Geschwungene Form
Stahl auf Holzsockel.
Ca. 43,5 x 48 x 49 cm.
Weichere Akzente, Kurven und Schwingungen ergänzen seit den 1980er Jahren den bis dahin von geometrischen, kantigen Elementen bestimmten Formenkanon von Volkmar Haase und treten auch in dieser Skulptur prägnant hervor. Die fließenden Übergänge der Formen erzeugen eine lebendige Dynamik, die im Zusammenspiel mit der klaren Materialität des Edelstahls eine besondere Spannung entfaltet. Die vorliegende Skulptur aus Edelstahl verdeutlicht eine Weiterentwicklung seines künstlerischen Schaffens, das seit den späten 1950er Jahren den öffentlichen Raum prägt. Gesamthöhe mit Sockel: ca. 52,5 cm.
Provenienz: Privatbesitz Berlin (direkt beim Künstler erworben)
Informelle Komposition
Ölkreiden auf dunkelgrauem beflockten Velin. 1960.
50 x 66 cm.
Unten rechts mit Kreide in Schwarz signiert "Francis Bott" und datiert.
Intensiv leuchten die Farben auf der samtigen Papieroberfläche. Die komplexe informelle Komposition aus Botts abstrakter Periode lässt um das tiefschwarze Zentrum herum kristalline Formen sich artikulieren, deren rote, weiße und blaue Strahlen dynamisch aus dem fein differenzierten rottonigen Untergrund hervorleuchten. Ausgehend von der Neuen Sachlichkeit in den 1930er Jahren, findet Bott über Max Ernst und Salvador Dalí zum Surrealismus und schließlich ab etwa 1948 zur Abstraktion. Wesentlich für seinen künstlerischen Erfolg ist seine Begegnung mit Alix de Rothschild, die Bott 1952 kennenlernt; sie erwirbt von ihm ein erstes Bild und gewährte ihm ein Stipendium für ein Jahr.
Provenienz: Privatbesitz Nordrhein-Westfalen
Ohne Titel (Frottage)
Wachskreiden auf Velin, auf schwarzen Karton montiert. 1959.
13,5 x 10,5 cm.
Auf dem Unterlagekarton mit Bleistift signiert "mack" und datiert.
Die Frottage-Technik überträgt die Struktur des Rasters unter dem Bildgrund durch Abreiben mit leuchtend blauer und schwarzer Kreide auf das Papier. Gerade ihre Einfachheit, sowohl hinsichtlich der Struktur als auch des Herstellungsprozesses, der ein spielerisches Erproben noch spüren lässt, macht den besonderen Reiz dieser frühen Arbeit aus. „Struktur“ ist hier Inhalt und Form zugleich. Dieser Begriff erfasst sowohl die Gestaltungsweise des Künstlers, als auch seine Intention: die Idee einer Komposition durch ein gleichmäßig, flächendeckendes System homogener Strukturelemente.
Provenienz: Firmensammlung Süddeutschland
Klein, Yves - nach
nach. Portrait Arman. Expo 65, Galerie Alexandre Iolas
Los 7202
Nachverkaufspreis
1.000€ (US$ 1,149)
nach. Portrait Arman. Expo 65, Galerie Alexandre Iolas
Plakat. Farbserigraphie, collagiert, auf Velin. 1965.
80 x 42,3 cm.
Collagierter Farbsiebdruck in Gold und dem charakteristischen Yves-Klein-Blau, entstanden als Ausstellungsplakat für die Galerie Alexandre Iolas zur Expo 1965. Druck Delpire, Paris. Prachtvoller Druck der formatfüllenden Komposition.
1,- DM
Öl auf Tuch. 1966.
60 x 70 cm.
Verso mit Farbstift in Blau signiert "Hödicke".
In breiten, zügigen Bahnen und mit gestischer Bewegung rollt Hödicke die teils wässrige, kräftiggrüne Farbe auf den unbehandelten Malgrund, auf dem stellenweise Orange und Gelb durchschimmern. Souverän bewegt er sich mit seiner Darstellung sowohl kompositorisch als auch technisch im Bereich der Abstraktion, setzt darüber jedoch die leuchtend helle Schrift wie eine Preisauszeichnung, eine in diesem Zusammenhang rätselhafte Chiffre. Hödicke gilt als einer der Wegbereiter des deutschen Neoexpressionismus und als engagierter Professor an der Berliner Hochschule der Künste; er war zudem einer der wichtigsten Anreger der sogenannten Neuen Wilden. "Die ruppig-schnell gemalten Bilder sind kühl konstruiert - das ist kaum zu merken, erst der zweite und dritte Blick erkennen das; darum ermatten Hödicke-Bilder nicht, fallen nach der Überraschung des ersten Augenblicks nicht in flaue Langeweile, Spontaneität aus dem Kopf des Malers." (Hermann Wiesler, in: Hödicke Stadtbilder, Ausst.-Kat. München 1994, o. S.). Hödicke hielt sich von 1966 bis 1967 in Amerika auf, wo er experimentelle Kurzfilme produzierte, die zumeist seinen New-York-Aufenthalt reflektieren.
Provenienz: Grisebach, Berlin, Auktion 41, 26.11.1994, Lot 334
Privatsammlung Berlin
Munsky, Maina-Miriam
Daniel, als er noch ganz klein war
Los 7217
Nachverkaufspreis
1.500€ (US$ 1,724)
"Daniel, als er noch ganz klein war"
Graphit und Farbstifte auf festem braunen Velin. 1975.
70 x 95,2 cm.
Unten mittig mit Bleistift signiert "MAINA-M. MUNSKY" und datiert, verso nochmals signiert, datiert und betitelt.
Unemotional, in perfektionistischer Detailliebe, so objektiv und realistisch wie möglich und zugleich konzentriert auf das Wesentliche, zeichnet Munsky ihren 1972 geborenen Sohn als Neugeborenen. Eine eigene Fotografie diente ihr, wie häufig und insbesondere auch bei den Operationsbildern, als Vorlage. Immer wieder setzte sich Munsky mit der Rolle der Frau auseinander: "Ich male Eingriffe in das Leben der Frau, des Kindes. Ich male Operationen, Geburt und den Tod, Grenzsituationen des Menschen, seiner Hilflosigkeit, seines Ausgeliefertseins. Ich male meine Bilder so objektiv, so wahrheitsgemäß, wie es mir möglich ist." (Maina-Miriam Munsky, zit. n. poll-berlin.de/Galerie/die-angst-wegmalen-2, 09.03.2020). Ihre politische Kunst stellte neben Operationen und Geburten auch Abtreibungen dar, die zu ihrer künstlerisch aktiven Zeit in den 1970er Jahren durch die geforderte Streichung des Paragraphen 218 heftig debattiert wurden. Die Künstlerin zählte mit ihrem Ehemann Peter Sorge, Klaus Vogelsang, Wolfgang Petrick und Ulrich Baehr zu den Künstlern des Kritischen Realismus. Sie gehörten zu den Gründungsmitgliedern der "Gruppe Aspekt", die von 1972 bis 1978 die Berliner Kunstszene mit prägte. Munskys Werke beschreiben ein konkretes Zeitgefühl der Bundesrepublik in den 1970er Jahren. Neben dem MoMA in New York finden sie sich in vielen weiteren internationalen Sammlungen.
Provenienz: Privatbesitz Rheinland
Literatur: Maina-Miriam Munsky. Bilder und Zeichnungen, NBK (Neuer Berliner Kunstverein), Heft 47, Berlin 1981, o.S.
Maina-Miriam Munsky. Die Angst wegmalen. Bestandsverzeichnis der Gemälde und Zeichnungen 1964-1998, Bönen 2013, S. 101, 168, 171 (Z1975/09)
T inclinada
Farbiges Carborundum auf Velin. 1972.
58,5 x 78 cm.
Signiert "tàpies". Auflage 75 num. Ex.
Galfetti 293.
Großformatiger Druck, herausgegeben und gedruckt bei La Polígrafa, Barcelona, hier in den Maßen minimal von Galfettis Angaben abweichend. Ganz prachtvoller Druck der formatfüllenden Komposition mit wunderbarerer Reliefwirkung und dem vollen Rand.
Ohne Titel (Gelbe Füße)
Acryl auf Plakatabriss, in Objektkasten montiert. 1985.
Bis ca. 61 x 123 cm.
Verso wohl signiert "Blais" und datiert.
Zwei große Füße laufen durch den gelben Sand, von oben ragt eine ebenso mächtige Hand ins Bild. Diese angeschnittenen Körperteile müssen zu einer riesigen, märchenhaften Gestalt mit überlangen Armen gehören, die der Ausschnitt vorstellbar macht. Blais' Kunstwerke zeichnen sich durch eine einzigartige Kombination von figurativen und abstrakten Elementen aus. Dabei bestimmt der zufällige Plakatabriss mit seinen unregelmäßigen Kanten das Format und damit auch das Motiv. Mit dicken, pastosen Farbschichten und expressiven Pinselstrichen unterstreicht er die Rauheit, die grobe Struktur der Plakatrückseiten. „Die Plakatabrisse waren zunächst ein zufällig entdeckter Bildträger, dessen Wert ich weder höher noch tiefer einschätzte als jenen der Leinentücher oder der Kartons, auf die ich malte. (…) Ich habe dann begonnen regelmäßig auf die von den Mauern abgerissenen Plakate zu malen, denn sie besaßen den Vorteil, die Eigenschaften aller anderen von mir benutzten Materialien zu vereinigen. Auf Grund ihres Volumens, ihres Zuschnitts, waren sie bereits Gegenstände. Alles, was mich interessierte, war in diesem einzigartigen Material schon enthalten.“ (Jean-Charles Blais, im Gespräch mit Sylvie Couderc, in: Jean-Charles Blais, Hrsg. Carl Haenlein, Ausst.-Kat. Kestner-Gesellschaft, Hannover 1986, S. 29).
Provenienz: Galerie Gastaud, Clermont-Ferrand 2005 (mit deren Klebeetikett verso auf dem Rahmen)
Privatbesitz Frankreich
"Acker"
Öl auf Leinwand. 1994.
100 x 14 cm.
Verso mit Pinsel in Schwarz zweifach signiert "Gerda Lepke", datiert und betitelt sowie bezeichnet "Dresden".
Die Beweglichkeit und Veränderlichkeit der Natur, den Wind in den Gräsern, das Wachsen und Vergehen der Pflanzen, all das verwandelt Gerda Lepke mit ihrem schnellen, kleinteiligen Pinselduktus in Malerei. Der Acker setzt sich aus dynamisch und rhythmisch aufgetragenen Tupfen, Pünktchen, Spritzern und Zeichen zusammen, die einander überlagern und zugleich in unterschiedliche diagonale Richtungen weisen. Ein helles Graubraun überlagert diese Strukturen, entsprechend dem Gewirr loser Grannen und Halme nach der Ernte. "Gerda Lepkes Landschaften vermitteln Strukturen und Formationen, die die reale Landschaft nicht besitzt, d.h. dass einerseits Annäherung an die Realität besteht, andererseits aber Entfernung von dem Vergleichbaren stattfindet. Die von der Künstlerin geschaffene Bildwirklichkeit erweitert jedoch unsere Erfahrung gegenüber der realen Wirklichkeit." (Sibylle Badstübner-Gröger, in: Gerda Lepke, Ausst.-Kat. Galerie des Ernst-Rietschel-Kulturringes, Pulsnitz 1996, o. S.).
Lepke, Gerda
Getreidefläche mit Mohnblüten
Los 7252 [*]
Nachverkaufspreis
2.200€ (US$ 2,529)
"Getreidefläche mit Mohnblüten"
Öl auf Leinwand. 2010.
80 x 80 cm.
Unten rechts mit Bleistift signiert "Lepke" und datiert, verso mit Pinsel in Schwarz nochmals signiert "Gerda Lepke", datiert, betitelt und bezeichnet "in Erinnerung an die Juli Tage in Neuhardenberg".
So vehement ist Lepkes kleinteiliger Pinselduktus, dass der von ihr gestaltete Rahmen ebenfalls vielfältige Spritzer und Tupfen abbekommt, er das Motiv der sommerlichen Fläche also in den Raum hinein fortführt. Die Künstlerin gestaltet hier nicht nur das Stück Natur vor ihren Füßen, sondern auch den gesamten atmosphärischen Abstand - Luft, sommerliche Wärme, Wind, Feuchtigkeit - zwischen ihrem Auge und der Getreidefläche. Dem Motiv der Landschaft räumt Gerda Lepke schon so lange einen bedeutenden Platz im ihrem Schaffen ein, und auch ihrer ganz eigenen Handschrift bleibt die Künstlerin treu, dass Früh- und Spätwerk auf den ersten Blick kaum unterscheidbar scheinen.
Ohne Titel
Öl auf Hartfaser, montiert auf Acryl auf Leinwand.
180 x 144 cm.
Vielfach arbeitet der Künstler mit collagierten oder aufgeschlitzten Gemälden, wie auch in vorliegendem Werk, das die zentrale Figur auf einer Platte mitten in die Leinwand setzt. Spontane und impulsive Malprozesse weitet Hitzler mittels dieser Technik auf dreidimensionale Ebenen aus. Hitzler studierte zunächst an der Kunstschule Augsburg, ab 1967 an der Akademie der bildenden Künste in München, wo er Meisterschüler bei Fritz Nagel war. Hitzlers Arbeiten sind in vielen öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten.
Provenienz: Fischer, Luzern, Auktion 16.06.2011, Lot 188
Privatbesitz Süddeutschland
"es blutet das Herz"
Aquarell auf Schoellershammer-Velinkarton. 1993.
51 x 73 cm.
Unten rechts mit Bleistift signiert "Bernard Schultze", datiert und betitelt.
Eine vibrierende Komposition, die das Pochen eines verletzten Herzens fast erlebbar macht. Bernard Schultze erfasst mit seiner differenzierten, ausgefeilten Aquarelltechnik diese feine Bewegung raffiniert bildnerisch und gibt mit seinem poetischen Titel die klare Interpretationsrichtung vor.
Provenienz: Privatbesitz Nordrhein-Westfalen
Annika 5
Bronze mit goldbrauner Patina. 2016.
35 x 30 x 28 cm.
Unter dem rechten Unterschenkel signiert "H. WILLIG" und (schwer lesbar) datiert sowie am Gesäß rechts mit dem Gießerstempel "GUSS STREHLE". Auflage 12 num. Ex.
Willig 237.
Die Skulptur mit ihrer ausgeprägten Allansichtigkeit und der etwas rauen, lebendig durchgestalteten Oberfläche schimmert sanft im einfallenden Licht. In raumgreifender Bewegung führt die kniende weibliche Gestalt ihren rechten Arm am gesenkten Kopf vorbei nach links, um die Hand auf der hohen Stele abzulegen. Mit der linken Faust stützt sie sich so entschlossen am Boden ab, als ob sie im Begriff sei, sich zu erheben. Die Haltung des Modells strahlt gleichzeitig eine konzentrierte Ruhe aus. Das Innehalten in der Bewegung bannt Willig in seiner Bronze und verleiht dem Augenblick Dauer. Souverän vereint er die Gegensätze von Ruhe und Bewegung, Spannung und Harmonie miteinander. Das komplexe Gefüge der Kompositionslinien ist ebenso ausbalanciert wie der Kontrast zwischen der kantigen Stele und den Rundungen der weiblichen Körperformen. Heinz Willig schuf bereits 1949 erste plastische Arbeiten. 1951 studierte er an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin, überwiegend in der Klasse für Bildhauerei bei Ludwig Gabriel Schrieber. Ganz prachtvoller, hochkomplexer Guss, hergestellt bei Otto Strehle, Winhöring.
Literatur: Heinz Willig. Skulpturen und Zeichnungen 2008-2018, Berlin 2019, Abb. S. 54/55
Liegender weiblicher Akt
Bronze mit dunkelbrauner Patina. Um 1999.
17 x 39 x 19 cm.
Verso unter der Hüfte monogrammiert "WP" und bezeichnet "e(preuve d')a(rtiste)".
Weibliche Figuren dominieren die Motivwelt der Bildhauerin. Die Liegende zeigt sich mit ihrer zerklüfteten, rauen Oberfläche lebendig durchgestaltet und von überzeugender Allansichtigkeit. Ausgebildet als Theatermalerin und Bühnenbildnerin, setzte Pratschke ihre Studien später an der Städelschule und bei Markus Lüpertz und Wolf Vostell fort. Prachtvoller Guss mit dunkel schimmernder Patina.
Der alte Mann, das Meer, der Berg
6 Farbholzschnitte auf festem Velin und 1 Holzdruckstock, eingefärbt. Lose in Orig.-Kartonmappe mit Holzschnitttitel. 1999.
49,5 x 35,5 cm (Blattgröße).
Die Holzschnitte jeweils signiert "K Süß" und datiert, verso nochmals signiert, datiert und betitelt, zudem auf dem Mappendeckel und auf der Druckplatte signiert und datiert. Auflage 8 num. Ex.
Süß beschäftigt sich vielfach mit archaischen Themen und verbindet in seiner Kunst die expressionistische Tradition mit der Figuration der Jungen Wilden. Für seine Farbholz- und Linolschnitte verwendet er häufig die seltene Technik des verlorenen Schnittes. Oft bestäubt der Künstler die vom Druck noch feuchte Farbe mit Mehl. So werden die Farben samtig, rissig, platzen auf und geben den Blick auf die darunter liegende Schicht frei. Süß arbeitete zunächst als Heizungsmonteur und schloss sich nach seinem Ingenieurstudium ab 1978 der Gruppe und Produzentengalerie Clara Mosch in Chemnitz an. Die Druckplatte zum Holzschnitt "Der Schwimmer". Ganz prachtvolle Drucke der formatfüllenden Kompositionen. Rarissimum.
Long, Richard
Shenandoah Drinking Water Line
Los 7265
Nachverkaufspreis
10.000€ (US$ 11,494)
Shenandoah Drinking Water Line
Unikatärer Farbsiebdruck, wohl auf Velin. Im originalen Künstlerrahmen. 1993.
155 x 104 cm.
96 Meilen wandert Richard Long in sieben Tagen, eine Route entlang der Shenandoah Mountains, auf der er genau jeden Ort markiert, an dem er auf Trinkwasser stieß und es trank. Der lange, schmale Shenandoah-Nationalpark führt entlang des Flusses durch die Blue Ridge Mountains von Virginia. Mit dem Aufzeichnen dieser Strecke erweitert Long seine bahnbrechenden Land-Art-Kompositionen und lässt den zweidimensionalen Plan einer Landschaftsskulptur entstehen. Das Gehen wird damit zur Kunstform, zum Mittel der Erforschung und Kartierung einer Wechselwirkung von Körper, Raum, Zeit und Natur. Der Künstler markiert hier entlang der gewundenen Route lediglich seine Trinkstellen und die Übernachtungsplätze, ohne jedoch jemals genaue Ortsnamen oder kartographische Hintergründe anzugeben. Den direkten Kontakt mit der Natur und die Bedeutung des lebensspendenden Trinkwassers verwandelt Long mit dem konzeptionellen Werk in eine zugleich radikal einfache und hochkomplexe graphische Linie. Großformatiges Unikat.
Provenienz: Ehemals Anthony d'Offay, London (mit dessen Klebetikett auf der Rahmenrückseite)
Haunch of Venison, London (mit deren Klebetikett auf der Rahmenrückseite)
Galleria Màrio Sequeira, Parada de Tibães (mit deren Klebetikett auf der Rahmenrückseite)
Blain/Southern, Berlin (mit deren Klebetikett auf der Rahmenrückseite)
Privatbesitz Nordrhein-Westfalen
"Die Lesende"
Öl auf Hartfaser. 2004.
100 x 75 cm.
Verso mit Pinsel in Schwarz signiert "Jörg Lozek", datiert und betitelt.
Eine Frauengestalt der Fifties, deren Adrettheit und Fassade sich in Lozeks hintergründig-realistischer Malerei auflöst. Wie Gewürm kringeln sich die Blumenstiele, etwas Schlangenartiges kriecht aus dem Buch, unten läuft lila Farbe über den wie ein Trompe l'Oeil gemalten Rahmen, und im Bild löst sich die gelbe Tapete in Wellen von der Wand. Nach seinem Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig, bei Sighard Gille war Lozek 2000-2002 dessen Meisterschüler. Er wird der Neuen Leipziger Schule zugerechnet. Im Jahr 2002 gehörte er mit den Leipziger Künstlern und Künstlerinnen Tilo Baumgärtel, Peter Busch, Tim Eitel, Tom Fabritius, Martin Kobe, Oliver Kossack, Jörg Lozek, Bea Meyer, Christoph Ruckhäberle, Julia Schmidt, David Schnell und Matthias Weischer zu den Gründern der Produzentengalerie LIGA in Berlin. Während ihres zweijährigen Bestehens entstand die vorliegende Arbeit.
Provenienz: Privatbesitz Großbritannien
Kehl, Gerhard
Bust-Kit (choice of hair and mouths) - Büsten (Bausatz)
Los 7279
Nachverkaufspreis
1.000€ (US$ 1,149)
"Bust-Kit (choice of hair and mouths)" - Büsten (Bausatz)
8 Holzteile, farbig lackiert, auf Pannesamtpolster in hellblau lackiertem Holzkasten. 2001/02.
18,5 x 45,5 x 32 cm (Kasten).
Skulptur im Baukastenprinzip. Der handwerkliche Aspekt, orientiert an der traditionellen Schnitzerei des Erzgebirges, bezieht im vorliegenden Bausatz auch den Betrachter mit ein, der den Kopf nach Belieben zusammensetzen und im Ausdruck verändern kann. "Gerhard Kehl ist ein Grenzgänger zwischen 'scheinbar' trivialer Kunst und High Class Art. Mit trivial meine ich, dass er auf Volkskunst und Comic reagiert und daraus etwas Neues in Bezug zur zeitgenössischen Skulptur entwickelt." (Wolfgang Köppe, Interview in: artberlin.de, Zugriff 25.03.2026). Das Bust-Kit ist Teil der ersten Reihe von Skulpturen, die nach Kehls Entwürfen im Erzgebirge aus Holz geschnitzt oder gedrechselt und anschließend von ihm von Hand lackiert wurden.
Provenienz: Sammlung Wolfgang Joop und Edwin Lemberg, Potsdam
"TIF-23-2004"
Mischtechnik auf Leinwand. 2004.
37 x 54 cm.
Verso mit Faserstift in Schwarz signiert "Nitsche" und datiert bzw. betitelt.
Abstrakte Konstruktion dynamisch im Bildraum verspannter geometrischer Flächen, Formen und Linien, die einander überlagern und durchqueren. Sie evozieren Assoziationen an Computerdesign oder technische Baupläne, lassen aber andererseits immer wieder den rauen Pinselstrich lebendig erkennbar werden. Ihre kühle Formensprache wird auch durch den numerisch abgekürzten Titel betont. Nitsches Arbeiten sind unter anderem im Centre Pompidou in Paris und in der Tate Britain in London ausgestellt. „Nitsches Bilder sind Experimentalanordnungen der Bildkonstruktion. Sie zählen zum Genre der künstlerischen Grundlagenforschung, in der die Malerei zum optischen Versuchsaufbau wird.” (Gerrit Gohlke, in: Frank Nitsche, Köln, 2007, zit. n. mudam.com, Zugriff 24.03.2026).
Provenienz: Ehemals Galerie Nathalie Obadia, Paris (mit deren Klebeetikett verso auf dem Keilrahmen)
Privatbesitz Tschechien
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.
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