von Parma stand und zum Wegbereiter des Klassizismus in dieser Stadt wurde. Die ersten vier Blätter der Folge zeigen klassizistische Ziervasen, wie Petitot diese für die herzöglichen Gärten in Parma entworfen hatte. Bei den weiteren Blättern steigerte Petitot sich zu höchst originellen Bildschöpfungen, bei denen neben traditionellen Motiven wie Genien, Satyrn und Nymphen unterschiedlichste exotische Kreaturen aus fernen Ländern wie beispielsweise Elefanten, Löwen und Schildkröten mit dekorativen Zierformen gemischt wurden. So entstehen einprägsame, höchst suggestive Bilderfindungen. Die vollständige Folge ist in dem hier vorliegenden ersten Druckzustand von eminenter Seltenheit und nur wenige Exemplare sind erhalten geblieben. Prachtvolle, gleichmäßige und kontrastreiche Drucke von größter Schönheit, auf dem vollen Bogen gedruckt. Wohl in dem originellen, marmorierten Halbledereinband. Minimale Altersspuren, sonst vollkommen erhalten.
Chinesisch
19. Jh. Pendants mit Ansichten aus dem Perlflussdelta
Los 6392
Nachverkaufspreis
2.800€ (US$ 3,218)
19. Jh. (wohl Werkstatt oder Umkreis Namcheong, tätig um 1840-70). Ansichten aus dem Perlflussdelta: Dschunke vor einer Festung; Dschunke vor einem Tempel.
2 Gemälde (Pendants), je Öl auf Leinwand. Je ca. 26 x 21 cm.
Chinesisch
19. Jh. Pendants mit Ansichten aus dem Perlflussdelta
Los 6393
Nachverkaufspreis
2.800€ (US$ 3,218)
19. Jh. (wohl Werkstatt oder Umkreis Namcheong, tätig um 1840-70). Ansichten aus dem Perlflussdelta: Dorfszene mit Schmied; Eingang zu einem Schrein.
2 Gemälde (Pendants), je Öl auf Leinwand. Je ca. 26 x 21 cm.
Die Seidenraupenzucht.
Tusche und Aquarell. Ca. 26 x 38 cm (Passepartoutausschnitt). China, wohl späte Qing-Dynastie, 19. Jh.
Das Blatt zeigt eine ländliche Szene der Seidenraupenzucht unter einem Strohpavillon: Zwei junge Frauen bereiten Maulbeerblätter auf Sieben vor, während eine ältere Frau die Arbeit beaufsichtigt; im Hintergrund sind zwei weitere Frauen und ein Kleinkind bei der Ernte zu sehen. Beigegeben eine weitere chinesische Tuschemalerei mit mehrzeiliger Kalligraphie: Vornehmes Paar im Garten.
Kopf eines Luohan (Arhat).
Terrakotta oder Stuck, der Kopf naturalistisch modelliert und teils polychrom gefasst, das Gesicht mit expressiv grimmigem Ausdruck, die Stirn mit tiefen Furchen, der Mund halbgeöffnet, dabei die scharfen Zähne und Zunge zeigend. Auf einem Holzsockel. Transportbox vorhanden. Höhe (ohne Sockel) ca. 24 cm. China, Nördliche Song/Liao Dynastie, circa 11. Jh.
Bei dem vorliegenden Luohan-Kopf handelt es sich um die Darstellung eines erleuchteten buddhistischen Schülers (Arhat). Der agitierte und höchst expressive Gesichtsausdruck ist selten und ungewöhnlich für diese Kategorie von Bildnissen.
Provenienz: Dries Blitz Chinese Ceramics & Works of Art, Amsterdam (2012 TEFAF, Maastricht).
Privatsammlung Berlin.
Chinesisch
um 1900. Album mit 12 chinesischen Dschunken, Haus- und Fischereibooten
Los 6400
Nachverkaufspreis
600€ (US$ 690)
um 1900. Album mit 12 chinesischen Dschunken, Haus- und Fischereibooten.
12 Aquarelle auf Reispapier, je montiert auf Einzelblätter eines Albums. Je ca. 16,7 x 28 cm. Broschur d. Z. mit Buntpapierbezug (stärker berieben, Ecken und Schließband lädiert). Quer-4to.
Äußerst feine Aquarelle, die die raffinierten Texturen und farbliche Gestaltung der Schiffe kongenial zum Ausdruck bringen.
Mansfeld, Johann Ernst
"Athah, ein Bootsknecht aus Canton in China, tatarischer Abkunft, 22 Jahr alt.". "Ajavv, ein Bootsknecht aus Canton in China gebürtig, 25 Jahr alt".
Los 6401
Nachverkaufspreis
300€ (US$ 345)
"Athah, ein Bootsknecht aus Canton in China, tatarischer Abkunft, 22 Jahr alt."; "Ajavv, ein Bootsknecht aus Canton in China gebürtig, 25 Jahr alt".
2 Radierungen nach Johann Christian Brand. Je ca. 35,9 x 24,8 cm. 1780.
Österreichische Kaufleute und die Marine unternahmen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts Expeditionen nach Südasien, nachdem Kaiser Joseph II. Wilhelm Bolts und dem Grafen Proli die Gründung der österreichischen Ostindischen Compagnie gestattet hatte. Die Compagnie schickte in den Jahren 1777/78 das Schiff Theresia und Joseph auf die Reise, zum Erwerb von Land und der Begründung von Handelsniederlassungen an den Küsten von Afrika und Asien. Die im Artaria-Verlag erschienenen zwei Blätter zeigen chinesische Bootsknechte, die laut der Bildunterschrift vom "... Grafen Proli dem allerhöchsten kaiserlichen Hofe den 17. Hornung 1780 als eine Seltenheit gezeigt" wurden. Brillante, kräftige und frühe Drucke mit Rand, noch ohne das kaiserliche Privileg unten mittig. Geringfügig stockfleckig und angestaubt, sonst tadellos.
Provenienz: C. G. Boerner, Düsseldorf.
Galerie Bassenge, Berlin , Auktion 74, am 26. November 1999, Los 5701.
Literatur: Vgl. G. Düriegl, R. Witzmann: Der Verlag Artaria, Kat. Ausst. Wien 1981, Kat. 61, 62.
Schmuckständer
Chinese mit Schirm als Schmuckständer
Los 6403
Nachverkaufspreis
4.000€ (US$ 4,598)
Chinese mit Schirm als Schmuckständer.
Bronze, gegossen, ziseliert, geglättet, feuervergoldet (Vergoldung teilweise abgerieben) und poliert sowie verschraubt und genietet. Höhe 16 cm, Sockel Durchmesser 8 cm. Der klappbare Kopf mit Hals und Brustansatz durch ein Scharnier mit dem Rücken verbunden. Der Korpus der Figur als Hohlraum gearbeitet, baldachinartiger Sonnenschirm, an den Fransen fünf angenietete Haken, runder Erdsockel mit konkavem Sockelrand. Deutschland bzw. Österreich, um 1760/70. (Die Figur wird ohne die auf der Abbildung gezeigten Ringe versteigert).
Chinoiserie mit Boot und Fischer.
Farbradierung à la poupée nach Jean-Baptiste Pillement. 19,6 x 14 cm. Um 1796/98, IFF aus 1.
In den phantasievollen Bildwelten des Jean-Baptiste Pillement bilden exotisierende Figuren, Pflanzen und Architekturen schwebend wirkende Traumlandschaften. Seine Chinoiserien dienten in ganz Europa als Vorlagen bei der Dekoration von verschiedenstem Kunsthandwerk wie Textilien, Keramik oder Möbel. Die Radiererin Anne Allen trug dabei wesentlich zur Verbreitung der dekorativen Entwürfe bei. Die Zusammenarbeit zwischen Allen und Pillement begann wahrscheinlich in den 1770er Jahren, 1799 heirateten die beiden. Darüber hinaus ist über ihr Leben wenig bekannt. - Aus der dreiteiligen Folge "Nouvelle Suite de Cahiers de dessins Chinois". Ganz ausgezeichneter Druck mit schön ausdifferenziertem Kolorit und schmalem Rand. Leicht angeschmutzt, vertikale Mittelfalte, entlang dieser ein schmaler, von verso durchschlagender Leimstreifen, Nadellöchlein in den Facettenecken sowie oben mittig am Außenrand, weitere minimale Gebrauchsspuren, sonst in guter Erhaltung.
Chinoiserie.
Radierung in Grün auf gelber Platte, auf Similijapan. 20 x 15,3 cm. 1913. Signiert und bez. "Probedruck / zu Chinoiserie".
Ganz ausgezeichneter Druck mit dem wohl vollen Rand. Minimal angestaubt, zarte Quetschfältchen vom Druck, sonst sehr schön.
Chinesisch
19. Jh. Chinesische Frau, Guqin spielend; Chinesische Frau, eine Blume betrachtend
Los 6406
Nachverkaufspreis
1.200€ (US$ 1,379)
19. Jh. (wohl Kanton). Chinesische Frau, Guqin spielend; Chinesische Frau, eine Blume betrachtend.
2 Gemälde, je Öl auf Leinwand, doubliert. Je ca. 28 x 21,5 cm.
Zwischen dem späten 18. Jahrhundert und dem Beginn des Ersten Opiumkrieges (1838-42) war die Hafenstadt Kanton, heute Guangzhou, das Nadelöhr allen Handels zwischen China und dem Westen. Der Austausch war auch in der Kunst nicht minder rege. Eine Besonderheit waren die sogenannten China Trade Paintings, Gemälde, die speziell für ausländische Kaufleute und den Export für den europäischen Markt geschaffen wurden. Zwar existierten solche Werke bereits seit Jahrhunderten, doch erlebte ihre Produktion in dieser Zeit, begünstigt durch die Intensivierung der Handelsbeziehungen einen Höhepunkt. Der bedeutendste kantonesische Künstler auf diesem Gebiet war Lamqua (1801-1860), ein Protegé und Schüler von George Chinnery (1774-1852), dem ersten englischen Maler, der sich dauerhaft in China niederließ. Lamqua adaptierte den Malstil und die westlichen Bildkonventionen seines Lehreres, kombinierte sie mit asiatischen Sujets, und übte damit einen großen Einfluss auf die chinesische Exportmalerei des 19. Jahrhunderts aus.
Mid-Autumn Festival.
Triptychon. Öl auf Leinwand. Linke und rechte Tafel je 148 x 51 cm, Mitteltafel 148 x 106 cm. Auf jeder der drei Tafeln am Unterrand signiert und datiert. 2000.
Die geheimnisvolle Atmosphäre und visuelle Poesie, die Zhu Yiyongs dreiteiliges Gemälde erfüllt, ist charakteristisch für die Laternengemälde des bedeutenden chinesischen Künstlers. Ein Kreis junger, traditionell gekleideter Frauen hält schlichte Handlaternen, mit deren warmem Strahlen das dunkle, fein ornamentierte Interieur zart beleuchtet wird. Begangen wird das Laternen- oder Yuanxiao-Fest in der Vollmondnacht am 15. Tag des 8. Mondmonats (meist im September/Oktober) als Abschluss des mehrtägigen Neujahrsfestes; es steht als bedeutendes Element des kulturellen Gefüges Chinas für Hoffnung, Erneuerung und familiären Zusammenhalt. Das traditionelle Laternenfest und die individuellen Erscheinungen der jungen Frauen schildert Zhu Yiyong in ebenso sensibler wie detailgenauer, realistischer Manier, mit weichem Pinselstrich und einer warmtonigen, dunklen Palette. Ausgebildet wurde der Künstler am Sichuan Fine Arts Institute, wo er später eine Professur erhielt.
Provenienz: Schoeni Art Galleries Ltd., Hongkong (mit deren Galerieetikett verso).
Sammlung Wolfgang Joop und Edwin Lemberg, Potsdam.
China
19. Jh. . Herrscherin mit junger Hofdame aus der Qing-Dynastie
Los 6408 [*]
Nachverkaufspreis
350€ (US$ 402)
19. Jh. Herrscherin mit junger Hofdame aus der Qing-Dynastie.
Gouache auf Reis- oder Markpapier. 29 x 19 cm. Gerahmt.
Beigegeben zwei weitere chinesische Gouachen auf Reis- oder Markpapier.
Dream of China.
Installation aus transparentem Polyvinyl, Stickerei aus Nylon Angelschnur, Bambus, Metall. 165 x 262 x 8,3 cm. 2005.
Das skulpturale Werk des chinesischen Künstlers Jin Wang ist eine Nachbildung eines klassischen Drachengewandes. An einer Metallkette hängend, sind die Ärmel weit ausgebreitet, als würde ein unsichtbarer Körper sie tragen. Dadurch wird der Blick auf die detailreichen Stickereien des Gewandes mit chinesischen Drachenmotiven und fernöstlichen Ornamenten gelenkt. Die aus Kunststofffäden gewebte Robe erscheint in ihrer Farblosigkeit transparent und verleiht dem Werk eine fast immaterielle Wirkung.
Seit den 1990er Jahren widmet sich Wang Jin in seiner Werkreihe "Dream of China" der Beziehung zwischen Objekten und kultureller Authentizität. Ausgangspunkt hierfür sind seine persönlichen Erfahrungen in dem Spannungsfeld traditioneller und moderner Werte in China. Für die Herstellung der "Gewänder" arbeitet der Künstler mit Näherinnen aus ländlichen Regionen zusammen, die Form und Gestaltung traditioneller Kostüme der Peking-Oper möglichst originalgetreu umsetzen. Während die klassischen Gewänder üblicherweise aus farbiger Seide gefertigt werden, verwendet Wang bewusst Kunststoff - ein schnelles Konsumprodukt, das er als allgegenwärtiges Material der globalisierten Welt versteht.
Die Besichtigung des Werkes ist nach Terminabsprache im Kunstlager in Berlin-Charlottenburg möglich.
Provenienz: Sammlung Wolfgang Joop und Edwin Lemberg, Potsdam.
2 flamboyante Tafelaufsätze.
Rot lackierter Dornbusch montiert auf Fuß mit Glaselementen und Messingappliken auf marmorierter Holzplinthe. Höhe je ca. 42 cm. 20. Jh.
Chinesisch
um 1800. Landschaft mit Tempel und Garten an einem Fluss
Los 6413 [*]
Nachverkaufspreis
800€ (US$ 920)
um 1800. Landschaft mit Tempel und Garten an einem Fluss.
Gouache auf Velin. 33,2 x 45,4 cm.
Chinesisch
19. Jh. Nächtliche Schifffahrtsszenen auf dem Perlfluss
Los 6414
Nachverkaufspreis
1.500€ (US$ 1,724)
19. Jh. (wohl Umkreis oder Schule Youqua, tätig um 1840-80). Nächtliche Schifffahrtsszenen auf dem Perlfluss.
2 Gemälde, je Öl auf Leinwand. Je ca. 22,8 x 30,3 cm. Auf einem Keilrahmen ein altes Etikett des Rahmenmachers F. C. Lankesheer, Colchester.
Europäische Kaufleute und Künstler brachten westliche Maltechniken nach China, die sich lokale Künstler geschickt aneigneten. Der Nachfrage nach Erinnerungsstücken vonseiten fremder Reisender nachkommend, gründeten sie in Kanton, Macau und Hongkong Ateliers, in denen sie Szenen aus dem chinesischen Alltag, Landschaften und Porträts produzierten. Auf einem der beiden Bilder hier ist ein Turm zu sehen, der an die neunstöckige Whampoa-Pagode auf einer Insel bei Kanton erinnert, einem damals sehr beliebten Motiv. Mit der zunehmenden Verbreitung und Popularität der Fotografie im späten 19. Jahrhundert ging die Blütezeit der China Trade Paintings zu Ende.
Chevalier, Nicolas
Buddhistischer Mönch in einem Garten eines chinesischen Klosters
Los 6415
Nachverkaufspreis
8.000€ (US$ 9,195)
Buddhistischer Mönch in einem Garten eines chinesischen Klosters, im Hintergrund eine Teezeremonie.
Aquarell, über Spuren von Bleistift. 54,4 x 77,5 cm (lichtes Maß). Unten links signiert und datiert "Nicolas Chevalier 1884". Orig.-Rahmen von "Foord & Dickinson, London", verso mit deren Etikett.
Ein buddhistischer Mönch in gelber Robe ist über dem Studium der gelehrten Schriften in dem üppigen tropischen Garten seines Klosters eingenickt. Hinter ihm führen steinernen Stufen in einen offenen Pavillon, in dem weitere Mönche gerade eine Teezeremonie abhalten. Die Komposition verbindet Ruhe, Gelehrsamkeit und ein romantisiertes Bild des „Fernen Ostens“. Chevalier gelingt es dabei, sowohl den intimen Moment des schlafenden Mönchs als auch die lebendige Umgebung in ein ausgewogenes Verhältnis zu setzen.
Nicholas Chevalier brach 1854 von London nach Australien auf, wo er zu den ersten akademisch ausgebildeten Künstlern, die in Australien wirkten. Er erlangte sowohl dort als auch international große Anerkennung. 1869 reiste er endgültig zurück nach England. In diesem Jahr schloss er sich als Künstler an Bord der HMS Galatea dem Gefolge von Alfred, Duke of Edinburgh an. Die einjährige Reise führte über den Pazifischen und Indischen Ozean mit Stationen in Tahiti, Hawaii, Japan, China, Sri Lanka und Indien.
Die Begegnung mit einer Vielzahl neuer Landschaften erweiterte Chevaliers künstlerischen Horizont nachhaltig. Es ist gut möglich, dass auch die Vorlage für die vorliegende Zeichnung in dieser Zeit entstand, beispielsweise bei einem Landgang in einem buddhistischen Kloster in Ost- oder Südasien.
Ein Paar Satsuma Vasen.
Keramik, sechseckig mit gekanteter Schulter, kobaltblauer Fond mit feiner Goldmalerei, zwei Schaureserven mit vornehmen Damen beim Zeitvertreib sowie zwei Gruppen mit Samurai. Höhe je ca. 25 cm. Auf dem Boden Shimazu Mon und rechteckiger Kartuschenstempel. Japanisch, Ende 19. Jh. (Meiji-Zeit).
Ein Schneider (Japanischer Schneider).
Farbradierung mit Roulette auf Velin. 20,3 x 19,7 cm. Signiert "Emil Orlik", datiert und bezeichnet "Probedruck". 1902. Voss-Andreae R 106.
Erschienen als Blatt 15 der Mappe "Aus Japan". Brillanter, differenzierter und wunderbar gratiger Probedruck mit dem vollen Rand. Selten.
Chrysanthemenblüten und Ranken.
Katagami (Färberschablone), Japanpapier, geschnitten. 25,3 x 40,8 cm. Japan, Meiji-Zeit, 19. Jh.
Rosenblüten, Knospen und Blätter.
Katagami (Färberschablone), Japanpapier, geschnitten, und Seidenfäden. 54 x 40,4 cm. Japan, Meiji-Zeit, 19. Jh.
Spanisch
um 1930. Chang and Fak Hong’s United Magicians presents a Night in Tokio
Los 6428 [*]
Nachverkaufspreis
400€ (US$ 460)
um 1930. Chang and Fak Hong’s United Magicians presents a Night in Tokio.
Farblithographie, kaschiert auf Karton, von Hija de E. Mirabet, Valencia. 76 x 110 cm.
Das Original-Vintage-Poster „A Night in Tokio“ von Chang und Fak Hong bewirbt die spektakuläre Zauber- und Illusionsshow der beiden Künstler aus den 1930er-Jahren. Es handelt sich um eine Lithographie, die in Spanien gedruckt wurde.Die Show wurde von den „United Magicians“ präsentiert und stellte die Star-Illusionisten Chang und Fak Hong in den Mittelpunkt. Chang war der Künstlername von Juan Pablo Jesorum, einem gebürtigen Panamaer, der seine Karriere als Assistent und Dolmetscher des berühmten Magiers The Great Raymond begann. Fak Hong war ebenfalls ein westlicher Magier, der in den 1920er- und 1930er-Jahren gemeinsam mit Chang in Europa auftrat und große Erfolge feierte. Beide Künstler waren tatsächlich nicht asiatischer Herkunft, inszenierten sich jedoch im Stil einer fernöstlichen Revue. Dies entsprach der damaligen Faszination des westlichen Publikums für China und den „mystischen Osten“, der als geheimnisvoll und fremdartig wahrgenommen wurde.
Die originale Show umfasste zahlreiche aufsehenerregende Darbietungen, darunter das Zersägen einer Frau, das Schwebenlassen von Personen über Tischen, das Durchschießen einer Frau mit einer Kugel sowie weitere spektakuläre Illusionen. Das hier beworbene Programm trug den Titel „A Night in Tokio“ und wurde als orientalische Revue präsentiert.
Das eindrucksvolle Steinlithographie-Poster unterstreicht die düstere, geheimnisvolle Atmosphäre der Show: Es zeigt Geister, Kobolde, Skelette, Einhörner und Schlangen und erzeugt so eine dunkle, beinahe unheimliche Stimmung. Chang und Fak Hong tourten nicht nur durch Europa, sondern auch durch die Vereinigten Staaten und galten in den 1920er- und 1930er-Jahren als renommierte Vertreter der internationalen Zauberkunst. - Ganz ausgezeichneter Druck mit dem vollen Rand. Gegilbt, Randeinrisse und kleine Papierverluste, Quetschfalten durch die Montierung.
Der Löwenangriff ("In Afrika II").
Lithographie. 40,5 x 53,4 cm. Nicht in Nagler, Winkler.
Die Darstellung eines verzweifelten, schon verlorenen Kampfes ist durchdrungen von dramatischer Dynamik. Sie ist angelehnt an Raden Salehs berühmter Komposition "In letzter Not" von 1842. Doch kann sich hier der Reiter, anders als in Salehs Darstellung, nicht im letzten Augenblick an einen rettenden Ast klammern und muss mit seinem panischen Hengst und dem angreifenden Löwen, dem er noch eine tödliche Wunde versetzen konnte, in den Abgrund stürzen. - Prachtvoller, gegensatzreicher Abzug mit feinem Rändchen und der Schrift unten. Schwach angestaubt und fleckig, die äußerste Eckenspitze unten links mit Abriss, die untere Blattkante teils mit schmalem Papierstreifen ergänzt, weitere geringe Gebrauchsspuren, sonst in schöner Erhaltung. Selten.
Tempelruine in Kambodscha.
Feder und Pinsel in Grau auf Transparentpapier, aufgezogen. 21,4 x 31,8 cm. Unten links signiert und datiert "PWernecke 1881", unten rechts bezeichnet "aus Cambodscha / Buch für Alle 1875".
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.
Galerie Bassenge
Erdener Str. 5A
14193 Berlin
Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag, 10–18 Uhr,
Freitag, 10–16 Uhr
Telefon: +49 30 8938029-0
Fax: +49 30 8918025
E-Mail: info (at) bassenge.com
Impressum
Datenschutzerklärung
© 2026 Galerie Gerda Bassenge
Galerie Bassenge
Erdener Str. 5A
14193 Berlin
Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag, 10–18 Uhr,
Freitag, 10–16 Uhr
Telefon: +49 30 8938029-0
Fax: +49 30 8918025
E-Mail: info (at) bassenge.com
Impressum
Datenschutzerklärung
© 2026 Galerie Gerda Bassenge