Runge, Philipp Otto. Hinterlassene Schriften. Herausgegeben von dessen ältestem Bruder (J. D. Runge). 2 Bände. 2 Bl., 435 S.; XII, 554 S., 1 Bl. (Errata). Mit einem Selbstbildnis von Runge, lithographiert von Speckter, zusammen 7 (1 gefaltet) lithographischen Illustrationen nach Runge von Speckter und gefalteter Musikbeilage. 215 x 13,5 cm. Neuerer marmorierte Pappbände mit goldgeprägtem RSchild. Hamburg, Perthes, 1840-1841.
Goedeke VI 48, 2. Ehmcke-Hobr. 18. Rümann 2177. Borst 1961. – Erste Ausgabe dieser wichtigen Quellensammlung zu Runges Leben und Werk sowie seinen Kontakten zu den deutschen Romantikern. Enthält die beiden plattdeutschen Märchen vom Machandelboom und vom Fischer und syne Fru. Der zweite Teil mit der Korrespondenz enthält auch den Briefwechsel mit Goethe über dessen Farbenlehre. Die ornamentalen Lithographien zählen zu den bedeutendsten Zeugnissen romantischer Symbolsprache. Die Musikbeilage enthält die "Hymne" der Romantiker, Die Blume der Blumen mit Text von Runge zu einer Melodie von Luise Reichard. Mit dem Subskribentenverzeichnis in Band II und dem Erratablatt. – Mal mehr, mal weniger stockfleckig.
Constant de Rebecque, B. de und Schiller, Friedrich von
Wallstein, tragédie en cinq actes et en vers
Los 2145
Nachverkaufspreis
120€ (US$ 136)
Schiller, F. - Constant de Rebecque, B. (de). Wallstein, tragédie en cinq actes et en vers, précédée de quelques réflexions sur le théatre allemand, et suivie de notes historiques. 2 Bl., LII, 214 S., 1 Bl. 22 x 14 cm. Interimsbroschur d. Z. (mit Gebrauchsspuren) in moderner Pappkassette mit goldgeprägtem RSchild. Genf, J. J. Paschoud, 1809.
Courtney (Constant) 9 a. Cioranescu 20699 (Pariser Adresse). – Erste Ausgabe der Bearbeitung, gleichzeitig auch bei Paschoud in Paris erschienen. Seltsamerweise ist Schillers Name auf dem Titelblatt nicht genannt, obwohl die historisch-kritische Einleitung keinen Zweifel daran ließ, dass das Werk eine Bearbeitung der deutschen Bühnendichtung sein sollte und wollte. Aber unbewusst hatte Constant damit an seiner Arbeit selbst die richtigste Kritik geübt; denn unschillerischer kann nicht leicht etwas sein als dieser dramatische Wechselbalg deutschen und französischen Bühnenstils. – Lage 5 (S. 67-82) irrtümlich nach S. 98 eingebunden. Gering fleckig, unbeschnitten.
Seibt, Karl Heinrich von
Klugheitslehre, praktisch abgehandelt, in akademischen Vorlesungen
Los 2151
Nachverkaufspreis
100€ (US$ 114)
Seibt, Karl Heinrich von. Klugheitslehre, praktisch abgehandelt, in akademischen Vorlesungen. 2 Bände. 4 Bl., 412; 392 S., 1 Bl. 19,5 x 11,5 cm. Pappband d. Z. (stark fleckig und berieben) mit je 2 goldgeprägten RSchildern. Prag, Elsenwanger, 1799.
Goedeke VI, 716, 15. – Erste Ausgabe. Spätschrift und mehrfach aufgelegtes Hauptwerk des böhmischen Pädagogen und katholischen Theologen Karl Heinrich von Seibt (1735-1806). Eine Art "Knigge" mit Beiträgen über Wollust, Ehrgeiz, Habsucht, eheliche Freundschaft, Gönnern etc. – Braun- und stockfleckig, Band II auch mit großem Feuchtigkeitsrand.
Seneca, Lucius Annaeus
Opera quae exstant omnia: a Iusto Lipsio emendata
Los 2152
Nachverkaufspreis
200€ (US$ 227)
Seneca, Lucius Annaeus. Opera quae exstant omnia: a Iusto Lipsio emendata et scholis illustrata. Editio quarta, atque ab ultima Lipsi manu. 8 (statt 10) Bl., XXXVI, 911 S. Mit Kupfertitel, ganzseitigem Portraitkupfer und 3 (2 ganzseitigen) Kupfern. 41 x 25 cm. Pergament d. Z. (etwas stärker fleckig und berieben, Deckel geworfen, ohne Schließbänder) mit reicher Goldprägung und goldgeprägten Wappensupralibros auf beiden Deckeln, Amsterdam, Plantin-Moretus, 1652.
Brunet V, 276f. Dibdin 397. Ebert 20860. Schweiger II, 2, 912 – Vierte und letzte Auflage. "Beste und gesuchteste der von Lipsius besorgten Ausgaben" (Ebert). Amsterdamer Schulpreisexemplar mit dem Stadtwappen auf beiden Deckeln und in den Eckfleurons sowie zusätzlich eingeschaltetem Widmungsblatt für den Schüler Cornelius van den Bogaerde, ebenfalls mit gestochenem Stadtwappen, datiert Oktober 1706. – Es fehlt die Widmung an Papst Urban VIII. Innengelenke und Innenspiegel unfachmännisch verstärkt, die Deckel dadurch etwas verzogen und stärker geworfen. Etwas gebräunt oder fleckig.
Shakespeare, William
Dramatische Werke (Hrsg. von Benda)
Los 2153
Nachverkaufspreis
250€ (US$ 284)
Shakespeare, William. Dramatische Werke. Übersetzt und erläutert von Johann Wilhelm Otto Benda. 19 Bände. 12 x 10 cm. Pappbände d. Z. (etwas berieben, Ecken leicht bestoßen) mit RVergoldung und rotem goldgeprägten RSchildern (teils etwas lädiert). Leipzig, Georg Joachim Göschen, 1825-1826.
Goedeke X, 131, 43, 3 und XVI, 1037, 20. – Erste Ausgabe dieser mit Anmerkungen versehenen Übertragung, hier in einem Exemplar im Sedezformat. Benda, ein Berliner Regierungsrat (1775-1832), übersetzte auch Werke von Scott und Byron. – Etwas gebräunt und teils auch etwas braunfleckig.
Shakespeare, William
The Works - Complete set of William Shakespeare black leather bound miniature books
Los 2153a
Nachverkaufspreis
300€ (US$ 341)
Kleinste Ausgabe der größten Werke der Weltliteratur
Shakespeare, William. (The Works - Complete set of William Shakespeare black leather bound miniature books). 40 Bände mit je ca. 300 S. OLeder mit RVergoldung (nachgedunkelt, minimale Bestoßungen und Bereibungen, kaum größere Gebrauchsspuren) in OHolz-Präsentationsregal (mit winziger restaurierter Fehlstelle). (London, Allied Newspapers LTD, 1932).
Der Miniatur-Shakespeare aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in dem passenden Originalregal. – Geringe Gebrauchsspuren. Komplette Werkausgabe.
Steinsberg, Karl Franz Guolfinger von
Der 42jährige Affe
Los 2158
Nachverkaufspreis
100€ (US$ 114)
(Steinsberg, Karl Franz Guolfinger von). Der 42jährige Affe. Ein ganz vermaledeites Märchen! Aus dem Französischen. Band I (von 2). 250 S., 2 Bl.. Titel in Rot und Schwarz. Mit gestochener Titelvignette. 17 x 10,5 cm. Halbleder d. Z. (stärker berieben, Ecken bestoßen, Gelenke beschabt, unteres Kapital mit Fehlstelle) mit goldgeprägtem RSchild. Berlin (d. i. Prag, Schönfeld) 1784.
Goedeke V, 349, 8 (nur Teil I). Hayn-Gotendorf I, 31 (nennt einen Band II mit der Jahreszahl "1784" und bezeichnet den Druck von 1786 als zweite Auflage). – Erste Ausgabe des ersten Bandes. "Diese scharfe und pikante Satyre wurde bisher sonderbarerweise als gegen Voltaire gerichtet bezeichnet, während sie in Wirklichkeit unverkennbar auf Joseph II., der damals 42 Jahre alt war, sich bezieht" (H.-G.). Ein Affe erzählt seine Erlebnisse bei den Menschen; Kritik an verlogener Tugend, Bestechung, Hurerei (mit freien Schilderungen von Verführungen), Unterbewertungen deutscher Dichter ("ein Lessing, Leibniz, Wieland oder Geßner sind unbekannt"), Dummheit und Borniertheit des Adels usw. Der böhmische Theaterdichter und Journalist Ritter von Steinsberg (1757-1817) ist nach Wurzbach "eine der eigenthümlichsten Gestalten aus den besten Tagen der Josephinischen Periode". Mit Seitenhieben auf Preußen, das als "Hungerland" bezeichnet wird, während Österreich das "Fettland" sei (vgl. ausführlich Bodi, Tauwetter in Wien, S. 337). Der zweite, hier nicht vorhandene Band blieb den Bibliographen vielfach unbekannt oder wurde irrtümlich als "nicht von Steinsberg" angesehen. – Wohlerhalten.
Suetonius Tranquillus, Gaius
Philomusen verdeutschter Suetonius
Los 2163
Nachverkaufspreis
160€ (US$ 182)
Suetonius Tranquillus, Gaius. Philomusen verdeutschter Suetonius uber die zwölf erste Römische Käisere. 1 (statt 8) Bl., 652 S., 2 Bl. (Errata). Mit gestochenem Frontispiz. 15 x 9,5 cm. Pergament d. Z. (etwas fleckig und brieben). Kopenhagen, Georg Lamprecht, 1663.
VD17 18:729560K. Schweiger 983. – Erster von zwei im VD17 nachgewiesenen Drucken der seltenen deutschen Barockübertragung der Kaiserviten Suetons. "Der Übersetzer ist der Graf Detlef von Holk, der sie im Gefängnisse schrieb und dem Dänenkönige Friedrich III. dedicierte" (Schweiger). – Es fehlen die sieben Blatt Vorstücke, dafür mit dem im VD 17 nur für den zweiten Druck verzeichneten gestochenen Frontispiz. Etwas braunfleckig.
Thomson, James. The works. With his last corrections and improvements. To which is prefixed an account of his life and writings. (Ed. by A. Murdoch). 2 Bände. 2 Bl., 23 S., 4 Bl., 468 S.; 2 Bl., 524 S. Mit 2 gestochenen Portraits und 14 Kupfertafeln von W. Kent und J. Miller. 29,5 x 22,5 cm. Marmorierte Lederbände d. Z. (etwas bestoßen, Gelenke und Kapitale restauriert) mit RVergoldung, je 2 goldgeprägten RSchildern, Deckelbordüre sowie Steh- und Innenkantenbordüre. London, A. Millar, 1762.
Lowndes 2670. Brunet V, 835. – Erste illustrierte Gesamtausgabe. Enthält u. a. die schöne Kupferfolge mit den Jahreszeiten von W. Kent. Druck im großzügigen Quartformat, 1766 erschien ebenda ein vierbändiger Nachdruck in Oktav. – Etwas stockfleckig.
Tieck, Ludwig (Hrsg). Phantasien über die Kunst, für Freunde der Kunst. 1 Bl., IV, 283 S. 16 x 11 cm. Späterer Leinenband (etwas berieben und bestoßen) mit RSchild. Hamburg, Friedrich Perthes, 1799.
Goedeke VI, 36, 37 und 47, 6. Borst 851. Vinet 1187. Holzmann-Bohatta III, 8762. – Erste Ausgabe, herausgegeben aus dem Nachlass Wackenroders, mit eigenen Arbeiten Tiecks. Eine der wichtigsten Schriften zur Kunsttheorie der Romantik, als Weiterführung der 1797 erschienenen Herzensergießungen Wackenroders gedacht. "Eines der am schönsten gedruckten Bücher der Romantik" (G. v. Maassen). Druck in der Unger-Fraktur. Mit der häufig fehlenden Vorrede. – Innenspiegel mit zwei modernem Exlibris (Paul Wallich und Bernhard Stübner) und Inventarschildchen. Sehr schönes und sauberes, nahezu fleckenfreies Exemplar.
Wackenroder, Wilhelm Heinrich
Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders
Los 2167
Nachverkaufspreis
250€ (US$ 284)
(Wackenroder, W. H. und Ludwig Tieck). Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders. 275 S. Mit gestochenem Portrait in Sepia von Bollinger. 15 x 10 cm. Blauer Pappband d. Z. (etwas beschabt). Berlin, Johann Friedrich Unger, 1797.
Goedeke VI, 46, 4, 5 und 36, 36. Borst 797. – Erste Ausgabe der bedeutenden kunsttheoretischen Schrift der Frühromantik mit weitreichender Wirkung auf die Malerei des 19. Jahrhunderts. "Das Programmatische der 'Herzensergießungen' liegt in der Konstituierung einer Einheit von Kunst und Religion - und dies im Erscheinungsjahr von Goethes Kunstzeitschrift Propyläen'" (Paulin, Metzler, S. 43). "Diese kleine Veröffentlichung, die zusammen mit den 1799 posthum von Tieck herausgegebenen 'Phantasien über die Kunst' und einem umfangreichen Briefwechsel mit Tieck das Gesamtwerk Wackenroders ausmacht, kann als erstes und im eigentlichen Sinne initiatorisches literarisches Dokument der deutschen Frühromantik bezeichnet werden" (KNLL). – Titel gestempelt und etwas fleckig, sonst sauber.
PHILOSOPHIE
(Daniel, Gabriel). Voiage du monde de Descartes. 9 Bl., 437 S. Mit Holzschnitt-Titelvignette, doppelblattgroßer Holzschntitt-Tafel und einigen Textholzschnitten. 16,5 x 10 cm. Leder d. Z. (berieben und bestoßen, Kapitale defekt) mit RVergoldung (ohne das RSchild). Paris, Simon Benard, 1690.
Cioranescu, 23362. Barbier IV, 1081. De Backer-Sommervogel II, 1796.1. – Erste Ausgabe der kritischen philosophisch-theologischen Abhandlung über die Metaphysik des Descartes, "eine in Form einer Reisebeschreibung gehüllte Widerlegung des cartesischen Systems, die so großes Aufsehen erregte, daß sie in englischen, italienischen und lateinischen Uebersetzungen erschien" (Wetzer-Welte III, 1377) – Gering fleckig.
Kant, Immanuel
Metaphysische Anfangsgründe der Rechtslehre [und:] Metaphysische Anfangsgründe der Tugendlehre
Los 2180
Nachverkaufspreis
180€ (US$ 205)
Kant, Immanuel. Metaphysische Anfangsgründe der Rechtslehre. XII, 235 S. 20 x 12 cm. Moderner Pergamentband (signiert: "Irmgard Smidt") mit RTitel. Königsberg, Friedrich Nicolovius, 1797.
Die Metaphysik der Sitten I. Warda 171. Adickes 90. – Erste Ausgabe. Mit dem Impressum auf Seite 235 "Leipzig, gedruckt bey Christian Friedrich Solbrig." und verso dem Druckfehlerverzeichnis. – Gering fleckig. Ohne die beiden bei Warda genannten Obertitel. – Beigebunden: Derselbe. Metaphysische Anfangsgründe der Tugendlehre. 1 Bl., X, 190 S., 1 Bl. (Errata). Ebenda 1797. - Warda 176. - Erste Ausgabe des zweiten Teils der Metaphysik der Sitten, hier allerdings nur mit dem ersten der beiden bei Warda genannten Obertitel. - Gering fleckig.
La Porte, Joseph de
Observations sur l'esprit des loix
Los 2182
Nachverkaufspreis
100€ (US$ 114)
La Porte, Joseph de. Observations sur l'esprit des loix, ou l'art de lire ce livre, de l'entendre et d'en juger. 198 S. 16 x 10 cm. Marmorierter Lederband d. Z. (leicht berieben, gering beschabt und bestoßen) mit reicher RVergoldung, goldgeprägtem RSchild und Stehkantenvergoldung. Amsterdam, Pierre Mortier, 1751.
Vgl. Barbier III, 615. Nicht bei De Backer-Sommervogel. – Eine von zwei im Jahr des Erstdrucks erschienenen Ausgaben. Interpretationshilfe zu Montesquieus geschichtsphilosophischem und staatstheoretischem Hauptwerk Vom Geist der Gesetze, das 1748 in Genf erschien. – Gering gebräunt, fl. Vorsatz mit hs. Besitzvermerk.
Locke, John. Libri IV de intellctu humano. Novissima editio ... cura Gotthelff Henr. Thiele. 7 Bl., 79 S., 23 Bl., 1 w. Bl., 1000 S. 17 x 10,5 cm. HPergament d. Z. (fleckig und etwas beschabt) mit handschr. RTitel. Leipzig, Th. Georg, 1741.
Spätere Ausgabe der lateinischen Übersetzung des 1690 zuerst erschienenen "Essay Concerning Humane Understanding", des Klassikers der empiristischen Erkenntnistheorie. – Ohne das gestoch. Frontispiz. Titel mikt Besitzvermerk von alter Hand; gebräunt.
Mably, Gabriel Bonnot de
Gespräche des Phocion über die Beziehung der Morale mit der Politik
Los 2185
Nachverkaufspreis
200€ (US$ 227)
Mably, Gabriel Bonnot de. Gespräche des Phocion über die Beziehung der Morale mit der Politik. Aus dem Griechischen des Nicocles. Mit Anmerkungen aus dem Französischen des Herrn Abt Mably übersetzt (von Hanns Conrad Vögelin). 2 Bl., 295 S. 17 x 10 cm. Pappband. Zürich, Heidegger und Comp., 1764.
Hamberger-Meusel IV,94. Fromm IV,15674. Vergl. Winter, Compendium Utopiarium 183F und Ziegenfuß II,94 (beide nur die franz. Ausgabe). – Erste Ausgabe. Eine moralphilosophische Utopie des 18. Jahrhunderts. "Mably trat für eine sozialistische Ordnung der Gesellschaft ein und verlangte Gleichheit und Wohlwollen als ihre Grundlagen. Die Übersetzung aus dem Griechischen ist fingiert. Mit dem gestochenen Exlibris "Emanuel Wetzel" (Lehrer und Friedensrichter aus Brugg, der in Kontakt mit Pestalozzi stand). – Titel und ersten drei Blätter etwas braun- und fingerfleckig sowie leicht knickspurig.
Saint-Martin, Louis Claude de
Irrthümer und Wahrheit
Los 2189
Nachverkaufspreis
140€ (US$ 159)
(Saint-Martin, Louis Claude de). Irrthümer und Wahrheit, oder Rückweiß für die Menschen auf das allgemeine Principium aller Erkenntniß. Aus dem Französischen übersetzt von Matthias Claudius. XVI, 614 S. 22,5 x 15 cm. Moderner marmorierter Halblederband. Breslau, Gottlieb Löwe, 1782.
Goedeke IV/1, 980, 17. Ziegenfuß I, 401. Fromm 23138. Wolfstieg 43100. – Erste deutsche Ausgabe. Das Werk erschien zuerst 1775, angeblich als Polemik gegen Boulangers L'antiquité dévoilée, dem Saint-Martin seinen Glauben an die schöpferische Kraft des Menschen entgegensetzte. Listig-charmant argumentiert er, dass der Mensch nicht nur der eigentliche Zweck der Weltschöpfung sei, sondern auch deren Herr und Meister. Die Kritik an verschiedenen Thesen der katholischen Kirche hatte zur Folge, dass das Buch auf den Index gesetzt wurde. – Etwas fleckig, am Schluss auch mit stellenweise deutlichem Feuchtigkeitsrand. Unbeschnittenes und breitrandiges Exemplar.
Volney, Constantine-François de Chasseboef Comte de
Les ruines ou meditation sur les revolutions des empires
Los 2191
Nachverkaufspreis
80€ (US$ 91)
Volney, C.-F. de Chasseboef Comte de. Les ruines ou meditation sur les revolutions des empires. 235 S., 1 Bl. 21 x 13 cm. Broschur d. Z. (berieben und leicht geworfen). (Paris, Desenne), 1792.
Vgl. Cioranescu 63761. Ziegenfuß II 807. – Zweite Ausgabe des bedeutenden Werkes des Aufklärungsphilosophen der Französischen Revolution Constanine-François de Chasseboef Comte de Volney (1757-1820). – Unbeschnitten. Minimal fleckig. Vorsatz mit hs. Notizen.
Wolff, Christian von
Vernünftige Gedancken von den Kräfften des menschlichen Verstandes (und:) Ausführliche Nachricht von seinen eigenen Schrifften
Los 2193
Nachverkaufspreis
200€ (US$ 227)
Wolff, Christian. Vernünftige Gedancken von den Kräfften des menschlichen Verstandes und Ihrem richtigen Gebrauche in Erkäntniß der Wahrheit, den Liebhabern der Wahrheit mitgetheilet. 12 Bl., 233 S., 6 Bl. Mit gestoch. Frontispiz. Titel in Rot und Schwarz. 17 x 10,5 cm. Leder d. Z. (Rücken etwas rissig, Gelenke angebrochen, Hinterdeckel mit Wurmspur) mit goldgeprägtem RSchild und RVergoldung. Halle, Renger 1754.
Ziegenfuß II, 906. BBKL XIII, 1509ff. – Letzte Auflage des logisch-erkenntnistheoretischen Hauptwerks von Wolff, welches den ersten Band seiner deutschsprachigen philosophischen Schriften bildete. – Hinteres fliegendes Blatt entfernt, etwas altersfleckig bzw. gebräunt, in den Rändern stellenweise gebrauchsfleckig. – Beigebunden: Derselbe. Ausführliche Nachricht von seinen eigenen Schrifften, die er in deutscher Sprache von den verschiedenen Theilen der Welt-Weißheit heraus gegeben. 7 Bl., 672 S., 8 Bl. Mit gestochenem Frontispiz von P. Fehr. Titel in Rot und Schwarz. Frankfurt, J. B. Andreä & H. Hort, 1733. - Zweite Ausgabe. Wolff übertrug dem Vorbild von Thomasius folgend die lateinischen Fachausdrücke ins Deutsche. Damit begründete er die deutsche philosophische Terminologie und führte essentielle Begriffe wie Bewusstsein, Begriff, Vorstellung und Wissenschaft in den Diskurs ein.
Basedow, Johann Bernhard
Nouvelle méthode d'éducation
Los 2194
Nachverkaufspreis
60€ (US$ 68)
PÄDAGOGIK
Basedow, (Johann Bernhard). Nouvelle méthode d'éducation. Traduite de l'allemand par Michael Huber. XVI, 398 S. 19 x 11,5 cm. Marmorierter Lederband d. Z. (leicht berieben und gering beschabt) mit reicher RVergoldung und goldgeprägtem RSchild. Frankfurt und Leipzig, Gaspard Fritsch, 1772.
DG 12.6090. – Erste französische Ausgabe. – Zu Beginn und am Schluss etwas, sonst nur leicht gebräunt.
Einzelne Gedanken über Erziehung. 71 S. 15,5 x 10 cm. Marmorierter Pappband d. Z. (etwas berieben, Rückenbezug mit kleinen Fehlstellen). Lübeck, o. Dr., 1802.
Einzige Druck der kleinen, anonym verfassten pädagogischen Schrift über Jünglingserziehung für Hauslehrer höherer Stände. "Sollte ein unbarmherziger Recensent gleich einem Raubthiere, diese Blätter als eine Beute für sich betrachten: immerhin - er recensire nach Belieben, der Verfasser und ich wollen darüber herzlich lachen und seine viele Mühe bedauern" (Vorrede des Herausgebers). Schöner Druck auf festerem Bütten. – Titel schwach fleckig, Innenspiegel mit zeitgenössischem Besitzeintrag. Über den KVK nur zwei bibliothekarische Standortnachweise in Leipzig (UB) und Berlin (Bibliothek für bildungsgeschichtliche Forschung).
Fröbel, Friedrich Wilhelm August
Fortgesetzte Nachricht von der allgemeinen deutschen Erziehungsanstalt in Keilhau
Los 2196
Nachverkaufspreis
250€ (US$ 284)
Fröbel, Friedrich Wilhelm August. Fortgesetzte Nachricht von der allgemeinen deutschen Erziehungsanstalt in Keilhau. 60 S., 1 Bl. Mit typographischer Falttafel. 19,5 x 12 cm. Interimsbroschur d. Z. mit RSchild. Rudolstadt, Hofbuchhandlung, 1823.
Heiland 6. – Seltene erste Ausgabe. "In einer eigenen Schule, 1816 in Giesheim bei Arnstadt gegründet, ein Jahr später nach Keilhau verlegt, versuchte Fröbel, Unterricht und Erziehung auf schöpferische Tätigkeit, Spiel und Arbeit zu gründen und dem Bruch zwischen Denken und Tun zu begegnen. Das Aufweisen der Gleichgesetzlichkeit in allen Lebenserscheinungen war das methodische Prinzip seines Unterrichts; 'nachgehende Erziehung' sollte dem Individuum den Raum lassen, sich frei entscheidend in die Forderung des göttlichen Gesetztes zu fügen" (NDB V, 644). "Seine pädagogischen Gedanken zeichnen sich durch Originalität, Gefühlstiefe und Kühnheit aus ... Fröbels pädagogische Anregungen, zumal seine Darstellung der kindlichen Phase, haben ihre Bedeutung bis in die Gegenwart nicht verloren" (KLL IV, 2460ff. mit ausführlicher Würdigung). Der bedeutende thüringische Pädagoge und Pestalozzischüler Friedrich Wilhelm August Fröbel (1782-1852) gilt als Begründer des Kindergartens. – Oberer rechte Ecke mit schwacher Knickspur.
Fröbel, Friedrich Wilhelm August
Ueber deutsche Erziehung überhaupt
Los 2197
Nachverkaufspreis
250€ (US$ 284)
Fröbel, Friedrich Wilhelm August. Ueber deutsche Erziehung überhaupt, und über das allgemeine Deutsche der Erziehungsanstalt in Keilhau insbesondere. 52 S. 17,5 x 11 cm. Interimsbroschur d. Z. Rudolstadt, Hofbuchhandlung, 1822.
Heiland 5. – Seltener erster Separatdruck der kleinen Werbeschrift für Fröbels erste Erziehungsanstalt in Keilhau, eine der frühesten Fröbelschriften überhaupt. Erschien zuerst im Allgemeinen Anzeiger der Deutschen (Nummern 273, 274 und 276). Ausgabe (SA aus: Allg. Anzeiger d. Deutschen 273-276). "In einer eigenen Schule, 1816 in Giesheim bei Arnstadt gegründet, ein Jahr später nach Keilhau verlegt, versuchte Fröbel, Unterricht und Erziehung auf schöpferische Tätigkeit, Spiel und Arbeit zu gründen und dem Bruch zwischen Denken und Tun zu begegnen. Das Aufweisen der Gleichgesetzlichkeit in allen Lebenserscheinungen war das methodische Prinzip seines Unterrichts; 'nachgehende Erziehung' sollte dem Individuum den Raum lassen, sich frei entscheidend in die Forderung des göttlichen Gesetztes zu fügen" (NDB V, 644). "Seine pädagogischen Gedanken zeichnen sich durch Originalität, Gefühlstiefe und Kühnheit aus ... Fröbels pädagogische Anregungen, zumal seine Darstellung der kindlichen Phase, haben ihre Bedeutung bis in die Gegenwart nicht verloren" (KLL IV, 2460ff. mit ausführlicher Würdigung). Der bedeutende thüringische Pädagoge und Pestalozzischüler Friedrich Wilhelm August Fröbel (1782-1852) gilt als Begründer des Kindergartens. – Leicht stockfleckig.
Herbart, Johann Friedrich
Allgemeine Pädagogik aus dem Zweck der Erziehung abgeleitet.
Los 2198
Nachverkaufspreis
140€ (US$ 159)
Herbart, Johann Friedrich. Allgemeine Pädagogik aus dem Zweck der Erziehung abgeleitet. X, 482 S., 2 Bl. (Anzeigen). 20 x 12 cm. Pappband d. Z. (berieben, Gelenke beschabt, Ecken etwas bestoßen) mit goldgeprägtem RSchild. Göttingen, Johann Friedrich Röwer, 1806.
Goedeke V, 13,3. Ziegenfuß I, 514. – Erste Ausgabe. Das grundlegende Werk der Herbartschen Pädagogik. Als Philosoph steht Herbart bis heute im Schatten des deutschen Idealismus, dessen spekulative Methode er scharf kritisiert hat. Von grundlegender Bedeutung ist er dagegen bis heute mit seiner Forderung, die Pädagogik müsse sich auf ihre "einheimischen" Begriffe besinnen. Ausgehend von dieser Forderung wurde er einer der einflussreichsten Begründer der Pädagogik als selbständiger Wissenschaft. Der Grundbegriff seiner Pädagogik ist die "alle einseitigen Freiheits- und endogenen wie exogenen Determinationslehren negierende dem Menschen eigene 'Bildsamkeit'. Der Mensch ist eine offene, personale und individuelle Ganzheit von epochal und inhaltlich gebundenen Fähigkeiten. Ihn zu sittlichen Selbstbestimmung zu befähigen ist die Aufgabe der Erziehung" (NDB VIII, 574). – Vereinzelt gering fleckig, insgesamt wohlerhalten.
KINDER- UND JUGENDBÜCHER
Bürkner, Hugo. Bilder aus dem Familienleben in vierzehn Original-Radirungen. Text von Franz Bonn. 15 Bl. Mit gestochenem Frontispiz und 14 radierten Tafeln. 28 x 36,5 cm. Roter Halbkaliko-Leinenband mit Goldfileten und VDeckeltitel (Bezug leicht fleckig, dieser und Rücken mit wenigen Fehlstellen). Leipzig, Alphons Dürr (1874).
Rümann 161. Thieme-Becker V, 198. Wegehaupt II, 445. Seebaß 298. – Erste Ausgabe. Meisterliche Darstellungen spätbiedermeierlicher Familienidylle und von Kinderszenen. Die Bilder aus dem Familienleben zeigen Motive aus Hugo Bürkners (1818-1897) eigenem Familienkreis. Die reizende Folge zeigt Kinder, im Sujet ähnlich den Darstellungen Ludwig Richters, für den Bürkner auch als Holzschneider tätig war. Bürkners Kinder wirken jedoch bei aller Anmut natürlicher und realistischer. Die Nähe zur Düsseldorfer Schule ist unverkennbar. – Bindung leicht gelockert, minimale Gebrauchsspuren. Kaum fleckiges, sehr schönes Exemplar, die Seidenhemdchen sind vorhanden, die Tafeln bemerkenswert frisch.
Dingler, Max. Sonnenkinderstuben. 12 Bl. Mit 11 ganzseitigen Farbillustrationen von Else Wenz-Viëtor. 23 x 20 cm. Farbig illustrierter OHalbleinenband. Oldenburg, Gerhard Stalling, 1925.
Nürnberger Bilderbücher Nr. 36. Vgl. Liebert 36 und Reetz 35 (12. Auflage). Seebaß II, 475. – "Von dem Leben Auroras des bunten Schmetterlings kurzer Erdenfahrt, erzählt uns dies Buch. Ein naturwissenschaftlicher Anschauungsunterricht, wie er feiner und graziöser nicht gedacht werden kann" (Verlagswerbung 1929). Neben der Wunderburg im Meer wohl das bekannteste Bilderbuch von Max Dingler (1883-1961), der im Hauptberuf Professor für Entomologie war. Das Titelblatt in Sütterlinschrift. – Schönes und wohlerhaltenes Exemplar.
Geissler, Peter Carl
Neuester Orbis Pictus für die Jugend
Los 2202
Nachverkaufspreis
1.600€ (US$ 1,818)
Geissler, P(eter) C(arl). Neuester Orbis Pictus für die Jugend. Oder lehrreiche und unterhaltende Bilderschau von Gegenstaenden aus der Natur, der Kunst und dem Menschenleben, mit beigefügter Erklärung in deutscher, französischer, italienischer und englischer Sprache. 12 Bl. Mit lithographischem Titel und 24 kolorierten lithographischen Tafeln von P. C. Geissler. 36 x 25 cm. OHalbleinen (etwas fleckig und berieben, Rückenbezug mit Fehlstellen). Nürnberg, C. H. Zeh, 1842.
Pilz 375. Vgl. Rammensee 496. – Einzige Ausgabe des prächtigen Bilderalphabets. Die akkurat kolorierten Foliotafeln illustrieren nach dem Alphabet verschiedene Berufe und Gewerbe wie Böttcher und Bänkelsänger, Gemüse- und Obsthändlerin, Scherenschleifer, Violinspieler, Xylograph, Zimmermann etc., jede Tafel mit unkolorierter Bordüre, in der sich ebenfalls illustre Darstellungen zum jeweiligen Buchstaben finden. Der Aquarellmaler und Kupferstecher Peter Carl Geißler (1802-1872) gründete 1830 in Nürnberg eine Verlagsbuchhandlung, für die er (ebenso wie für andere Verlage) eine große Anzahl von Illustrationen lieferte. – Vorderes Innengelenk leicht angeplatzt. Textblätter etwas stärker stockfleckig, die prächtigen ABC-Tafeln auf festem Papier nur gering betroffen. Schönes Exemplar ohne jegliche Papierläsuren im typographischen Verlagseinband. - Selten.
Humberto. Zirkus. Panorama-Pop-up-Buch. 32 x 22 cm. Illustriertes OHalbleinen (leicht berieben, bestoßen und fleckig). Tschechien 1960.
Sehr hübsches Panorama-Pop-up-Buch mit einem Zirkus. Das Buch wurde vom tschechischen Illustrator und Grafikdesigner Vladimír Kovárík (1913-1982) entworfen und besteht aus einer einzigen ausklappbaren Doppelseite mit einer aufwendigen dreidimensionalen Zirkusszene. – Mit der selten noch vorhandenen Seiltänzerin, diese allerdings mit verso verstärkten Armen. Insgesamt gutes Exemplar.
Karafiat, Jan. Broucci. Pro male i velike deti. (Tschechischer Druck: Leuchtkäferchen. Für kleine und große Kinder). 30. Auflage. 107 S. Mit zahlreichen Farbillustrationen von Rudolf Mates. 26 x 20,5 cm. Farbig illustrierter OLeinenband (gering fleckig, Ecken leicht bestoßen). Prag, Hynek, (1932).
Balcar 26. – Wohlerhaltenes Exemplar des Klassikers der tschechischen Kinderbuchliteratur.
Nicolai-George, M(arie). Der Zepp im Eis. Ein Bilderbuch für große und kleine Kinder. 16 Bl. Mit Portraittafel, einigen Textillustrationen und 14 ganzseitigen Farbtafeln von Georg Schleinitz. 30,5 x 23 cm. Farbig illustrierter OHalbleinenband (etwas fleckig und berieben, gering bestoßen). Leipzig, Edwin Freyer, (1932).
Klotz 10148/1 (Nachtrag). – Einzige Ausgabe des die Euphorie um die Zeppelinluftfahrt aufnehmenden Kinderbuchs, neben ihrem "Storchenbuch" das einzige erschienene Kinderbuch der biographisch nicht nachweisbaren Marie Nicolai-George. Gewidmet dem "Führer des Luftschifffes 'Graf Zeppelin', Herrn Dr. Dr. Hugo Eckener und seinen wackeren Begleitern in Erinnerung an die erfolgreiche Arktisfahrt" (Untertitel), mit dessen Portraittafel. – Eine Farbtafel mit kleinem Randeinriss, die Portraittafel mit schwachen Knickspuren, fl. Vorsatz mit hs. Besitzeintrag von 1932. Insgesamt wohlerhalten, die Farbtafeln frisch und mit Abklatsch.
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